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Van Volxem

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PSI

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Re: Van Volxem

BeitragSo 11. Feb 2024, 11:00

Nora hat geschrieben:...die hauptberufliche Bewirtschaftung des Weinguts – Anbau, Ausbau und Vermarktung der Weine müssen in der Hand des Weinguts liegen und durch qualifiziertes Personal betreut werden

Das bezogen auf den Wein unter der gleichen Betriebsnummer und unter den Mantel des VDP:

Da muss man nicht mal besonders Spitzfindig werden. Die Art der Formulierung deines Zitates lässt in meinen Augen durchaus eine gewisse Auslegung zu (egal ob beabsichtigt oder nicht):
Wenn Anbau bzw. Ernte eines Vertragswinzers von van Volxem vorgegeben wird und überwacht/betreut wird klingt es so, als würde die doch recht schwammige Aussage erfüllt werden (z.B. durch Art der Vorgaben/Kontrollen wie bei der Winzergenossenschaft Domäne Wachau, bei der nebenbei bemerkt das Konzept mit gut 200 Winzer für die Größe erstaunlich gut funktioniert).
Denn damit läge der Anbau durchaus auch in der Hand des "Auftraggebers" und wird durch qualifiziertes Personal betreut (evtl hat der Vertragswinzer auch noch selbst "qualifiziertes Personal"). Ausbau und Vermarktung erfolgt ja durch v.V.

Ich kenne mich mit den VDP Satzungen nicht im Detail aus, interessant wäre ob der Erträge via Vertragswinzer, Zukauf etc. ausnahmslos ausgeschlossen werden für die Herstellung eines VDP-Weines.
Bzgl VDP Gutswein habe ich auch immer so verstanden, dass Trauben aus eigenem Anbau verwendet werden müssen. Allerdings habe ich das bisher nuf auf Winzerseiten/Etiketten gelesen und mir nicht die VDP-Satzungen durchgelesen. Als kleinerer/normaler VDP-Kollege wäre ich nicht sonderlich erbaut darüber, wenn ein bekannteres Verbandsmitglied den Markt mit günstigem Wein durch Traubenzukauf unter seinem Namen incl.VDP Adler durch Zukauf sättigt.
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TOM

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Re: Van Volxem

BeitragSo 11. Feb 2024, 18:18

Ich frage mal von der anderen Seite: Kauft VV bei rund 100 ha, die er mittlerweile hat, immer noch bei?

Lt. Ulrich Sautter von Falstaff wird der Wein übrigens als "Late Release" eingestuft: https://www.falstaff.com/de/weine/van-v ... ng-trocken
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PSI

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Re: Van Volxem

BeitragSo 11. Feb 2024, 21:36

TOM hat geschrieben:Ich frage mal von der anderen Seite: Kauft VV bei rund 100 ha, die er mittlerweile hat, immer noch bei?

Lt. Ulrich Sautter von Falstaff wird der Wein übrigens als "Late Release" eingestuft: https://www.falstaff.com/de/weine/van-v ... ng-trocken


Auch bei 100ha, "Fremdes" Lesegut wird zumindest in deren Weinmanufaktur verarbeitet, aber der Wein wird unter anderem Namen, anderer Betriebsnummer und ohne VDP-Adler abgefüllt. Die Trauben für 200.000 Flaschen „Van Volxem & Friends – Handverlesen Mosel Riesling“ für Lidl müssen auch erstmal angebaut&geerntet werden, da stehen 5-7 Winzer hinter. Den "Virtuos" kenne ich ehrlich gesagt nicht.
Aber 100ha, das ist eine Menge, war mir gar nicht bewusst, dass die inzwischen so groß sind! :o
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Bernd Schulz

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Re: Van Volxem

BeitragSo 11. Feb 2024, 21:58

PSI hat geschrieben:Aber 100ha, das ist eine Menge....


Ja. Für deutsche Verhältnisse ist das eine Riesenmenge.

PSI hat geschrieben:....war mir gar nicht bewusst, dass die inzwischen so groß sind!


Mir was das durchaus bewusst - und ich habe dazu auch eine ganz klare Meinung, die ich hier aber lieber nicht äußere.

Um die Jahrtausendwende hat Roman Niewodniczanski das Weingut mit für die Saar schon nicht ganz unbedeutenden 13 ha (laut GM) übernommen. Wir reden hier also von einer gewaltigen Expansion. Etwas Ähnliches - in nicht ganz so krasser Form - hat auch im Falle Molitor stattgefunden...

Herzliche Grüße

Bernd
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TOM

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Re: Van Volxem

BeitragMo 12. Feb 2024, 11:32

PSI hat geschrieben:... 200.000 Flaschen „Van Volxem & Friends – Handverlesen Mosel Riesling“ für Lidl müssen auch erstmal angebaut&geerntet werden, ...
Upps, stimmt! Hatte ganz verdrängt, dass die auch sowas machen. Da halte ich mich normalerweise fern und hatte es wohl deshalb verdrängt.

Im Bereich Ortsweine aufwärts muss ich sagen, dass ich trotz des Größenwachstums und Wechsel des Kellermeisters bisher nicht enttäuscht wurde.

Wie die neuen GGs reifen, wird man sehen. Da sind "die Neuen" noch nicht lange genug zu Gange...

PSI hat geschrieben:Aber 100ha, das ist eine Menge, war mir gar nicht bewusst, dass die inzwischen so groß sind! :o

Ich will da nichts Falsches in die Welt setzen. Ich hatte aus irgendeinem Zeitungsartikel in Erinnerung, dass VV mittlerweile rund 100 ha bewirtschaftet und habe (ohne Erfolg) versucht den Artikel wieder zu finden.

Eine kurze Google-Recherche brachte eine "kuriose Spanne":
Auf der VV-Seite selbst habe ich nichts gefunden. Der VdP sagt 60 ha (https://www.vdp.de/de/die-winzer/mosel/van-volxem), Wein-Plus sagt 80 ha (https://weinfuehrer.wein.plus/weingut-van-volxem), HAWESKO sagt 80 ha (https://www.hawesko.de/erzeuger/weingut-van-volxem/) , Falstaff sagt 80 ha. (https://www.falstaff.com/de/winzer/van-volxem), Bacchus sagt 95 ha (https://www.bacchus-vinothek.de/weingut-van-volxem/). Wer bietet mehr?
Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut. (Eduard Mörike)
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icedtea

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Re: Van Volxem

BeitragMo 12. Feb 2024, 12:11

Vinum bietet auch 80ha
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Nora

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Re: Van Volxem

BeitragSa 17. Feb 2024, 08:47

Nora hat geschrieben:Nun ist dieser Wein im Gegensatz zu dem im parallelen Diskussionsfaden besprochenen von Othegraven Riesling feinherb 2018 Edition kein Gutswein, bei dem die Trauben ausschließlich aus gutseigenen Weinbergen stammen, sondern van Volxem tritt hier lediglich als Abfüller auf. Das bedeutet, dass Vermarkter (hier van Volxem) und der Erzeuger nicht identisch sind, will heißen, die Trauben bzw. Moste sind zugekauft.

Das mag nichts über die Weinqualität aussagen. Mich wundert es dennoch, dass es nach den Statuten des VDP rechtmäßig sein soll, dass solche Weine den VDP.Adler tragen.

VG, Nora


Ich habe beim VDP angefragt, ob es ihren Mitgliedern erlaubt sei, Weine lediglich als Abfüller, also aus zugekauften Trauben, in den Verkehr zu bringen und wenn ja, ob diese Weine dann den VDP.Adler tragen dürfen.

Freundlicherweise erhielt ich folgende Antwort:
„Der VDP.Adler auf der Kapsel (oder in Ausnahmefällen auf dem Etikett) garantiert, dass der Wein von einem unserer Mitglieder vom Weinberg bis zur Flasche erzeugt wurde.

Manche Mitglieder können teils die Nachfrage nach bestimmten Weinen nicht erfüllen und entscheiden sich Trauben bzw. Wein zuzukaufen. Diese müssen dann als Abfüller-Wein vermarktet werden und dürfen keinen Adler tragen. Ferner sollte das dann verwendete Etikett nicht mit dem Weinguts-Etikett verwechselbar sein. Aber natürlich darf das abfüllende Weingut mit seinem Namen dafürstehen.

Einzige Ausnahme von der Regel ist, wenn bei einem Mitglied in einem Jahr fast alle Weinberge durch Hagel oder Frost im Ertrag ausfallen, dann wird eine Sondergenehmigung für den Jahrgang erteilt und das Weingut darf dann auch die normalen Gutsetiketten mit Adlerausstattung verwenden.“

VG, Nora
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