BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Desmirail
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Desmirail »

Vielleicht lässt sich der Diskurs auch anders führen, nämlich in der Preisdiskussion und in der Qualitätsdiskussion.

Preislich ist BDX längst unwürdig, da kann man auf andere Länder ausweichen die ähnliche Qualitäten zu exorbitant besseren, niedrigeren Preisen herstellen.

Qualitativ ist BDX heute sicherlich gut bis sehr gut, aber auch hier ist die Frage, was will man. Ob der Geschmack der BDX von heute in 30 Jahren so daher kommt wie der Geschmack den man heute von einem 30 Jahre alten BDX erwartet weiß keiner, wer das behauptet lügt. Vielleicht ist BDX auch in den ersten Zügen der letzten Züge und es wird am Ende auch von dort nur noch Cola geben. Und das aufgrund der extremen Temperaturen sprich der Klimaveränderung im allgemeinen :?:

Wer weiß :?: :?: :?:

Spannend bleibt es, auch wegen der Kontroverse die geführt wird. ;)
Zuletzt geändert von Desmirail am Sa 4. Jun 2011, 11:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Rotundweiss
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Rotundweiss »

Kann mir jemand erklären, warum der Weinterminator ob seiner Aussagen zum Jahrgang 2010 belächelt/kritisiert wird ? Weil er den Jahrgang nicht vom Fass probiert hat ?
Meiner Einschätzung spricht er im Kern zwei Punkte völlig zu Recht an:
a) die Preisentwicklung der namhaften Gewächse
b) die Sorge, ob Weine jenseits der 14,5 % noch BDX sind
Beides ist aus meiner Sicht nachvollziehbar. Wer glaubt denn wirklich, dass die inflationären Preissteigerungen der letzten (unterstellten) Superjahrgänge am ehesten was mit gestiegener Qualität zu tun haben ? BDX boomt, das ist unbestritten, aber wer trinkt denn all die Millionen Weine im drei- oder vierstelligen Preisbereich ? Ach ja, die Chinesen :lol: . Ist es nicht vielmehr so, dass mit den Exklusivweinen hemmungslos gezockt wird ? Mein linker kleiner Zeh sagt mir, dass diese Spekulationsblase schon bei der nächsten "Welche-auch-immer-Krise" platzen kann, spätestens jedoch dann, wenn kaum jemand in der Lage sein wird, diesen aberwitzigen Forderungen zu folgen. Noch so wortgewandte Statements wie die von M.Hilse (sorry, habe eh nur die Hälfte verstanden :mrgreen: ) können mich nicht davon überzeugen, dass eine Subskription 2010 für den Konsumenten von Vorteil ist.
Viva Bordeaux 2010, aber nur bei Weinen, wo Qualität und geforderter Betrag in Einklang stehen, nach meiner Defintion ist das jedoch nur bei Wenigen der Fall.
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Desmirail
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Desmirail »

Rotundweiss hat geschrieben:Kann mir jemand erklären, warum der Weinterminator ob seiner Aussagen zum Jahrgang 2010 belächelt/kritisiert wird ? Weil er den Jahrgang nicht vom Fass probiert hat ?
Für mich geht es da um "Kompetenzgerangel". Wer ist der Chef im Ring und wessen Wort ist gewichtig. Wäre doch schön wenn man ein Weinpapst wäre :oops:

Ist für mich so ein bisschen wie die das Geschwätz von Rob, Rene, Jancis, NM, JS etc. wer ist der beste Verkoster.

Wenn man die sensorischen Möglichkeiten heran zieht, ist Rob in jedem Fall auf dem absteigenden Ast, da er IMO der Älteste ist. Bei ihm muss vermutlich alles schon extrem schmecken, damit er etwas schmeckt.

Gekränkte Eitelkeiten spielen hier mit Sicherheit die größte Rolle :o :mrgreen:
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UlliB
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von UlliB »

Desmirail hat geschrieben:
Preislich ist BDX längst unwürdig, da kann man auf andere Länder ausweichen die ähnliche Qualitäten zu exorbitant besseren, niedrigeren Preisen herstellen.
Wenn mit "BDX" das Segment der 200 oder 300 teuersten Weine gemeint ist, wird man dem kaum widersprechen können - zumindest wenn es um die Subskriptionspreise der letzten zwei Jahrgänge geht (lieferbare Weine auch aus sehr guten Jahrgängen sind häufig deutlich billiger...). Sieht man sich das Segment darunter an, bin ich mir aber gar nicht so sicher. Im Preisbereich von 15 bis 25 Euro gibt es eine ganze Menge Bordeaux, der auch im internationalen Umfeld preislich und qualitativ absolut konkurrenzfähig ist.
Desmirail hat geschrieben:
Ob der Geschmack der BDX von heute in 30 Jahren so daher kommt wie der Geschmack den man heute von einem 30 Jahre alten BDX erwartet weiß keiner, wer das behauptet lügt.
Auch wenn ich es naturgemäß nicht mit Sicherheit weiß, wage ich dennoch eine Prognose: vermutlich nicht. Das liegt aber nicht nur an den deutlich gestiegenen Alkoholgehalten in Folges des Klimawandels, sondern vor allem an einer grundsätzlich umgestellten Vinifikation, die heute wesentlich mehr auf Erhaltung der Frucht abzielt, als das noch in den 80ern der Fall war. Ob die Auswirkungen aber negativ sind, ist eine ganz andere Frage. Wenn ich mir die Entwicklung von zweifellos schon "modern" vinifizierten Jahrgängen wie 1996, 1998 oder 2000 ansehe, bin ich diesbezüglich nicht allzu pessimistisch.

Gruß
Ulli
Ingo
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Ingo »

Desmirail hat geschrieben: Bei ihm muss vermutlich alles schon extrem schmecken, damit er etwas schmeckt.
:D
weinfidél
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von weinfidél »

Guten Abend,

"BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front" (sehr gutes, auch für n'Schweizer durchaus verständliches "Deutsch"...)

Nun, das ist der Thread-Titel, umfasst mittlerweile sagenhafte 84 (?!) Seiten. Glaubt hier eigentlich noch jemand im Ernst, dass von außen sowas noch halbwegs als seriös wahrgenommen wird, resp., dass sich überhaupt noch jemand die Mühe macht, das ganze "Gelabber" durchzulesen, um dann allenfalls festzustellen, dass er gleich wieder von vorne anfangen kann, weil es für jeden "Normalo" so oder so mittlerweile komplett unveständlich geworden ist. Und, dann überlegt sich auch noch ein möglicher, zukünftiger "Aktivist" beizutreten...: Vergesst es! Das ganze Thema ist mittlerweile komplett außer Rand und Band geraten und, es zeigt v.a. eines, dass nämlich die ach so lieben Diskutanten mittlerweile ebenfalls eigentlich komplett von der Rolle sind. Denn, zumindest ist dies meine bescheiden Meinung dazu, das Thema ist schon lange F E R T I G (Aus! Punkt! Ende!)

Und wenn dann, egal von wem, irgendwelche sonstige, wunderbare, ach so neue "Chaostheorien" erfunden werden, na toll, ich hab zu gratulieren. Aber, ich stehe dazu, mir ist es nämlich ziemlich sch....egal, was der Einzelne schlussendlich denkt und tut... und, für mich nicht ganz unwichtig, man könnte ja dann "anderswo" (neuer Thread, bestehender Threrad, usw....) weiter missionieren.

Gelber Muskateller Fsp. 2008, Riesling Hochäcker 2003, terra o. 2002 geschädigt und fidélst...
RicoE
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von weinfex »

Rico mein Guter,

es ist schön zu sehen, dass Dich all die Aufrmerksamkeit, welche Bordeaux
erfährt, so annervt, Du bist übrigens in guter Gesellschaft, Sam Hofschuster
hat das auf Facebook zwar anders artikuliert, aber unter Strich ist
aus euren beiden Statements rauszulesen, dass dies für Deutschland oder
Österreich lange so nicht der Fall ist, und ich will Dir auch mit auf den Weg geben
(und Sam natürlich gerne auch), es hat gute Gründe... 8-) :D

Immer schon cool bleiben... ;)
:P
Grüsse weinfex
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harti
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von harti »

weinfidél hat geschrieben:Guten Abend,

"BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front" (sehr gutes, auch für n'Schweizer durchaus verständliches "Deutsch"...)

Nun, das ist der Thread-Titel, umfasst mittlerweile sagenhafte 84 (?!) Seiten. Glaubt hier eigentlich noch jemand im Ernst, dass von außen sowas noch halbwegs als seriös wahrgenommen wird, resp., dass sich überhaupt noch jemand die Mühe macht, das ganze "Gelabber" durchzulesen, um dann allenfalls festzustellen, dass er gleich wieder von vorne anfangen kann, weil es für jeden "Normalo" so oder so mittlerweile komplett unveständlich geworden ist. Und, dann überlegt sich auch noch ein möglicher, zukünftiger "Aktivist" beizutreten...: Vergesst es! Das ganze Thema ist mittlerweile komplett außer Rand und Band geraten und, es zeigt v.a. eines, dass nämlich die ach so lieben Diskutanten mittlerweile ebenfalls eigentlich komplett von der Rolle sind. Denn, zumindest ist dies meine bescheiden Meinung dazu, das Thema ist schon lange F E R T I G (Aus! Punkt! Ende!)

Und wenn dann, egal von wem, irgendwelche sonstige, wunderbare, ach so neue "Chaostheorien" erfunden werden, na toll, ich hab zu gratulieren. Aber, ich stehe dazu, mir ist es nämlich ziemlich sch....egal, was der Einzelne schlussendlich denkt und tut... und, für mich nicht ganz unwichtig, man könnte ja dann "anderswo" (neuer Thread, bestehender Threrad, usw....) weiter missionieren.

Gelber Muskateller Fsp. 2008, Riesling Hochäcker 2003, terra o. 2002 geschädigt und fidélst...
RicoE
Hoi Rico,

das war wohl eine dicke Laus, die Dir über die Leber gelaufen ist, gell ;)

Ich versichere Dir, ich bin ob der Bdx 2010 ganz und gar nicht von der Rolle, und Chaos besteht allenfalls in meinem Keller :lol: .

Grüße

Hartmut
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Markus Vahlefeld
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Markus Vahlefeld »

Gehört eben auch zum alljährlich sich wiederholenden Ritual:

Die Diskussion über den Jahrgang, die Weinbeschreibungen, die langsam veröffentlicht werdenden Preise und die Grundsatzdiskussion über die Preispolitik. Dazu punktuell Statements, die (höflich formuliert) grosses Genervtsein ausdrücken und der immer wieder hinterhergeschobene Schwur, dieses Jahr sei alles egal, zu viel, zu teuer, zu wenig... auf jeden Fall OHNE MICH, dieses Jahr keine Subskription... und wenn, dann nur... Alles munter vermischt macht das dann eben schnell 84 Seiten :lol:

Womit der Rico Recht hat: wer jetzt in die Diskussion einsteigt, hat allein mit der Wucht der 84 Seiten zu kämpfen. Aber IMHO kann man da wohl nichts gegen machen (ich finde es auch nicht schlimm). Ausserdem gefällt mir die Diskussion vom Stil her, weil der Ton doch moderat bleibt, gell Rico???

Ansonsten komme ich mal wieder zu dem Schluss: der Markt funktioniert anders als die Foren. Denn scheinbar hat die Kampagne seit letzter Woche gehörig Fahrt aufgenommen. Während sich hier fast ausnahmslos die Nicht-Käufer zu Wort melden, wird wohl in Wahrheit wieder viel gekauft werden. Ob man's will oder nicht. Ob es einem gefällt oder nicht...
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UlliB
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von UlliB »

Markus Vahlefeld hat geschrieben: wer jetzt in die Diskussion einsteigt, hat allein mit der Wucht der 84 Seiten zu kämpfen.
Letztes Jahr waren es bei taw zur 2009er Kampagne zum Schluss über 280 Seiten :o

Aber da die 10er Kampagne erst jetzt so langsam in Schwung kommt, wird das hier schon auch noch werden.... ;)
Markus Vahlefeld hat geschrieben: Ansonsten komme ich mal wieder zu dem Schluss: der Markt funktioniert anders als die Foren. Denn scheinbar hat die Kampagne seit letzter Woche gehörig Fahrt aufgenommen. Während sich hier fast ausnahmslos die Nicht-Käufer zu Wort melden, wird wohl in Wahrheit wieder viel gekauft werden. Ob man's will oder nicht. Ob es einem gefällt oder nicht...
Yep. Treffer, versenkt. Die 2009er Kampagne lief (für die Verkäufer) enorm gut, und 2010 wird wohl auch laufen - trotz (oder vielleicht gar wegen?) der Preise.

Gruß
Ulli
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