
Burgund rot 2018
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Re: Burgund rot 2018
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
Erich
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Ostbelgier
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Re: Burgund rot 2018
Hallo zusammen,
am Wochenende habe ich anstelle des klassischen Tournedo Rossini einen Kalbsbraten Rossini gemacht. Ein perfekter Begleiter war Gerard Seguin: Fixin la Place 2018. Dezente Aufhellungen am Rand deuten auf eine erste Reife dieses Weines hin, der zur Hälfte unmittelbar neben dem uralten Kirchlein von Fixey wächst. Die Reben haben ein Alter von 40-50 Jahren. Deutlich Brombeeren am Gaumen, aber auch etwas Nelke und sehr deutlich Unterholz (sous-bois). Sehr feine, geschliffene Tannine, kräftiger Körper. Endet mit sehr schöner Länge. Jetzt und in den nächsten 2-3 Jahren.
Viele Grüße
Markus
am Wochenende habe ich anstelle des klassischen Tournedo Rossini einen Kalbsbraten Rossini gemacht. Ein perfekter Begleiter war Gerard Seguin: Fixin la Place 2018. Dezente Aufhellungen am Rand deuten auf eine erste Reife dieses Weines hin, der zur Hälfte unmittelbar neben dem uralten Kirchlein von Fixey wächst. Die Reben haben ein Alter von 40-50 Jahren. Deutlich Brombeeren am Gaumen, aber auch etwas Nelke und sehr deutlich Unterholz (sous-bois). Sehr feine, geschliffene Tannine, kräftiger Körper. Endet mit sehr schöner Länge. Jetzt und in den nächsten 2-3 Jahren.
Viele Grüße
Markus
Re: Burgund rot 2018
Nach Öffnen einer „besonderen“ Flasche in zusammengewürfelter Runde z.B. zu den Festtagen und vielleicht zu vielen Worten dazu folgen nicht selten die respektvoll-mitleidigen Gesichter von Leuten, die Gutes zu schätzen wissen, aber dazu keinen Wein zum Preis eines Abendessens benötigen - ein Imbiss kann genügen. Oft haben sie in diesem Moment recht, falls auch der Gastgeber den Unterschied nicht so richtig schmeckt und sich Gerede über Luft und Reife sparen kann.
Wie Bruno Clair, Morey-Saint-Denis „En la rue de Vergy“ 2018 in bunter Runde ankommen würde, weiß ich zwar nicht, er wäre aber ein gutes Versuchsexemplar, das es dem Gastgeber nicht leicht macht, ihn aber auch nicht in der Ecke stehen lässt. Denn nach dem so oft trügerischen Schnuppern, das hier nicht zählt, wirkt der Wein vor allem geheimnisvoll - wie das Eintreten ins Walddickicht, wo es hier und da schimmert und tschirpt und vielleicht märchenhafte Erlebnisse bevorstehen. Schwer zu sagen, wie dieser Eindruck geweckt wird. Eigentlich scheinen bloß durchschnittliche Zutaten auf niveauvolle Weise präsentiert. Dunkle Beerenfrucht, Pflaume, Rauch, milde Citrusanklänge und ansatzweise harsche, wohl Tanninanklänge, die an gelutschte Zweiglein denken lassen. Da ist nichts richtig Außergewöhnliches oder Tiefenkomplexes und trotzdem fasziniert der Wein wie es ein durchschnittlich guter Tropfen nicht schafft. Würde er am Tisch trotzdem mit einem solchen auf eine Ebene gestellt, weil das Atemberaubende fehlt, hätte ich klare Gegenargumente: Es scheint mir weder die Intensität der Aromen noch ihr durchaus abwechslungsreiches Spiel, was den Wein außerordentlich macht, sondern seine enorme Feinheit. Als ob sich Phänomene und Muster bilden und, ehe sie richtig erfasst wurden, auf andere aufmerksam machen, dann wiederkehren.
Die Aromen sind deutlich und gespenstisch zugleich und ihr Changieren um Sein und Nichts ist in jedem Momant spannernd.
Geschmacklich schwer zu „begreifen“, da alles so „normal“ erscheint, das Besondere aber deutlich an der eigenen Reaktion ablesbar.
Gruß, Kle
Wie Bruno Clair, Morey-Saint-Denis „En la rue de Vergy“ 2018 in bunter Runde ankommen würde, weiß ich zwar nicht, er wäre aber ein gutes Versuchsexemplar, das es dem Gastgeber nicht leicht macht, ihn aber auch nicht in der Ecke stehen lässt. Denn nach dem so oft trügerischen Schnuppern, das hier nicht zählt, wirkt der Wein vor allem geheimnisvoll - wie das Eintreten ins Walddickicht, wo es hier und da schimmert und tschirpt und vielleicht märchenhafte Erlebnisse bevorstehen. Schwer zu sagen, wie dieser Eindruck geweckt wird. Eigentlich scheinen bloß durchschnittliche Zutaten auf niveauvolle Weise präsentiert. Dunkle Beerenfrucht, Pflaume, Rauch, milde Citrusanklänge und ansatzweise harsche, wohl Tanninanklänge, die an gelutschte Zweiglein denken lassen. Da ist nichts richtig Außergewöhnliches oder Tiefenkomplexes und trotzdem fasziniert der Wein wie es ein durchschnittlich guter Tropfen nicht schafft. Würde er am Tisch trotzdem mit einem solchen auf eine Ebene gestellt, weil das Atemberaubende fehlt, hätte ich klare Gegenargumente: Es scheint mir weder die Intensität der Aromen noch ihr durchaus abwechslungsreiches Spiel, was den Wein außerordentlich macht, sondern seine enorme Feinheit. Als ob sich Phänomene und Muster bilden und, ehe sie richtig erfasst wurden, auf andere aufmerksam machen, dann wiederkehren.
Die Aromen sind deutlich und gespenstisch zugleich und ihr Changieren um Sein und Nichts ist in jedem Momant spannernd.
Geschmacklich schwer zu „begreifen“, da alles so „normal“ erscheint, das Besondere aber deutlich an der eigenen Reaktion ablesbar.
Gruß, Kle