Diverse Winzer

joern_ribu
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von joern_ribu »

Immer wieder erstaunlich, dass ein Produzent wie das Weingut Pfeffingen hier noch keinen eigenen Thread hat, sondern unter "Diverse" läuft, als wäre es irgendein Wald- und Wiesenwinzer aus Großkarlbach, der seinen Rübenacker umgepflanzt hat :P . Aber gut, ich könnte es ja ändern, aber Hauptsache ist, dass deren Weine ins rechte Licht gerückt werden. Heute habe ich folgenden Wein absolut genossen:

2019 Weingut Pfeffingen Auriga

Ein für uns heute Abend einfach ein genialer Wein, fast hätte ich "geil" geschrieben. ;) Vollmundig, dicht, geschmeidig, unglaublich gut strukturiert, die Tannine samtig und geschmeidig integriert, genug Säure um den nächsten Schluck haben zu wollen. Da ist kein Fett, keine Marmelade, aber jede Menge Frucht und Kraft, sowohl in der Nase als auch am Gaumen, schwarzrot im Glas, keinerlei Altersnoten, jetzt auf absolut toller Trinkreife. Der wird eventell noch anders, aber nicht besser. Ich habe nur eine Info auf Vivino gefunden, es sei eine Cuvée aus Pinot Noir und Cabernet Dorsa. Absolut fantastisch gemacht. Nicht unbedingt typisch Pfalz, man denkt vielleicht auch nicht gleich an Deutschland, eher moderner, internationaler Stil, aber einfach, ich schreib's jetzt doch, geiler Stoff. :) Wen interessiert das ganze Blabla über Herkunft usw. wenn man einfach mal so einen Wein goutieren kann, der einfach alle Knöpfe drückt, die ein hedonistisches Weinvergnügen bereiten - für unter 20€. Ich bin begeistert. Leider wohl nicht mehr verfügbar. ansonsten absolute Nachkaufpflicht; 10 von 3, oder so :P
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Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht

Jörn
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Udo2009
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Udo2009 »

Genau den haben wir gestern abend auch im Glas gehabt.

Volle Zustimmung!
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Schönibert
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Schönibert »

2022 Lergenmüller Grauer Burgunder Buntsandstein

Okay der Wein ist korrekt und schmeckt mir etwas besser als der GB neulich von Bunn aber ich werd einfach kein Fan dieser Sorte werden. Das sollen bitte andere bewerten. Was mir nicht gefällt, ist, dass dieser 14/15 Euro Wein in einer sehr protzigen Ausstattung daher kommt, richtig schwere Flasche und so. Und kein Schrauber, aber auch kein Angeberkorken, sondern Diam. Da war mir die Ausstattung von Bunn für ihren Wein im quasi vergleichbaren Preissegment (Liste) schlüssiger.
Viele Grüße,
Euer Schöni
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EThC
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von EThC »

...die Zeit ist bei diesem Pinot fast stehengeblieben:

2019er Pinot noir - trocken - Pfälzer Landwein, Durst

Bild
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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EThC
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von EThC »

...diesen Grauburgunder von Egon Schmitt finde ich hinsichtlich seiner Süße-Säure-Struktur durchaus bemerkenswert, könnte mit Reife auch in die "2er"-Riege einziehen:

2024er Grauer Burgunder - > Alte Reben < - trocken - Qw, Egon Schmitt

Bild
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Erich

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joern_ribu
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von joern_ribu »

Ich bin letzte Woche eher zufällig über das Weingut Schreieck in Maikammer gestolpert - https://schreieck-maikammer.de/ - und da am Samstag dort eine offene Probe zum Thema Spätburgunder angeboten wurde, haben wir unseren Tag so geplant, dass wir einfach mal vorbeifahren mussten. ;)

Das Weingut ist ein Familienbetrieb in 3. Generation, immerhin 26 ha groß, es wird mittlerweile geleitet von zwei Schwestern und ihrem Cousin, alle drei mit Herzblut dabei, das merkt man vom ersten Moment an. Sehr herzlicher Empfang im modern gestalteten Vinotheksbereich. Hier versteht man sich offenbar darauf, den Weinkunden ein gutes und modernes "Feeling" zu vermitteln. Die beiden Schwestern Jana und Patricia sind bei der Weinvorstellung sehr kommunikativ, können viel über ihre Weine erzählen und auf individuelle Vorlieben gut eingehen, die ganze Atmosphäre hat uns wirklich sehr gefallen und allein schon deshalb werden wir sicher öfter bei den "Samstagen bei Schreiecks" vorbeikommen. Wir haben dann noch die Weinkellerführung durch den "Dritten im Bunde", Julian, mitgemacht, der sehr detailliert und in meinen Augen kompetent über die Arbeit im Keller berichtete. Man gewann den Eindruck eines gut geführten modernen Betriebs, der sich durch Diversifikation in Gastronomie und Hotellerie weitere Standbeine geschaffen und vielleicht etwas krisensicherer (Julian verhehlte die Absatzsorgen der Branche nicht, auch sie sehen im Moment keinen Bedarf für Zukauf weiterer Flächen) aufgestellt hat. Die "Event-Schiene" wird hier, so mein erster Eindruck, auch nicht als notwendiges Übel gesehen sondern aktiv zur Kundenbindung und -gewinnung bespielt.

Nun zu den Weinen. Wir begannen mit dem 2022 Pinot Rosé Sekt brut. Sehr schöne intensive Rosé-Farbe, Erdbeeren und Himbeeren in der Nase, gutes Süße-Säure Spiel, schöne Perlage guter Trinkfluß. Für 10,50 € aus meiner Sicht ein absolutes Schnäppchen, mit dem man auf jedem Sektempfang o.ä. einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann.

Weiter ging es mit zwei Weinen aus der Gutswein-Kategorie, einmal der 2024er Blanc de Noir trocken und dann der 2024 Spätburgunder Rosé trocken. Beide mit 7,50 € sehr attraktiv bepreist und wir haben auch beide mitgenommen. Der Rosé ist der noch etwas vielseitigere und ausdrucksstärkere von beiden. Auch hier die typischen Rose-Fruchtaromen von Erdbeere und Himbeere verbunden mit animierender Säure, dabei leicht und saftig - ja, Crowdpleaser im besten Sinne. Im Keller konnten wir dann auch den abfüllbereiten 2025er probieren, der ebenfalls sehr viel Trinkspaß bereiten wird. Man versteht durchaus warum der Rosé der absatzstärkste Wein des Weinguts ist, wenn ich das richtig verstanden habe. Wir haben dann auch interessehalber den feinherben Rosé probert, finden aber die Entscheidung, ab diesem Jahrgang nur noch den trockenen Rosé zu produzieren, eine richtige Entscheidung. :)

Weiter ging es mit den Rotweinen. Über den feinherben Spätburgunder :shock: schreibe ich mal nichts, das ist für eine ganz andere Zielgruppe... Im Spiel waren wir dann aber wieder mit dem 2024er Spätburgunder trocken (Gutswein - 8 €) und noch viel mehr mit dem 2022er Maikammer Spätburgunder trocken (Ortswein - 10,50 €). Der hat uns wirklich sehr gut gefallen. Intensives burgunderrot im Glas, ausgebaut in gebrauchten Barriques, die ihm etwas Würze verleihen ohne dass das Holz dominiert, Kirsche ist zu erkennen mit anderen roten Beeren. Wirklich gut gemacht und jetzt absolut trinkreif, für die nächsten 3-5 Jahre. Bedenkt man noch den Mitnahmerabatt von 0,50€ pro Flasche, ist das ein sehr sehr gutes PLV.

Abschließend gab es noch den 2022er Spätburgunder Heiligenberg trocken zu probieren, ein Lagenwein und mit 21,50 € dann schon ambitionierter bepreist. Ausbau praktisch komplett im Barrique, davon 30-40% im Neuholz. Auf mich wirkte das noch alles etwas unharmonisch, der Wein braucht noch Zeit um sich in der Flasche zu finden, vielleicht will man da auch einfach etwas zuviel. Etwas weniger Holzeinsatz könnte zieführender sein, aber das ist ja auch immer Geschmackssache. Nur finde ich für den Preis viele Weine, die meinen "Sweet Spot" besser treffen (ok, davon haben auch die wenigsten 30-40% neues Barique gesehen). Bei den Guts- und Ortsweinen war das dagegen anders. Aber das war nur eine Momentaufnahme und das Angebot auf der Weinkarte so umfangreich, dass wir bestimmt noch viel mehr und öfter probieren werden.
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Jörn
joern_ribu
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von joern_ribu »

Wer an Pfälzer Winzern aus der "zweiten Reihe", also ambitionierten Nicht-VDP Winzern, interessiert ist, dem sei das "Forum Pfalz" empfohlen. Gegründet als "Barrique Forum Pfalz" ist es ein Zusammenschluß von derzeit 26 Winzern, die so manche Überraschung bieten können - interessante Rebsorten, besondere Cuvées, bekannte und weniger bekannte Lagen mit sehr diversen Ausbaustilen. Eine Übersicht über die Weingützer bekommt man hier: https://www.forumpfalz.de/winzer.

Ende des Monats kann man sich auch durch das Angebot probieren. In Bad Dürkheim steigt die große Frühjahrspräsentation des Forums. Über zwei Tage zeigen alle 26 Betriebe einen Querschnitt ihres Angebots. Zudem kommen noch von der anderen Rheinseite Betriebe der badischen "Generation Pinot" dazu. Ich werde ganz sicher vor Ort sein.
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Jörn
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