Der Belgrave 2019 aus der Demi steht dem Du Tertre in nichts nach, jetzt halt nicht mehr ganz so sexy fruchtig.
Tief dunkel. Gleich nach dem Öffnen voll da. Cassis, Kirsch(joghurt), Bittermandeln, Eucalyptus, Kräuter, Milchkaffee. Mit Luftzufuhr fett Tabak und Bleistiftabried. Komplex, mittelkräftig bis intensiv.
Mittelgewichtig, hier eher in Richtung knackige Brombeere und Creme de Cassis, mit Luftzufuhr wird´s würzig/tabakig, kräftige Tanninstruktur, langer Abgang. 92+ P.
Ich hoffe es ist mir vergönnt in 10/15/... Jahren davon auch noch zu probieren zu können, denn für mich geht dieser 2019er stark in Richtung des für meinen Geschmack grandiosen 2000ers.
Viele Grüße,
Jochen
Bordeaux 2019
- Jochen R.
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Re: Bordeaux 2019
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Re: Bordeaux 2019
...mal die Kiste angebrochen:
Meyney 2019
Reife, aber kühle Frucht (blaue Beeren). Nicht fett, nicht karg - gerade richtig. Zum Abgang hin deutliche (aber akzeptable) Bitternote. Etwas rustikal, wie es gut zu Saint-Estèphe paßt. Sehr typisch, weit weg von Marmelade, trotzdem reif.
Gefällt mir (gerade für's eher schlanke Geld) ziemlich gut!
...aber erstmal verbuddeln.
(über 3 Tage stabil)
Meyney 2019
Reife, aber kühle Frucht (blaue Beeren). Nicht fett, nicht karg - gerade richtig. Zum Abgang hin deutliche (aber akzeptable) Bitternote. Etwas rustikal, wie es gut zu Saint-Estèphe paßt. Sehr typisch, weit weg von Marmelade, trotzdem reif.
Gefällt mir (gerade für's eher schlanke Geld) ziemlich gut!
...aber erstmal verbuddeln.
(über 3 Tage stabil)
Besten Gruß, Karsten
Re: Bordeaux 2019
Chateau Haut-Bailly
Zur Feier des 6. Geburtstages der Tochter eines guten Freundes gab es auch für die Erwachsenen etwas Besonderes. Nach anfänglicher überschwänglichkeit eine solche Flasche zu köpfen hatte ich ihn fast so weit es doch sein zu lassen und auf den 10. Geburtstag zu warten.
Ihr wisst, was jetzt kommt… Zum Glück hat er nicht auf mich gehört, im Nachhinein waren wir beide mehr als froh darüber.
Die Farbe lag eher auf der helleren Seite. In der Nase kam mir etwas entgegen, das ich kaum in Worte fassen kann: alles auf einmal – Frucht, Holz, florale Noten, schlicht traumhaft.
Am Gaumen dann unglaublich elegant, nichts Schweres oder Wuchtiges, dafür enorm frisch und mit beeindruckender Länge, der Abgang schien kaum enden zu wollen. Wenn man überhaupt etwas bemängeln möchte, dann vielleicht, dass er am Gaumen nicht ganz so aufregend ist wie in der Nase, wobei es schwer ist, diese Nase noch zu übertreffen.
Keine Ahnung, ob er gerade in einer offenen Phase ist oder vielleicht noch gar nicht verschlossen war, aber jetzt macht er definitiv richtig viel Spass. Wenn ich an den 1989er denke, den ich kürzlich probieren durfte, mit diesem ausgeprägten Kaffeearoma, dann gefällt mir dieser Wein (sehr) jung besser als (sehr) alt. 95-96
Zur Feier des 6. Geburtstages der Tochter eines guten Freundes gab es auch für die Erwachsenen etwas Besonderes. Nach anfänglicher überschwänglichkeit eine solche Flasche zu köpfen hatte ich ihn fast so weit es doch sein zu lassen und auf den 10. Geburtstag zu warten.
Ihr wisst, was jetzt kommt… Zum Glück hat er nicht auf mich gehört, im Nachhinein waren wir beide mehr als froh darüber.
Die Farbe lag eher auf der helleren Seite. In der Nase kam mir etwas entgegen, das ich kaum in Worte fassen kann: alles auf einmal – Frucht, Holz, florale Noten, schlicht traumhaft.
Am Gaumen dann unglaublich elegant, nichts Schweres oder Wuchtiges, dafür enorm frisch und mit beeindruckender Länge, der Abgang schien kaum enden zu wollen. Wenn man überhaupt etwas bemängeln möchte, dann vielleicht, dass er am Gaumen nicht ganz so aufregend ist wie in der Nase, wobei es schwer ist, diese Nase noch zu übertreffen.
Keine Ahnung, ob er gerade in einer offenen Phase ist oder vielleicht noch gar nicht verschlossen war, aber jetzt macht er definitiv richtig viel Spass. Wenn ich an den 1989er denke, den ich kürzlich probieren durfte, mit diesem ausgeprägten Kaffeearoma, dann gefällt mir dieser Wein (sehr) jung besser als (sehr) alt. 95-96
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jojojo_berlin
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Re: Bordeaux 2019
Hi in's Forum,
ich hab mal eine allgemeine Frage zum 2019er Jahrgang. Vor ein paar Monaten gab es hier im Forum eine Diskussion zu Thema Verschlussphase bei dem Jahrgang. Es kam die Frage auf, ob die 2019er überhaupt in eine Verschlussphase gehen. Wie hat sich der Jahrgang eurer Erfahrung nach entwickelt? Hab einige 2019er im Keller (u.a. Smith Haute Lafitte, Chevalier, aber auch günstigere wie Clos Saint Julien, Clos Manou, Mangot, Lanessan), aber noch keine davon geöffnet. Hat sich die Vermutung bestätigt?
ich hab mal eine allgemeine Frage zum 2019er Jahrgang. Vor ein paar Monaten gab es hier im Forum eine Diskussion zu Thema Verschlussphase bei dem Jahrgang. Es kam die Frage auf, ob die 2019er überhaupt in eine Verschlussphase gehen. Wie hat sich der Jahrgang eurer Erfahrung nach entwickelt? Hab einige 2019er im Keller (u.a. Smith Haute Lafitte, Chevalier, aber auch günstigere wie Clos Saint Julien, Clos Manou, Mangot, Lanessan), aber noch keine davon geöffnet. Hat sich die Vermutung bestätigt?
- Jochen R.
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Re: Bordeaux 2019
Zur allgemeinen Frage: Seite 165ff in diesem Strang findest du mehr als 10 Wasserstandsmeldungen zum Jahrgang, verfasst zwischen Jan. und Nov. 2025.jojojo_berlin hat geschrieben: ↑So 21. Dez 2025, 12:15 Hi in's Forum,
ich hab mal eine allgemeine Frage zum 2019er Jahrgang. Vor ein paar Monaten gab es hier im Forum eine Diskussion zu Thema Verschlussphase bei dem Jahrgang. Es kam die Frage auf, ob die 2019er überhaupt in eine Verschlussphase gehen. Wie hat sich der Jahrgang eurer Erfahrung nach entwickelt? Hab einige 2019er im Keller (u.a. Smith Haute Lafitte, Chevalier, aber auch günstigere wie Clos Saint Julien, Clos Manou, Mangot, Lanessan), aber noch keine davon geöffnet. Hat sich die Vermutung bestätigt?
Aus deiner Liste hatte ich Lanessan das letzte Mal vor gut einem Jahr im Glas. Ein toller Wein, schade hier die Fruchtphase zu verpassen. Mangot (vor 1,5 Jahren) ein leckeres Fruchtbömbchen, aber so richtig anfreunden werde ich mich mit dem Stil wohl eher nicht.
Viele Grüße,
Jochen
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- vanvelsen
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Re: Bordeaux 2019
Auf meinen Bordeaux-Reisen habe ich oft die Chance, 2019er zu probieren und was mir bisher ins Glas kam, war jedes Mal erfreulich zugänglich. Ich denke nicht, dass 2019 sich in der Breite verschliessen wird - der Jahrgang ist "reif" und verfügt über eine fast schon "toskanische Tanninstruktur", welche die Weine ungemein charmant macht. Wenn du mit jungen, fruchtbetonten Weinen keine Probleme hast, würde ich nicht zögern, den einen oder anderen 2019er zu öffnen.jojojo_berlin hat geschrieben: ↑So 21. Dez 2025, 12:15 Hi in's Forum,
ich hab mal eine allgemeine Frage zum 2019er Jahrgang. Vor ein paar Monaten gab es hier im Forum eine Diskussion zu Thema Verschlussphase bei dem Jahrgang. Es kam die Frage auf, ob die 2019er überhaupt in eine Verschlussphase gehen. Wie hat sich der Jahrgang eurer Erfahrung nach entwickelt? Hab einige 2019er im Keller (u.a. Smith Haute Lafitte, Chevalier, aber auch günstigere wie Clos Saint Julien, Clos Manou, Mangot, Lanessan), aber noch keine davon geöffnet. Hat sich die Vermutung bestätigt?
Gruss,
Adrian
Re: Bordeaux 2019
hatte bei Smith Haut Lafitte einen ähnlichen Eindruck. Von der verführerischen Geruchsexplosion nach dem Öffnen wollte ich mich nicht täuschen lassen, im Mund aber zuerst, als sei der Wein turbo-gereift. Eine Anmutung wie geschmolzene Butter - wirklich, die Assoziation lag am nächsten. Dann auch, dass mehr Schmiegsamkeit mit Tiefenstruktur kaum möglich sei. Schließlich zeigen sich unterm dicken Polster aber doch eine Menge beruhigend kratzig tanninige Noten und Früchte, die sich noch mehr entfalten könnten. Ein seltsam geteiltes Erlebnis mit dem Wein.vanvelsen hat geschrieben: ↑Mi 24. Dez 2025, 13:49 Auf meinen Bordeaux-Reisen habe ich oft die Chance, 2019er zu probieren und was mir bisher ins Glas kam, war jedes Mal erfreulich zugänglich. Ich denke nicht, dass 2019 sich in der Breite verschliessen wird - der Jahrgang ist "reif" und verfügt über eine fast schon "toskanische Tanninstruktur", welche die Weine ungemein charmant macht. Wenn du mit jungen, fruchtbetonten Weinen keine Probleme hast, würde ich nicht zögern, den einen oder anderen 2019er zu öffnen.
Gruss,
Adrian
Gruß, Kle
Re: Bordeaux 2019
Kann mich Adrian´s Einschätzung nur anschließen, sah und sehe bei den 2019ern kaum Verschluss, ggf. waren sie ganz am Anfang/ arrivage noch etwas primär - offener, aber auch auf Basis einer vor 3 Wochen erfolgten Verkostung (siehe auch Brunello, und Bord.03) 2 wunderbare 19er Erlebnisse:vanvelsen hat geschrieben: ↑Mi 24. Dez 2025, 13:49
Auf meinen Bordeaux-Reisen habe ich oft die Chance, 2019er zu probieren und was mir bisher ins Glas kam, war jedes Mal erfreulich zugänglich. Ich denke nicht, dass 2019 sich in der Breite verschliessen wird - der Jahrgang ist "reif" und verfügt über eine fast schon "toskanische Tanninstruktur", welche die Weine ungemein charmant macht. Wenn du mit jungen, fruchtbetonten Weinen keine Probleme hast, würde ich nicht zögern, den einen oder anderen 2019er zu öffnen.
Gruss,
Adrian
Montrose, bereits die 4. Flasche über die Jahre, und wieder ein Genuss sondergleichen, Kraft - Länge - Aromatik und ein durchaus angenehmes Tanninkorsett bringen sämtliche vorhandene Geschmackspupillen zum Singen.
Wenn hier wirklich der 20er (mit seiner klassischeren Struktur) und auch 22 (mit noch mehr von Allem) noch darübergehen (sollen?) - dann lande ich mit weiterer Reife auch mal bei 100+ für diese genialen Weine.
Einfach großartig. Montrose für mich meine #1 am Linken, wenn ich ein Weingut wählen müsste - dieses wärs (die Premiers sind außerhalb meines Rahmens, daher ohne Berücksichtigung an der Stelle).
Selbiges gilt für den danach verkosteten Canon aus 2019 für Rechts. Auch sehr offen und trinkig, ganz große Länge - kräftige rote Früchte und natürlich noch sehr primär auftretend, auch etwas Vanille (und andere Gewürze) umrahmen den eindrucksvollen Wein. Beser - schlechter als der Montrose ? Weder noch, einfach anders - beides großartig und für mich ohne Sieger;
LG
Manfred
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Re: Bordeaux 2019
La Lagune 2019 fand ich damals beim recht frühen Erstkontakt nicht so dolle: die Testflasche war halt, wie sich war, leider, denn ich hatte daraufhin nur defensiv nachgekauft. Die 2. (9 Monate später) bzw. 3. Flasche (2 Jahre später) hatte die Verhältnisse (für mich) aber zurechtgerückt und ein bisschen liegt ja erfreulicherweise für später im Keller.
Heute trinke ich den Moulin du Ch. La Lagune 2019 und das ist für einen Zweitwein echt bockstark ...
Kräutrig/würzig/tabakig, Bittermandeln, Heidelbeeren, anfangs eine laktische Note. Später Minze.
Mittlerer Körper, extrem würzig, leicht rustikal (und deshalb bestimmt nicht Jedermann´s Sache!), nasses Leder, Brombeeren, frische Säure, klassisch, mittellanger Abgang.
Toller Wein, locker 90 P. und übrigens keine "Eintagsfliege": eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit dem 2017er Moulin.
Viele Grüße,
Jochen
Heute trinke ich den Moulin du Ch. La Lagune 2019 und das ist für einen Zweitwein echt bockstark ...
Kräutrig/würzig/tabakig, Bittermandeln, Heidelbeeren, anfangs eine laktische Note. Später Minze.
Mittlerer Körper, extrem würzig, leicht rustikal (und deshalb bestimmt nicht Jedermann´s Sache!), nasses Leder, Brombeeren, frische Säure, klassisch, mittellanger Abgang.
Toller Wein, locker 90 P. und übrigens keine "Eintagsfliege": eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit dem 2017er Moulin.
Viele Grüße,
Jochen
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Re: Bordeaux 2019
Le C des Carmes, 2019, Les Carmes de Haut-Brion
65% CS, 34% M und 1% PV
Dunkle, aber nicht allzu kräftige Farbe.
Direkt nach dem Öffnen noch etwas verhalten, legt dann aber mit etwas Luft los. Feine Noten von Gewürzen (Pfeffer, vielleicht Muskat), etwas Tomatenrispen und reife Kirschen, später auch Cassis. Noch etwas später wieder leichte Noten nach Holz (also richtiges Holz) und Marzipan und Vanille (Marzipan hat mir meine Partnerin unabhängig bestätigt).
Am Gaumen sofort sehr elegant, mit einer kühlen Stilistik, eher leichtgewichtig (mit nur 13%). Geschmack nach Zwetschgen und Cassis, am ehesten in einer Geléeform, nicht Marmelade. Frisch dank etwas Säure, die Tannine vorerst nur ganz fein spürbar, später etwas griffiger, aber sehr angenehm.
Langer, fruchtig-herber Abgang, recht persistent am Gaumen.
Am zweiten Abend ein ähnliches Bild, vielleicht in der Nase noch Fleischnoten.
Insgesamt sehr trinkfreudig. Ich finde komplex, sehr elegant und doch einfach zu trinken (im positiven Sinn gemeint). 19/20 Punkten.
Bis jetzt macht mir 2019 viel Freude
65% CS, 34% M und 1% PV
Dunkle, aber nicht allzu kräftige Farbe.
Direkt nach dem Öffnen noch etwas verhalten, legt dann aber mit etwas Luft los. Feine Noten von Gewürzen (Pfeffer, vielleicht Muskat), etwas Tomatenrispen und reife Kirschen, später auch Cassis. Noch etwas später wieder leichte Noten nach Holz (also richtiges Holz) und Marzipan und Vanille (Marzipan hat mir meine Partnerin unabhängig bestätigt).
Am Gaumen sofort sehr elegant, mit einer kühlen Stilistik, eher leichtgewichtig (mit nur 13%). Geschmack nach Zwetschgen und Cassis, am ehesten in einer Geléeform, nicht Marmelade. Frisch dank etwas Säure, die Tannine vorerst nur ganz fein spürbar, später etwas griffiger, aber sehr angenehm.
Langer, fruchtig-herber Abgang, recht persistent am Gaumen.
Am zweiten Abend ein ähnliches Bild, vielleicht in der Nase noch Fleischnoten.
Insgesamt sehr trinkfreudig. Ich finde komplex, sehr elegant und doch einfach zu trinken (im positiven Sinn gemeint). 19/20 Punkten.
Bis jetzt macht mir 2019 viel Freude
Gruss, Sascha
„Riesling geht immer“!
„Riesling geht immer“!