Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
Habe gestern nochmals eine Flasche vom Viña Tondonia 2011 aufgezogen.
Ich habe noch 2 im Keller, aber die werde ich verschenken.
Der Wein ist weder hinüber noch schlecht gemacht, ich finde den einfach nur langweilig. Die Nase über Stunden sehr zurückhaltend, etwas Kirsche und dezente Holznoten, das war‘s. Am Gaumen zwar frisch, aber wässrig, ohne Struktur, ohne Körper. Nichts gegen Leichtgewichte, aber ein Trinkspass kommt für mich nie auf.
Kein Weltuntergang, ich werde einfach nicht warm mit dem Wein.
Ist ja ein Ding. Ich hatte den 11er letztes Jahr zweimal. Für mich, wass klassischen Rioja anbelangt, in der Preisklasse ein absolutes must-have. Vielleicht liegt dir einfach der Stil nicht. Kommt vor...
P&P helles rubinrot, keine Alterserscheinungen, zunächst Holzwürze, helle Kirschfrucht, Gewürze, pfeffrig, am Gaumen rote Früchte, Gewürze, frische Säure, kreidige Mineralität, feste gut eingebundene Tannine. Eleganter Wein. Schöner langer Nachgeschmack nach roten Früchten, sehr mundwässernd.
Der Wein ist in seiner jetzigen Jugend ein idealer Essensbegleiter. Fürs solotrinken könnte die frische präsente Säure und die kreidige Mineralität derzeit stören. Dann besser nach 3 - 5 Jahren noch einmal eine Flasche testen.
R. López de Heredia, Rioja Reserva Viña Tondonia 2007
Am ersten Tag Korken gezogen und ab ins Glas. Die (mögliche) Entwicklung mit Luft wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Die Nase eher schüchtern, aber ansprechend. Dunkle Beeren und dunkle Kirschen gleichberechtigt neben Eichenholz und ausgeprägten tertiären Noten von Leder, Waldboden, Pilzen und Lakritz. Mit mehr Luft auch fruchtig, süße Aromen von getrockneten Orangenschalen und einem Hauch von Vanille. Ich mag die Nase, sie ist nicht laut schreiend, sondern dezent und harmonisch. Hier will niemand etwas beweisen, sondern sich souverän präsentieren.
Den Gaumen finde ich dagegen schwierig. Hier trifft mich mein immer wiederkehrende Problem des Tondonias mit der Säure: sie ist so dominant, dass sich für meine Empfindung zumindest am ersten Tag alles andere unterordnet, ja kaum zu bemerken ist. Nun hatte ich den Wein wieder recht kühl (14 Grad) eingeschenkt, das funktioniert gar nicht, die Säure stach extrem heraus. Etwas besser wird es mit höherer Temperatur. In den nächsten Tagen findet sich das etwas. Der Gaumen wirkt harmonischer, fülliger, dichter und substanzieller, gereift mit allen in der Nase auftretenden Komponenten, aber durch die präsente Säure frisch und lebhaft wirkend. Die Tannine sind zurückhaltend und dabei leicht staubig, sie bremsen nur minimal und erst recht spät und dominieren den Wein nicht. Mittellanger Abgang.
Wahrscheinlich kann der Wein seine Stärke weniger als Solist denn als Begleiter zu einem deftigen Gericht mit rotem Fleisch, wo die Säure des Weins eine Funktion hat und das Fett des Essens schneiden kann, ausspielen. Jedenfalls werde ich in Zukunft meine Flaschen nur noch als Speisenbegleiter einsetzen, solo ist er mir zu anstrengend.