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Griechenland

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UlliB

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Re: Griechenland

BeitragFr 16. Apr 2021, 09:03

Naoussa "Erde und Himmel" 2017 (Thymiopoulos) 14%Vol. "Erde und Himmel" steht da tatsächlich in Deutsch auf dem Etikett, aber auch in Englisch, Französisch und Japanisch (vermute ich mal, es könnte auch Chinesisch sein), und ja, tatsächlich in Griechisch dann auch noch: γη και ουρανός. Die Vielsprachigkeit lässt vermuten, wo die Kundschaft hauptsächlich sitzt ;)

Dunkles, aber transparentes Pupurrot. Vielschichtige Nase, rote Früchte (vor allem Himbeere), dann Fenchel, Kardamom, Macchia, warmes Holz - hochinteressant, zieht einen immer wieder ans Glas. Im Gaumen frische, aber nicht beißende Säure, auch hier wieder das komplexe Spiel zwischen Frucht, Gewürzen und warmem Holz, ziemlich dicht, aber nicht schwer oder gar schwerfällig, herb, das Tannin spürbar, aber geschliffen. Langer Nachklang.

Weiter oben schrieb jemand, der sich mit griechischem Wein ganz sicher viel besser auskennt als ich, dass der "Erde und Himmel" weichgespült sei (das bezog sich allerdings auf einen anderen Jahrgang). Nun ja, mag sein, ich kenne mich mit Naoussa oder Xinomavro nicht wirklich aus und kann deshalb nicht sagen, wie der Wein eigentlich sein sollte. Aber egal: so wie er ist, gefällt er mir ganz ausgezeichnet, das ist ein wirklich komplexer und gleichzeitig sehr eleganter Wein. Schön.

Gruß
Ulli
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UlliB

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Re: Griechenland

BeitragSa 1. Mai 2021, 11:06

Nachdem mir der "Erde und Himmel" gut gefallen hat, war ein Versuch mit einem anderen Wein des Erzeugers fällig:

Rapsani "Terra Petra" 2017 (Thymiopoulos) 13,5%Vol. Vom Fuße des Olymp, gewachsen auf Schiefer, eine Cuvée aus 50% Xinomavro, 35% Krassato und 15% Stavroto. Von den beiden letztgenannten Rebsorten hatte ich nie zuvor etwas gehört, die werden wohl auch nur dort angebaut und stehen nach Wein+ kurz vor dem Aussterben. Es gäbe ja noch so viel zu entdecken...

Rapsani - irgendwie kommen da alte Erinnerungen hoch. Ende der 70er, Studentenzeit, damals war für Leute mit sehr begrenztem Budget Griechenland das Traumziel. Mit dem Billigflieger (so etwas gab es damals schon) nach Athen und von da aus dann irgendwie weiter. Und natürlich gab es griechischen Wein, billig, robust und einfach, und da war dann wohl auch Rapsani dabei. Qualitativ (aber auch preislich) hatte das mit dem hier wohl kaum etwas zu tun.

Dunkles Purpur mit granatfarbenen Reflexen. Aromatisch ähnlich wie der "Erde und Himmel", auch hier Himbeere und mediterrane Kräuter, wirkt aber weniger komplex. Im Gaumen deutlich rustikaler, das Tannin gröber und etwas kratzig, deutliche Noten von feuchter Erde, etwas trocknend und nachbitternd. Viel weniger "poliert" als der "Erde und Himmel", vielleicht dafür authentischer... Gefühlt noch deutlich zu jung, mal sehen, was daraus wird.

Gruß
Ulli
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