Dominik Müller, 07.10.2023 hat geschrieben:Goldgelbe Farbe. Ausgeprägte Schlieren im Glas. In der Nase reife Zitrusfrüchte. Getrocknete Orangen, buttrige Aromen, Honig und Haselnüsse. Vollmundig und fleischig im Mund, auch hier reife Früchte am Gaumen. Biskuit, vielleicht Orangenmarmelade, Zitronenkuchen, reife Boskoop-Äpfel. Lang anhaltender Abgang. Dies ist nicht der eleganteste oder mineralischste Meursault, aber er zeigt sich gut und passt mit seiner Fülle auch zu herzhafteren Gerichten und Desserts. Trinkfenster schätzungsweise bis 2026. DM92.
Burgund 2013
- Dominik Mueller
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Re: Burgund 2013
2013 Philippe Pacalet Meursault
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amateur des vins
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Re: Burgund 2013
Ebenfalls Mitbringsel beim kürzlichen BYO war der
Joseph Voillot, Volnay 1er cru Les Champans 2013
Dieser Wein ließ mich zunächst sogar zweifeln, ob da ein Korkschleicher im Spiel war: Die Frucht wirkte seltsam maskiert, der Gesamteindruck war wenig charmant und etwas harsch. Säure und Adstringenz wirkten ein wenig freigestelt. Weil die typische nasse TCA-Pappe fehlte, waren sowohl Mme Amatrice als auch der Gastgeber felsenfest überzeugt, der Wein sei fehlerfrei - ich jedoch zunächst nicht, sondern erst, als sich am nächsten Tag keine Verschlimmerung einstellte.
Letztlich halte ich den Wein nun für korrekt, aber medioker, Mme mochte ihn aber recht gerne. Meine Beschreibung des 2013er Rugiens von vor 4 Jahren paßt eigentlich ziemlich gut, außer daß Champans anscheinend nicht dessen Qualität aufweist und daher nochmal weniger schmeichlerisch daherkommt.
Côte d'Or 2013 wird eigentlich allenthalben als gut bis sehr gut beschrieben. Vielleicht ist Voillots Stil einfach nicht so gut kompatibel mit meinem Geschmack?
Joseph Voillot, Volnay 1er cru Les Champans 2013
Dieser Wein ließ mich zunächst sogar zweifeln, ob da ein Korkschleicher im Spiel war: Die Frucht wirkte seltsam maskiert, der Gesamteindruck war wenig charmant und etwas harsch. Säure und Adstringenz wirkten ein wenig freigestelt. Weil die typische nasse TCA-Pappe fehlte, waren sowohl Mme Amatrice als auch der Gastgeber felsenfest überzeugt, der Wein sei fehlerfrei - ich jedoch zunächst nicht, sondern erst, als sich am nächsten Tag keine Verschlimmerung einstellte.
Letztlich halte ich den Wein nun für korrekt, aber medioker, Mme mochte ihn aber recht gerne. Meine Beschreibung des 2013er Rugiens von vor 4 Jahren paßt eigentlich ziemlich gut, außer daß Champans anscheinend nicht dessen Qualität aufweist und daher nochmal weniger schmeichlerisch daherkommt.
Côte d'Or 2013 wird eigentlich allenthalben als gut bis sehr gut beschrieben. Vielleicht ist Voillots Stil einfach nicht so gut kompatibel mit meinem Geschmack?
Besten Gruß, Karsten
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Re: Burgund 2013
Der erste von zunächst drei, später vier Weinen zur Hirschkeule:
Rossignol-Trapet, Clos Prieur 2013
Gevrey-Chambertin 1er Cru
Mitteldicht mit gaaanz leichtem Orange-Einschlag.
Nase sauber und kühl mit fruchtsüßem Kern: helle Süßkirsche mit einem Hauch Erdbeere.
[+25'] Am Gaumen unauffällige Säure, eher kräftige mittellkörnige und trocknende Tannine. Leichtgewichtig (v.a. für Gevrey), um nicht zu sagen: fast dünn/wässrig. Diffus ein wenig hellrote Frucht mit leicht fruchtsüßem Kern.
[+1d] Weiterhin recht charmante Nase, aber am Gaumen dünn und recht harsch.
Das war enttäuschend.
2013 war schwierig, aber letzlich mittelprächtig, so liest man. Das läßt sich anhand dieses Weins nicht nachvollziehen, zumal ich mit Rossignol-Trapet schon wirklich tolle Weinerlebnisse hatte.
Rossignol-Trapet, Clos Prieur 2013
Gevrey-Chambertin 1er Cru
Mitteldicht mit gaaanz leichtem Orange-Einschlag.
Nase sauber und kühl mit fruchtsüßem Kern: helle Süßkirsche mit einem Hauch Erdbeere.
[+25'] Am Gaumen unauffällige Säure, eher kräftige mittellkörnige und trocknende Tannine. Leichtgewichtig (v.a. für Gevrey), um nicht zu sagen: fast dünn/wässrig. Diffus ein wenig hellrote Frucht mit leicht fruchtsüßem Kern.
[+1d] Weiterhin recht charmante Nase, aber am Gaumen dünn und recht harsch.
Das war enttäuschend.
2013 war schwierig, aber letzlich mittelprächtig, so liest man. Das läßt sich anhand dieses Weins nicht nachvollziehen, zumal ich mit Rossignol-Trapet schon wirklich tolle Weinerlebnisse hatte.
Besten Gruß, Karsten
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Re: Burgund 2013
Als Ersatz für den viel zu weit entwickelten 2012er öffnete ich
Henri Boillot, Puligny-Montrachet 1er Cru Clos de la Mouchère 2013
Viel besser!
Sattstroh-/hellgoldgelb, sogar noch mit einem winzigen Hauch von Grüntendenz.
Die Nase etwas buttrig vom Holz, aber bestens integriert.
Toller, harmonischer Gaumen: wieder etwas Holz, feine "Süße" (der Wein ist natürlich völlig trocken), weiße Frucht. Mehr der Strukturwein, aber makellose Balance. Lang!
Sehr guter Zeitpunkt: eine Spur Grip, aber keine ausgeprägte Reduktion mehr. Exzellent!
...und eine schöne "Wiedergutmachung" für den fehlerhaften 2012er.
Henri Boillot, Puligny-Montrachet 1er Cru Clos de la Mouchère 2013
Viel besser!
Sattstroh-/hellgoldgelb, sogar noch mit einem winzigen Hauch von Grüntendenz.
Die Nase etwas buttrig vom Holz, aber bestens integriert.
Toller, harmonischer Gaumen: wieder etwas Holz, feine "Süße" (der Wein ist natürlich völlig trocken), weiße Frucht. Mehr der Strukturwein, aber makellose Balance. Lang!
Sehr guter Zeitpunkt: eine Spur Grip, aber keine ausgeprägte Reduktion mehr. Exzellent!
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Besten Gruß, Karsten
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Re: Burgund 2013
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
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Re: Burgund 2013
2013 Forey Père et Fils Vosne-Romanée
Noch recht jugendliche Farbe, blass rubin, zum Rand hin leicht aufhellend. Rot- und dunkelbeeriges Bukett von mittlerer Intensität mit ersten leicht entwickelten Anklängen. Kirsche, Erdbeere, rote Johannisbeere. Dezent erdig mit frischen Pilzen und Muskatnuss, auf eine gewisse Reife hindeutend, die Frucht spielt aber noch die Hauptrolle. Im Mund ein mittlerer Körper, hohe Säure, nach wie vor austrocknendes Tannin. Von der Textur her geschmeidig. Saftig im guten Finish. Objektiv sehr gut gemacht, subjektiv eventuell etwas zu leichtgewichtig am mittleren Gaumen.
Noch recht jugendliche Farbe, blass rubin, zum Rand hin leicht aufhellend. Rot- und dunkelbeeriges Bukett von mittlerer Intensität mit ersten leicht entwickelten Anklängen. Kirsche, Erdbeere, rote Johannisbeere. Dezent erdig mit frischen Pilzen und Muskatnuss, auf eine gewisse Reife hindeutend, die Frucht spielt aber noch die Hauptrolle. Im Mund ein mittlerer Körper, hohe Säure, nach wie vor austrocknendes Tannin. Von der Textur her geschmeidig. Saftig im guten Finish. Objektiv sehr gut gemacht, subjektiv eventuell etwas zu leichtgewichtig am mittleren Gaumen.
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Re: Burgund 2013
Sehr interessante Notiz, vielen Dank Dominik!
Mittlerer Körper, hohe Säure und Leichtgewichtigkeit scheinen tatsächlich Merkmale des 2013er Jahrgangs im Burgund zu sein.
Mir erschienen die anderen von mir verkosteten Jahrgänge des Vosne-Romanée von Forey etwas opulenter und dichter/wärmer, als der von dir beschriebene. Ich müsste mal wieder eine Flasche probieren.
VG Nora
Mittlerer Körper, hohe Säure und Leichtgewichtigkeit scheinen tatsächlich Merkmale des 2013er Jahrgangs im Burgund zu sein.
Mir erschienen die anderen von mir verkosteten Jahrgänge des Vosne-Romanée von Forey etwas opulenter und dichter/wärmer, als der von dir beschriebene. Ich müsste mal wieder eine Flasche probieren.
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Re: Burgund 2013
Danke, Nora. In der Tat hatte ich mir für den 2001er desselben Weins mehr würzige Anklänge und eine dunklere Frucht notiert. Daneben mehr "sous-bois", was beim Altersunterschied natürlich nicht verwundert. Eventuell kommt beim 2013er da noch mehr, obwohl ich ein eher kürzeres Trinkfenster vermuten würde.
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