Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Wo auf der Welt gibt es ein vergleichbares Weinanbaugebiet mit so vielen Weinen oberhalb von 100€? Die Rhone nicht, im Napa Valley schaffen das nur eine Handvoll Erzeuger und auch Supertoscaner gibt es nur wenige mit 100€ plus.
Was die reine Anzahl an Weinen betrifft, vielleicht noch das Burgund, wo bei den 2009ern sehr viele grand crus die 100-Euro-Marke locker überspringen werden. Nur: von denen gibt es jeweils ein paar Hundert oder vielleicht ein paar Tausend Flaschen und nicht sechsstellige Flaschenzahlen wie bei den meisten bordelaiser GCCs. Insofern haben wir hier wirklich eine einmalige Situation.
innauen hat geschrieben: Aber wer will Palmer, Cos, Ducru B, Pape Clement, die Leovilles oder die Pichons haben?
Och, würde ich schon gerne, am besten in 12 OHKs und noch ein paar Großformate dazu. Aber zu den Preisen von vor zehn Jahren
der Markt in Burgund für derart teure Weine ist kleiner, der Markt ist stark fragmentiert und die Preise ex Domaine sind oft gar nicht so hoch. Händler können in diesem unübersichtlichen Markt, wo auch nicht jeder Erzeuger auf die Preise seines Nachbarn schaut, noch bessere Margen erzielen.
BDX bietet im Preissegment zwischen 10-20€ m.E. nicht nur immer noch, sondern 2010/2009 erst Recht das beste PLV der Welt. Gestern erst Clos du Jaugueyron 2006 im Glas gehabt. Irrer Stoff für 13,50 Euro. Wo gibt es so lagerfähige Weine zu solchen Tarifen?
Die meisten Weinanbaugebiete besitzen ein mittleres Preisgefüge von 10-15 / ein gehobenes Preisgefüge von 15-25 und ein Topsegment mit 25 Euro plus. Das kosten in Deutschland die günstigsten großen Gewächse, das kosten die Pannobiles, die Barolo gehen ab 30 Euro los, die Brunelli ab 25,die Ch9dP ebenfalls. Interessant ist, dass die Preisstange meist bei 50-60 Euro endet. Das wird singulär durchbrochen und man kann Weine oberhalb von 100 Euro etablieren, das sind aber die Ausnahmen wie die LaLa von Guigal, einige Supertoscaner, wenige Spezialcuvees bei des Ch9dP, einen G-Max und einige edelsüße Spitzen. Vielleicht mit Ausnahme der Supertoscaner (die auch mal teurer lanciert wurden) und den Napa Weinen (für die ähnliches gilt und die gemessen an der Kaufkraft auch nicht mehr so teuer wie früher sind) sind das alles Auflagen in Bonsaigröße.
In Bordeaux gibt es derzeit keinen Supersecond mehr, der noch unter 100 Euro lanciert wird (LeoBarton ist definitv kein Supersecond). Und wir sprechen da über Mengen, die bei oberhalb von 100.000 Flaschen pro Weingut losgehen. Dazu kommen noch die in der Masse auch nicht geringen Flaschenzahlen der Garagenweine und der Edelgewächse vom rechten Ufer (was wird Figeac dieses Jahr kosten?). Es braucht einen Markt, der diese Mengen aufnimmt. Und für einen Nego ist es nicht einfach, all diese Mengen erst auf- und dann möglicherweise nicht mehr abkaufen zu können. Einzelne Weine werden immer auf Grund ihrer Bewertung laufen, aber wer braucht eine nur mäßig bewerte Pichon Comtesse für 200 Euro ? Wenn ich mir als Händler oder Nego, diese Eier ins Nest lege, unterwerfe ich mich einer gigantischen Kapitalbindung. Dann ist man zum Verkaufen verdammt. Und wenn ich nicht verkaufen kann, dann.... Die Mischung aus Menge, den Zwang zum Erhalt der Allokationen zu kaufen und dem hohen Preis der Weine ist gefährlich, wenn die Kampagne nicht läuft.
Und um einen Ausblick zu wagen: die nächste Kampagne nach so einer Hängepartie wird erfahrungsgemäß ziemlich schwierig. So lief 1998/1999 nach dem Preisanstieg von 1995-1997 als Kampagne recht schleppend, 2007/2008 war für viele Händler nach der als zu teuer empfundenen 2006er Kampagne sehr problematisch.
Grüße,
wolf
P.S. Der Zweitwein von Lynch Bages kommt mit 15 % Aufschlag. D.h. Lynch Bages wird zwischen 15-25 % teurer werden.
„Es war viel mehr.“
Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
Naja.
In Kalifornien und Washington gibt es auch schon reichlich Weine für 100 € +, oder auch um die 1000 €. Vielleicht nicht die ganz großen Spitzen wie Lafite, aber das dürfte sich zahlenmäßig nicht viel tun. Wieviel werden denn in BX die 100 € Grenze knacken?
Das sind ja auch nicht hunderte von Weinen.
innauen hat geschrieben:
Und wir sprechen da über Mengen, die bei oberhalb von 100.000 Flaschen pro Weingut losgehen. Dazu kommen noch die in der Masse auch nicht geringen Flaschenzahlen der Garagenweine und der Edelgewächse vom rechten Ufer (was wird Figeac dieses Jahr kosten?). Es braucht einen Markt, der diese Mengen aufnimmt. Und für einen Nego ist es nicht einfach, all diese Mengen erst auf- und dann möglicherweise nicht mehr abkaufen zu können.[...] Wenn ich mir als Händler oder Nego, diese Eier ins Nest lege, unterwerfe ich mich einer gigantischen Kapitalbindung. Dann ist man zum Verkaufen verdammt. Und wenn ich nicht verkaufen kann, dann.... Die Mischung aus Menge, den Zwang zum Erhalt der Allokationen zu kaufen und dem hohen Preis der Weine ist gefährlich, wenn die Kampagne nicht läuft.
Das ist leider alles wahr und irgendwie beängstigend vor dem Hintergrund, dass die 2009er noch nicht sicher im Keller schlummern.
P.S. es gibt jetzt auch Ch. Giscours für ca. 60 Euro EVP. Ich hab irgendwas von +45% auf den ex neg. Preis von 2009 gelesen , das scheint aber nicht zu stimmen (sind wohl eher +20%).
JR schreibt übrigens zur Preiserhöhung von Pontet Canet. "Dio mio - crazeee. Those horses can't be that expensive to feed?"
Zuletzt geändert von octopussy am Mi 8. Jun 2011, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.
octopussy hat geschrieben:P.S. es gibt jetzt auch Ch. Giscours für ca. 60 Euro EVP. Ich hab irgendwas von +45% auf den ex neg. Preis von 2009 gelesen .
Ach ja, was hab ich den früher (als alles besser war ) immer mal wieder gern für etwas über dreißig Euro gekauft - und den Grand Puy Lacoste auch...
ich glaube, die Händler wären auch glücklicher, wenn die Preise nicht noch so deutlich angestiegen wären - auch wenn sie die Weine ggf. außerhalb von Dtl. verkaufen können. So verliert man bestimmt etliche "kleine" Kunden, aber auch diese sind in der Masse relevant.
Mir konnte man bisher jedenfalls nicht erklären, warum ich die Grand Crus dieses Jahr zu den deutlich höheren Preisen unbedingt kaufen sollte... Qualität = top, ok, aber 15-40% besser als 2009 sind die Weine bestimmt nicht...
Gruß!
P.S. wenn ich dieses Jahr einen GC kaufen wollte (absolutes Maximum: 100€/Fl), welcher wäre das?
Welches Château ist 2010 idealerweise besser als in Vorjahren, so dass der Aufpreis (halbwegs) gerechtfertig ist und bietet noch ein gutes PGV und bestenfalls "ewige" Lagerbarkeit?
Was ist euer Top-Tipp?
Hallo zusammen,
es ist sehr interessant die letzten 12-13 Seiten dieses Threads mitzulesen.
Mich würde interessieren, ob die Weinhändler hierzulande auch zu diesen Ex-Nego-Preisen kein Problem darin sehen, die Weine verkaufen zu können?
Interessant würde ich es finden, ob es schon Distributionskanäle einzelner Weinhändler aus A, CH, D, NL oder B gibt, die auch nach China, Russland, Brazil, India liefern?
Um die von den Negociants abgenommenen Weine wenigstens dort verkaufen zu können.
Wie sieht es aus, kann hierauf jemand auf fundierte Erfahrungswerte zurückgreifen und diese Frage beantworten?
Grüsse
Armin
Grüße Armin
Sie fragen mich nach den besten Wein, den ich getrunken habe? Der ist wahrscheinlich im nächsten Glas ...
Mr. I hat geschrieben:
P.S. wenn ich dieses Jahr einen GC kaufen wollte (absolutes Maximum: 100€/Fl), welcher wäre das?
Welches Château ist 2010 idealerweise besser als in Vorjahren, so dass der Aufpreis (halbwegs) gerechtfertig ist und bietet noch ein gutes PGV und bestenfalls "ewige" Lagerbarkeit?
Was ist euer Top-Tipp?
Hallo Benjamin,
nach gegenwärtigem Stand Calon-Ségur (Durchschnittsnote bei Leguern 95). Übrigens: Die Zuteilung in der 1. Tranche wurde massivst gekürzt, also nicht allzu lange warten .
Grüße
Hartmut
P.S. Ein weitere Kandidat: Gruaud Larose, Bewertung Leguern 94. Der doppelt so teure Pontet Canet liegt übrigens bei 96 P.
Mr. I hat geschrieben:
P.S. wenn ich dieses Jahr einen GC kaufen wollte (absolutes Maximum: 100€/Fl), welcher wäre das?
Welches Château ist 2010 idealerweise besser als in Vorjahren, so dass der Aufpreis (halbwegs) gerechtfertig ist und bietet noch ein gutes PGV und bestenfalls "ewige" Lagerbarkeit?
Was ist euer Top-Tipp?
Hallo Benjamin,
nach gegenwärtigem Stand Calon-Ségur (Durchschnittsnote bei Leguern 95). Übrigens: Die Zuteilung in der 1. Tranche wurde massivst gekürzt, also nicht allzu lange warten .
Grüße
Hartmut
P.S. Ein weitere Kandidat: Gruaud Larose, Bewertung Leguern 94. Der doppelt so teure Pontet Canet liegt übrigens bei 96 P.
Danke für deine Einschätzung!
Diese beiden Weine hatte ich bereits 2009 subskribiert. Lohnt der Aufpreis? Muss man beide Jahrgänge haben? Oder besser "breit aufstellen"?