Lagrange (St. J) 2023:
Deutlich dunkler als der vor 3 Wochen getrunkene Leo Barten, Aufhellungen am Rand. Kirschen, Heidel- und Brombeeren, Gewürze, nasses Leder, florale Noten und Tabak. Komplexe Nase, toll. Allmählich gesellt sich auch Zedernholz dazu.
Mittelgewichtig, Cassis und Brombeeren, auch etwas Zitrone, knackige Säure, mit wenig Luftzufuhr wird´s würzig/ledrig, mind. mittellanger Abgang.
Das ist für meinen Geschmack hervorragend und so typisch Lagrange der letzten Jahre. Kommt vermutlich an ´22/20/19/16 nicht ganz heran, gefällt mir aber (bei dieser einen, frühen Momentaufnahme eigentlich deutlich) besser als der kürzlich getrunkene Barton. Und ja: ich weiß was bei CT steht.
Viele Grüße,
Jochen
Bordeaux 2023
- Jochen R.
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Re: Bordeaux 2023
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
Re: Bordeaux 2023
Grüezi
Vorneweg: ich kenne mich mit Pauillac gar nicht aus und hatte den folgenden Wein zum ersten Mal im Glas.
Haut Bages Liberal 2023, 13.5 %
Über zwei Tage getrunken. Nach dem ziehen des Zapfens einige Stunden offen stehen gelassen.
Farbe ein sehr dunkles Rot, mit nur ganz leicht violetten Saum, in der Mitte fast schwarz, undurchsichtig.
Geruch tabakig.
Im Mund konzentrierte Frucht, wirkt nicht hart extrahiert, sondern sehr geschmeidig, Feinkörniges dichtes Tannin, fast etwas süss. Mehrheitlich rotfruchtig aber auch dunkleres lässt sich erahnen, Ich hatte Mühe einzelne Früchte herauszuschmecken, alles ist sehr schön ineinander verwoben. Mal blitzte etwas Himbeere auf, dann lugte etwas Wachholder um die Ecke. Das Holz habe ich nicht wahrgenommen. Die Säure ist ausreichend und errinnert an Rhabarber oder sauren weissen Pfirsich. Das faszinierendste war für mich das changieren der Eindrücke, nach jedem Glas schien mir der Wein ein bisschen anders. Sehr komplex. Fester und sehr langer Abgang. Am leeren Glas riecht es sehr blumig, erinnerte mich an Jasmin.
Das ist ein perfekter Wein für mich, ungemein fein! Er gefiel auch meiner Frau sehr gut.
Wer ihn gesubst hat darf sich freuen.
Beste Grüsse
Hans-Rudolf
Vorneweg: ich kenne mich mit Pauillac gar nicht aus und hatte den folgenden Wein zum ersten Mal im Glas.
Haut Bages Liberal 2023, 13.5 %
Über zwei Tage getrunken. Nach dem ziehen des Zapfens einige Stunden offen stehen gelassen.
Farbe ein sehr dunkles Rot, mit nur ganz leicht violetten Saum, in der Mitte fast schwarz, undurchsichtig.
Geruch tabakig.
Im Mund konzentrierte Frucht, wirkt nicht hart extrahiert, sondern sehr geschmeidig, Feinkörniges dichtes Tannin, fast etwas süss. Mehrheitlich rotfruchtig aber auch dunkleres lässt sich erahnen, Ich hatte Mühe einzelne Früchte herauszuschmecken, alles ist sehr schön ineinander verwoben. Mal blitzte etwas Himbeere auf, dann lugte etwas Wachholder um die Ecke. Das Holz habe ich nicht wahrgenommen. Die Säure ist ausreichend und errinnert an Rhabarber oder sauren weissen Pfirsich. Das faszinierendste war für mich das changieren der Eindrücke, nach jedem Glas schien mir der Wein ein bisschen anders. Sehr komplex. Fester und sehr langer Abgang. Am leeren Glas riecht es sehr blumig, erinnerte mich an Jasmin.
Das ist ein perfekter Wein für mich, ungemein fein! Er gefiel auch meiner Frau sehr gut.
Wer ihn gesubst hat darf sich freuen.
Beste Grüsse
Hans-Rudolf
Re: Bordeaux 2023
Vielen Dank für deine Eindrücke vom Chateau Haut Bages Liberal, da scheint man in den letzten Jahren an den richtigen Reglern gedreht zu haben, die Bewertungen der letzten Jahre sind ja auch überwiegend sehr postiv.
Beachtet man dann noch das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis, dann ist das schon ein klarer Kaufbefehl.
Da mir der 22er sehr gut gefällt, werde ich beim 23er wohl auch noch schwach, bis Ende Januar gelten da noch die aktuellen Sub Preise.
PS: der aktuelle Subpreis beträgt noch 35€, für solch einen Wein wahrlich günstig, auch Herr Hilse spricht ja seine besondere Empfehlung für den Wein aus.
Gruß Heiko
Beachtet man dann noch das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis, dann ist das schon ein klarer Kaufbefehl.
Da mir der 22er sehr gut gefällt, werde ich beim 23er wohl auch noch schwach, bis Ende Januar gelten da noch die aktuellen Sub Preise.
PS: der aktuelle Subpreis beträgt noch 35€, für solch einen Wein wahrlich günstig, auch Herr Hilse spricht ja seine besondere Empfehlung für den Wein aus.
Gruß Heiko
Zuletzt geändert von Sauternes am Sa 27. Dez 2025, 20:35, insgesamt 1-mal geändert.
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pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2023
Danke, Hans-Rudolf, für deine VKN, die richtig Vorfreude macht auf den Wein, den ich quasi als Beifang mitgesubst habe. Bereits der 19er war nach der Arrivage fantastisch.
Gruß
Jean
- Jochen R.
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Re: Bordeaux 2023
Pavie Macquin 2023:
Wie auch beim kürzlich getrunkenen Leoville Barton ein recht transparentes Weinrot. In der Nase empfängt einen erstmal viel Tabak und nasses Leder; den Früchtekorb welchen ich eigentlich erwartet hatte gibt es nur ansatzweise – Zwetschgen auf jeden Fall, später auch Mon Cherie. Mit Luftzufuhr auch florale Noten und Minze im Hintergrund. Mit etwas Geduld entwickelt sich das phantastisch!
Mittelgewichtig, Kirschen, auch Zitrusfrüchte (Zitrone + Blutorange) und Cassis, später Zwetschgen, würzig/tabakig, Mocca, kräftige Tanninstruktur, Trinkfluss, mit der Zeit immer neue Facetten, langer Abgang.
Eine interessante Interpretation des Jahrgangs (für dieses Weingut) - blind wäre ich hier anfangs ganz sicher nicht auf einen St. Emilion gekommen, eher linkes Ufer. Mit der Zeit kann man die typische Merlotfrucht in der Nase aber schon erkennen.
Im hier und jetzt mal defensive 93-94+ P. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass sich das zu einem großer Wein entwickelt - zum Rostbraten und auch solo geht das aber auch jetzt schon mit großem Genuss.
Viele Grüße,
Jochen
Wie auch beim kürzlich getrunkenen Leoville Barton ein recht transparentes Weinrot. In der Nase empfängt einen erstmal viel Tabak und nasses Leder; den Früchtekorb welchen ich eigentlich erwartet hatte gibt es nur ansatzweise – Zwetschgen auf jeden Fall, später auch Mon Cherie. Mit Luftzufuhr auch florale Noten und Minze im Hintergrund. Mit etwas Geduld entwickelt sich das phantastisch!
Mittelgewichtig, Kirschen, auch Zitrusfrüchte (Zitrone + Blutorange) und Cassis, später Zwetschgen, würzig/tabakig, Mocca, kräftige Tanninstruktur, Trinkfluss, mit der Zeit immer neue Facetten, langer Abgang.
Eine interessante Interpretation des Jahrgangs (für dieses Weingut) - blind wäre ich hier anfangs ganz sicher nicht auf einen St. Emilion gekommen, eher linkes Ufer. Mit der Zeit kann man die typische Merlotfrucht in der Nase aber schon erkennen.
Im hier und jetzt mal defensive 93-94+ P. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass sich das zu einem großer Wein entwickelt - zum Rostbraten und auch solo geht das aber auch jetzt schon mit großem Genuss.
Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)