Wehlener Sonnenuhr Auslese Goldkapsel 2012 -19-13 (Joh.Jos.Prüm) 8,0%Vol. Helles Gold.
Es war keine gute Idee, den Wein jetzt aufzumachen. Denn der ist erkennbar noch viel zu jung. Im Moment dominiert eine Zuckerwatte-artige Süße. Andere Komponenten, die die Süße balancieren könnten, sind durchaus da, so eine schöne Säure, dann florale und traubige Töne, auch viel saubere Botrytis, alles intensiv, aber im Moment völlig unverbunden und nicht sehr harmonisch.
Ich habe keine Zweifel, dass das eines Tages eine großartige GK-Auslese wird. So etwa ab 2035, vermute ich, und wird danach vielleicht alle jetzt schon aktiven Weintrinker überleben.
Gruß
Ulli
Nachtrag: nachdem der Wein einen Tag in der noch zu einem guten Viertel gefüllten Flasche im Kühlschrank verbracht hat, ist die Süße etwas weniger penetrant, die Säure präsenter, und der Wein zeigt sich etwas harmonischer, aber die Komponenten stehen immer noch recht unverbunden nebeneinander. Es bleibt dabei: das ist einer für die fernere Zukunft.
J.J. Prüm
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Bernd Schulz
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amateur des vins
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Re: J.J. Prüm
Bernd, Deine Beschreibung paßt zu 95 Punkten.
Woher kommen die 86/100 - war das die Erstbewertung 2006?
Woher kommen die 86/100 - war das die Erstbewertung 2006?
Besten Gruß, Karsten
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Bernd Schulz
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Re: J.J. Prüm
Karsten, genau - bei den 86 Punkten handelte es sich um die Erstbewertung aus 2006. Ich mag nicht für jeden Wein, den ich noch einmal trinke, wieder eine neue VKN anlegen, da es ja oft (wie in diesem Fall auch!) interessant ist, die qualitative Entwicklung direkt zu sehen. Ich habe dann aber, wenn die Punkte weit auseinanderliegen, die Möglichkeit, entweder die Punkte im dafür vorgesehenen Feld zu korrigieren und die alte Punktzahl hinter der ersten VKN in Klammern zu schreiben oder aber die alten Punkte stehen zu lassen und die neue Bewertung hinter der neuen Beschreibung in Klammern zu setzen. Gestern habe ich mich aus welchen Gründen
auch immer für die zweite Alternative entschieden.
Herzliche Grüße
Bernd
Herzliche Grüße
Bernd
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amateur des vins
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Re: J.J. Prüm
Danke Dir!
Ich ignoriere Verkostungsnotizen.net weitgehend und kenne mich daher mit den Feinheiten nicht aus.
Von 86 auf 95 ist ja ein recht großer Sprung. Kommt das bei Dir öfter vor, und machst Du das eher am Wein oder an Dir selber fest?
Ich ignoriere Verkostungsnotizen.net weitgehend und kenne mich daher mit den Feinheiten nicht aus.
Von 86 auf 95 ist ja ein recht großer Sprung. Kommt das bei Dir öfter vor, und machst Du das eher am Wein oder an Dir selber fest?
Besten Gruß, Karsten
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Bernd Schulz
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Re: J.J. Prüm
Solche großen Sprünge kommen bei mir eher selten vor. In diesem Fall mache ich es zu einem kleinen Teil an mir selber fest, da ich mittlerweile etwas großzügiger bewerte als vor 20 Jahren. In der Hauptsache liegt es aber wohl am Wein, der mit der Reife eben doch massiv zugelegt hat. Die Prümschen Rieslinge sind für ihre extreme Langlebigkeit berühmt, und gerade bei restsüßen Weinen, die wirklich sehr lange lagerfähig sind (so viele, wie manche denken, sind das allerdings gar nicht) ist dann doch oft eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Der Zucker bindet sich besser ein, und die Primärfrucht wandelt sich zumindest teilweise in komplexere Aromen um (wobei auch nach etlichen Jahren immer noch genug Frucht vorhanden ist, wenn es richtig gut läuft).amateur des vins hat geschrieben: ↑Mo 23. Mär 2026, 20:56 Von 86 auf 95 ist ja ein recht großer Sprung. Kommt das bei Dir öfter vor, und machst Du das eher am Wein oder an Dir selber fest?
Herzliche Grüße
Bernd
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Bernd Schulz
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Re: J.J. Prüm
Aus der Angst heraus, den Wein am Ende doch zu überlagern, habe ich gerade meine letzte Flasche Auslese aus einem doch eher übel beleumdeten Jahrgang geöffnet:

Puh, diese grandiose Auslese hätte ich wohl für eines der nächsten Treffen mit Ralf aufheben sollen, statt sie alleine zu trinken! Nach (fast) 30 Jahren wirkt der Wein immer noch extrem animierend und macht insofern deutlich, welche Ausnahmestellung sein Erzeuger über lange Zeit innehatte. Das, was an der Mosel möglich und weltweit einzigartig ist, wurde hier in unnachahmlicher Art und Weise komplett auf den Punkt gebracht - insofern erscheint mir meine Bewertung im Nachhinein fast als zu niedrig....
Herzliche Grüße
Bernd

Puh, diese grandiose Auslese hätte ich wohl für eines der nächsten Treffen mit Ralf aufheben sollen, statt sie alleine zu trinken! Nach (fast) 30 Jahren wirkt der Wein immer noch extrem animierend und macht insofern deutlich, welche Ausnahmestellung sein Erzeuger über lange Zeit innehatte. Das, was an der Mosel möglich und weltweit einzigartig ist, wurde hier in unnachahmlicher Art und Weise komplett auf den Punkt gebracht - insofern erscheint mir meine Bewertung im Nachhinein fast als zu niedrig....
Herzliche Grüße
Bernd
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port_ellen
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Re: J.J. Prüm
die habe ich auch gerade im glas, ich hatte lust auf eine richtig gute junge auslese - und das ist sie auch:
sehr hell. intensive früchte, süße ananas, dicht und tief, man riecht fast die substanz.
der wein bringt das kunststück fertig, sehr fein, klar, duftig, grazil zu erscheinen, aber spannung, dichte und stoffigkeit aufzubauen, ohne dass säure oder die süße vorschmecken. dabei sehr lang mit andauerndem fruchtmix aus reifer ananas, nektarine, orangenduft.
da kann man gar nicht aufhören...
vermutlich auch in 30 jahren noch unwiderstehlich...
matthias
...and you may ask yourself - well...how did I get here ?

