BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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innauen
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von innauen »

La Louviere kam auch noch. Hier die Gesamtübersicht (wie stets, wenn nicht angegeben ex nego)

2010 Chateau de Fieuzal Rouge @ 25.20 Euro
2010 Chateau de Fieuzal Blanc @ 31.20 Euro
2010 Chateau Destieux @ 26.20 Euro
2010 Chateau La Cabanne @ 19.70 Euro
2010 Chateau Haut Maillet @ 13.90 Euro
2010 Chateau Plincette @ 11.90 Euro
2010 Chateau Andron Blanquet @ 9.60 Euro
2010 Chateau Quinault L'Enclos @ 19.20 Euro
2010 Chateau Haut Bages Liberal @ 27.50 Euro
2010 Chateau La Tour du Pin @ 25.20 Euro
2010 Chateau Gruaud Larose @ 45.00 Euro
2010 Chateau Montlabert @ 10.60 Euro
2010 Chateau Haut Batailley @ 27.50 Euro
2010 Chateau Latour Martillac Rouge @ 19.00 Euro
2010 Chateau Latour Martillac Blanc @ 19.00 Euro
2010 Chateau La Louviere Rouge @ 16.80 Euro
2010 Chateau La Louviere Blanc @ 16.80 Euro


Ein ziemliches Gedränge, das ich nicht so ganz verstehe. Haut Batailley wäre zwei Wochen früher noch breit diskutiert worden, jetzt versendet sich so ein preis. 17 Prozent für diesen Wein machen übrigens auch klar, wo Grand Puy Lacoste aus dem gleichen Haus mindestens landen muss.

Noch ein generelles Wort zu den Preisen. Ich akzeptiere ja, dass 2010 der Zwillingsbruder von 2009 ist. Warum ist er dann aber nicht zumindest "nur" genauso teuer?

Grüsse,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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octopussy
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von octopussy »

UlliB hat geschrieben:
octopussy hat geschrieben: zum Thema Gruaud Larose: dieser Wein ist ein gutes Beispiel, wie genau man die Notizen der Weinjournalisten lesen muss und wieviel Aussagekraft diese haben. Robert Parker schreibt über den 2010er: "This gets my nod as the finest Gruaud Larose since the 2000 and 1990.". Über den 2009er schrieb er letztes Jahr: "This is the finest Gruaud Larose since the 1990.". Was denn nun :?? Ist im Jahre 2011 der 2009er schon nicht mehr "the finest since 1990" :? :twisted:?
Wenn Parker den 2010 besser als den 2009er sieht, gibt's keinen logischen Widerspruch zwischen den beiden Aussagen.
Ich wollte gerade protestieren, aber es stimmt, was du sagst. Irreführend finde ich es trotzdem ein bisschen. Aber "the finest since the 2009" klingt im Jahre 2011 natürlich nicht so beeindruckend wie "the finest since the 2000 and 1990".
Beste Grüße, Stephan
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UlliB
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von UlliB »

innauen hat geschrieben: Noch ein generelles Wort zu den Preisen. Ich akzeptiere ja, dass 2010 der Zwillingsbruder von 2009 ist. Warum ist er dann aber nicht zumindest "nur" genauso teuer?
Hallo Wolf,

och, da fallen mir eine ganze Reihe von möglichen Gründen ein. Um nur mal drei zu nennen:

- der rückwärtsgewandte Grund: man sitzt noch auf einer ganzen Menge 09er und möchte die ein wenig pushen. Gleiche Qualität wie 2010, aber früher trinkreif und dann auch noch 15% / 20% / 25% billiger. Ich weiß, das ist blöd gestrickt... könnte aber dennoch funktionieren. Kunden tendieren nun mal dazu, doof zu sein.
- der vorwärtsgewandte Grund: das mit dem 2009er erreichte Niveau muss zementiert werden. Da auch mal wieder ein schwächeres Jahr kommen könnte, muss man vielleicht irgendwann ein wenig mit den Preisen runter. Aber bitte nicht mehr unter das 09er Niveau.
- der simple Grund: man glaubt, dass aus dem Markt noch mehr rauszuholen ist als in 2009. Also versucht man, noch mehr rauszuholen.

Da ich kein großer Anhänger von Verschwörungstheorien bin, kannst Du mal raten, welche Variante ich für die wahrscheinlichste halte... 8-)

Gruß
Ulli
kristof
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von kristof »

Alle drei. Gut gemischt. :evil:
Viele Grüße,

Christoph
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Desmirail
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Desmirail »

octopussy hat geschrieben:Hallo zusammen,

zum Thema Gruaud Larose: dieser Wein ist ein gutes Beispiel, wie genau man die Notizen der Weinjournalisten lesen muss und wieviel Aussagekraft diese haben. Robert Parker schreibt über den 2010er: "This gets my nod as the finest Gruaud Larose since the 2000 and 1990.". Über den 2009er schrieb er letztes Jahr: "This is the finest Gruaud Larose since the 1990.". Was denn nun :?? Ist im Jahre 2011 der 2009er schon nicht mehr "the finest since 1990" :? :twisted:?

Jaja, der Rob, immer getrieben von seinen inneren Antreibern :lol:
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innauen
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von innauen »

Hallo,

@Matthias. Es geht höher als 25 Prozent, wie Du siehst.

@all. Pontet Canet kommt mit 39% Aufschlag ex nego. Macht einen EVP von 135-140€. Krass, krass, krass. Aber wieder auch so krass, dass ich nicht nachdenken muss, davon auch nur eine Flasche zu kaufen. Insofern Danke!

Grüsse,

Wolf
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UlliB
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von UlliB »

innauen hat geschrieben:Hallo,
@all. Pontet Canet kommt mit 39% Aufschlag ex nego. Macht einen EVP von 135-140€. Krass, krass, krass. Aber wieder auch so krass, dass ich nicht nachdenken muss, davon auch nur eine Flasche zu kaufen. Insofern Danke!
Das wundert mich jetzt allerdings überhaupt nicht. Der Wein hat dieses Jahr Höchstbewertungen zu Hauf eingefahren und ist auf dem besten Weg, eine Art Bordeaux-Ikone zu werden. Und die Besitzer werden sicherlich sehr aufmerksam die Zweit- und Drittrundeneffekte beobachtet haben, die es letztes Jahr gab.

Meine Prognose: der wird auch zu diesem Preis laufen, und zwar wie der Teufel. Und auch hier wird der "Relativitätseffekt" ziehen: wenn erst Cos, Montrose, die Pichons, Ducru, Las Cases und Palmer draußen sind, wird der PC ziemlich günstig aussehen - wenn er bis dahin nicht durch erneute Zweit- und Drittrundeneffekte ohnehin schon angezogen hat.

Gruß
Ulli
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Mr. I »

ich werde wohl tatsächlich ganz ohne GC aus dieser Kampagne herausgehen... hätte ich zuvor ehrlich gesagt nicht so eingeschätzt... hatte - trotz aller warnenden Stimmen - die Hoffnung, dass wenigstens ein paar GC-Châteaux am Boden bleiben und die Preise nur halten... jetzt ist die Hoffnung natürlich verflogen, der verbleibende Rest kann es sich ja aus Prestige-Gründen gar nicht mehr erlauben, nicht zu erhöhen!

Damit kann man aber wohl sagen, dass der Jahrgang 2010, dem ich seine tolle Qualität gar nicht absprechen will, ein schlechteres Preis-Leistung- bzw. Preis-Genuß-Verhältnis bietet als 2009 - dies zumindest im GC-Bereicht. Im Preis-Bereich bis 15€ dürfe es sogar anders aussehen!

Ich warte weiterhin gespannt auf den Rest :)
Spiritus
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Spiritus »

pontet? haha, i'm out! :mrgreen:

schon im letzten jahr (6xmag / 12x.75) und 2008 (6xmag) bei der ersten subtranche weit über meine stränge geschlagen, aber dieses jahr bleibt's wohl auch hier bei den nominell kleinen weinen... gut für den geschundenen geldbeutel :oops:
Gruss,
Daniel
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innauen
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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von innauen »

Hallo,

Letztes Jahr habe ich eine kleine Kisten pontet canet und noch zwei Einzelflaschen gesubst. Kostete damals 100€, soviel wie für den Händler jetzt im Einkauf. Klar wird es Nachfrageverschiebungen geben, aber die gab es letztes Jahr auch schon. Wo ist das Ende der Fahnenstange? 270€ für Ducru? Da kann man ja auch gleich 1000€ für einen Premier Cru ausgeben.

Wo auf der Welt gibt es ein vergleichbares Weinanbaugebiet mit so vielen Weinen oberhalb von 100€? Die Rhone nicht, im Napa Valley schaffen das nur eine Handvoll Erzeuger und auch Supertoscaner gibt es nur wenige mit 100€ plus. Pontet Canet rechtfertigt durch seinen Status als heimlicher Premier Cru am ehesten noch seinen Preis. Aber wer will Palmer, Cos, Ducru B, Pape Clement, die Leovilles oder die Pichons haben?

Gerade kam noch Calon Segur mit moderaten + 12% ex nego und der nette Malartic Lagraviere kostet sogar 3 Prozent weniger als letztes Jahr ( was meine These bestätigt, dass die Weine zwischen 30-50 Euro mangels Prestige doch ein Problem haben.

Grüsse,

Wolf
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Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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