Martin Müllen

Bernd Schulz
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Re: Martin Müllen

Beitrag von Bernd Schulz »

TroisLacs hat geschrieben: Mi 21. Jan 2026, 11:43 Übrigens Bernd, Anfang März habe ich einen Besuch bei Müllens organisiert...
Das freut mich sehr! :)

Vielleicht nimmt sich Martin Müllen ja selber die Zeit, euch seine Weine vorzustellen. Die Verkostungen und Gespräche mit ihm habe ich immer als ganz große Bereicherung empfunden, da er über eine immense Erfahrung und über ein gigantisches Detailwissen verfügt.

Herzliche Grüße

Bernd
TroisLacs
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Re: Martin Müllen

Beitrag von TroisLacs »

Ich habe jetzt auch den dritten Wein im Paket probiert:

Trarbacher Hühnerberg Spätlese 2021
7.5%


Schon eine leicht goldgelbe Farbe. In der Nase dominieren reifer Apfel, Birne und etwas Pfirsich sowie erneut eine mineralische Note, etwas Schiefer.
Der Eindruck im Mund fällt mir schwer zu beschreiben, der Wein ist sowas von crémig und trinkfreudig. Angenehme Säure, perfektes Zusammenspiel mit der Restsüsse. Wieder etwas Frucht, recht langer Abgang .., ich bin echt begeistert. Das macht echt Spass, geniessen, träumen, philosophieren …
Ich wünschte mir nur eine feine Petrolnote, aber die kommt vielleicht noch. 19+/20 Punkten. Ich habe 3/4 der Flasche alleine getrunken. Habe mich nur zurückgehalten, weil ich den morgen nochmals nachdegustieren will 🤣
Ich behaupte mal, das kann nur Riesling.

Nicht dass ich wie Markus mich nur auf ein Weingut konzentrieren möchte, aber Müllen passt mir sehr und freue mich sehr, da schon bald persönlich vorbeizuschauen.
Gruss, Sascha

„Riesling geht immer“!
niers_runner
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Re: Martin Müllen

Beitrag von niers_runner »

Am Samstag den 07.03.2026 Präsentation der gereiften Weine von Martin Muellen im Bürgersaal des Alten Rathauses in Traben-Trarbach (Bahnstraße 22, 56841 Traben-Trarbach)

Beste Grüße

Peter
Es entspricht dem Wesen des Genießens, dass der Erlebnisraum der Form einer Pyramide verwandt ist: es gibt viele Basisqualitäten, aber im strengen Sinne nur eine Spitze, und man steigt nicht freiwillig die Pyramide herab
(Matthias Hilse)
Bernd Schulz
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Re: Martin Müllen

Beitrag von Bernd Schulz »

Im Keller bin ich vor ein paar Tagen über die zweibesternte Paradies-Spätlese aus 2012 gestolpert, von der ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie noch hatte. Heute habe ich die Flasche geöffnet, und im Glas liegt jetzt einer meiner schönsten Müllen-Rieslinge überhaupt:

Bild

Obwohl die Nase einen Hauch Petrol aufweist, glaube ich nicht, dass ich hier blind auf einen deutlich mehr als zehn Jahre alten Riesling gekommen wäre. Das ist - so weit lehne ich mich jetzt einfach mal aus dem Fenster - eine Weltklasse-Spätlese, die eine unglaubliche innere Dichte mit spielerischer Leichtigkeit verbindet und immer noch geradezu vor Spannung vibriert. Botrytisfreier Süßwein von der Mosel auf höchstem Niveau geht auch anders, aber nicht besser - und wir reden hier nicht von einer Wehlener Sonnenuhr, einem Bernkasteler Doctor, einer Brauneberger Juffer-Sonnenuhr oder einem Piesporter Goldtröpfchen, sondern von einer Spätlese aus dem Kröver Paradies - sprich aus einer eigentlich nachrangigen Lage, die kaum einem der weltweiten Freunde des Moselrieslings ein Begriff sein dürfte. Umso mehr ziehe ich meinen imaginären Hut vor dem Winzer, der dieses Meisterwerk auf die Flasche gebracht hat!

Ich bitte mein euphorisches Geschreibsel zu entschuldigen: Der Wein ist einfach so beschaffen, dass er die Gäule mit mir durchgehen lässt.... :D

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC
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Re: Martin Müllen

Beitrag von EThC »

Bernd Schulz hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 21:54 sprich aus einer eigentlich nachrangigen Lage
...das Renommée einer Lage generiert sich halt nicht nur aufgrund objektiv meßbarer Qualitäten. Und ein Wein zehrt seine Qualität nicht nur aus vermeintlichen Eigenschaften einer Lage...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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Ollie
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Re: Martin Müllen

Beitrag von Ollie »

Als ich ihn vor sehr vielen Jahren auf die überrschend hohe Qualität seiner Paradies-Weine ansprach, erklärte mir Martin Müllen, daß seine Parzellen im steilen Prallhang seien, weswegen sie deutlich besser seien als die des Hauptteils des Paradies auf dem Gleithang - aber letzterer dominiert natürlich die Einschätzung der Lage.

Cheers,
Ollie
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Bernd Schulz
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Re: Martin Müllen

Beitrag von Bernd Schulz »

EThC hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 22:34 ...das Renommée einer Lage generiert sich halt nicht nur aufgrund objektiv meßbarer Qualitäten.
Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber meines Erachtens gibt es im Hinblick auf ästhetische Phänomene überhaupt keine objektiv messbaren Qualitäten. Dagegen gibt es eine Summe von (jeweils subjektiven) Erfahrungen diverser Rezipienten (der jeweiligen Phänomene), die zu einem allgemeinen Konsens im Hinblick auf die Qualität z.b. einer Lage und damit zu deren Renommee führen....

Puh, jetzt habe ich mich fast schon so verquast ausgedrückt wie ein in diesem Forum immer mal wieder aktiver Weinhändler, der hauptsächlich in Sachen BDX engagiert ist. Ich bitte um Entschuldigung :oops: !
EThC hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 22:34 Und ein Wein zehrt seine Qualität nicht nur aus vermeintlichen Eigenschaften einer Lage...

Fraglos auch das nicht. Aber die vermeintlichen oder tatsächlichen Eigenschaften einer Lage halte ich trotzdem nicht für völlig vernachlässigbar, wenn es um Wein als besonders differenziertes Objekt der (genussvollen) Wahrnehmung geht. Nicht von ungefähr bemühen sich gerade Winzer wie Martin Müllen besonders darum, Lagenunterschiede möglichst genau herauszuarbeiten.

Herzliche Grüße

Bernd
Zuletzt geändert von Bernd Schulz am Do 12. Feb 2026, 00:01, insgesamt 1-mal geändert.
Bernd Schulz
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Re: Martin Müllen

Beitrag von Bernd Schulz »

Ollie hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 23:11 Als ich ihn vor sehr vielen Jahren auf die überrschend hohe Qualität seiner Paradies-Weine ansprach, erklärte mir Martin Müllen, daß seine Parzellen im steilen Prallhang seien, weswegen sie deutlich besser seien als die des Hauptteils des Paradies auf dem Gleithang - aber letzterer dominiert natürlich die Einschätzung der Lage.
Klar, die Parzellen von Martin Müllen liegen auf der orographisch rechten Seite der Mosel am Prallhang, während sich das "Paradies" auf der Kröver Seite weitgehend in ziemlichen Flachlagen erstreckt. Aber dennoch war das Potential des "eigentlichen" Paradieses (welches, wie es sich für ein Paradies gehört, nur schwer zugänglich ist ;) ) in der Zeit vor Müllen so gut wie niemandem bewusst, oder? Insofern sehe ich hier schon das Phänomen einer verflixt großen Spätlese aus einer kaum bekannten beziehungsweise in ihrer Benamsung grundsätzlich problematisch erfassten Lage.

Herzliche Grüße

Bernd
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