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Julia Bertram

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Der Wein-Schwede

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Re: Julia Bertram

BeitragDo 16. Mai 2019, 23:07

Die Weine von Juia Bertram werden bewusst mit niedrigerem Alkohol 12-13% und einer kühlen Frische gemacht. Keine Aufsäuerung, Deutsche feinporige Eiche und für die grossen Lagen werden 70-80% Erstbelegung benutzt. Die Ahr-Weine sind fur mich weniger bekannt als andere Deutsche Spätburgunder, und ich finde in diesen Weinen eine sehr starke "Graphit-Mineralität", welche ich nicht in SB Weine von anderen Anbaugiebieten gefunden habe. Alle Weine von Julia Bertram tragen mehr oder weniger diese "Graphit-Noten", aber dennoch sind die durch die Terroirunterschiede alle individuell. Teilweise auch kräftige Reduktionsnoten. Der Barriqueausbau ist nur als Struktur zu finden, Null Süss-Holz und Vanillie!
Eine tolle Begegnung von anspruchsvollen Qualitätsweinen.

Handwerk Blanc de Noir 2018
Leicht Rosé in der Farbe. Rotbeerig, ein bisschen hefig und erdig, feine ziemlich kräftige aber schöne reife Säure. Alles naturell ohne Zusatz im Jahr 2018.

Handwerk Spätburgunder 2017
Mehr Mineral (Graphit) als Frucht (ziemlich dunkelbeerig),frische Säure, gut ausgewogen im Abgang.

Ahrweiler Spätburgunder 2016
Hat mehr Fruchtsüsse, blumig, weniger Mineralität, elegante Frucht, feine Säure und eine ziemlich gute Länge.

Dernauer Spätburgunder 2016
Seriöser und tiefer. Mehr Graphit-Mineral als der Vorgänger, auch ein bisschen Feuerstein. Klare dunkelbeerige Frucht, kräftiger, mineralischer, dunkler und langer Abgang mit schöner Säure. Sehr gutes PLV!

Sonnenberg Frühburgunder 2017
Jetzt kommen die Reduktionsnoten! Dunkle Fruchtsüsse, Karamell-Röstnoten, wieder Graphit in der Nase. Dieser Frühburgunder könnte als ein Pinot Noir durchgehen. Die Röst-Fruchtnoten unterscheidet den Wein von den anderen.

Forstberg Spätburgunder 2017
Diese Weinlage besteht aus Grauwacke und Sandstein.
Richtig schön Reduktiv! Feine Fruchtsüsse, würzig und komplex, die Säure wieder sehr frisch und die Frucht kühl. Die Graphitnoten treten bei diesem Wein mehr in den Hintergrund, die Frucht und die Gewürze dominieren. Sehr gute Länge. Toller Wein!

Rosenthal Spätburgunder 2017
Hier kommt wieder eine Steigerung. Kräftig Reduktiv, dieses mal die "sauer-schwefel-dreckige-Huber-Art" von Reduktion. Unterscheidet sich vom Vorgänger. Sehr komplex, dunkelfruchtig, würzig, auch blumig. Sehr langer, komplexer, würziger Abgang mit schöner Tanninstruktur.Der beste Wein!

Trotzenberg Spätburgunder 2017
Verschlossene Nase im Verhältnis zu den anderen Weinen. Leichter in der Reduktion. Am Gaumen findet man doch was da hinter lauert, kräftige Beerenfrucht (Kirschen), zupackend und lang mit sehr guter Tanninstruktur. Braucht Zeit.
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Georg R.

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Re: Julia Bertram

BeitragSo 19. Mai 2019, 13:20

Hallo Rolf,

Respekt, kaum wurden die Weine empfohlen, hast Du schon fast das ganze Sortiment durchprobiert!

Wie ist denn nun Dein persönlicher Eindruck betreffend "burgundisch" ?- von den Schiefernoten einmal abgesehen.
Ich frage deshalb, weil für mich der Begriff nicht genau zu definieren ist.

Gruß
Georg
Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.
Mark Twain
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Der Wein-Schwede

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Re: Julia Bertram

BeitragSo 19. Mai 2019, 18:26

Georg R. hat geschrieben:Wie ist denn nun Dein persönlicher Eindruck betreffend "burgundisch" ?- von den Schiefernoten einmal abgesehen.
Ich frage deshalb, weil für mich der Begriff nicht genau zu definieren ist.

Gruß
Georg

Die Weine von Julia Bertram sind kühl, frisch, mineralisch, niedrig im Alkohol und auf den höheren Qualitätsstufen auch sehr komplex. Nach meiner Meinung sind die nicht burgundisch, weil die alle mehr oder weniger diese Graphit-Mineral-Noten haben, welche wahrscheinlich von den Ahrböden kommen. An der Talmündung bei Bad Neuenahr gibt es Löss und Lehmböden, da merkt man diese Mineraltät nicht so stark. Dann gibt es an der Ahr auch Grauwacke (harte, kompakte, flache und graue Steine) und Blauschiefer (spröde Tonschiefersteine).
Ich bin im Bereich Ahr SB Weine Anfänger.
Gruß
Rolf
Zuletzt geändert von Der Wein-Schwede am So 19. Mai 2019, 19:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Ollie

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Re: Julia Bertram

BeitragSo 19. Mai 2019, 19:01

Ja, ich glaube, ich habe oben geschrieben, dass die Ahr mit Burgund nicht viel zu tun hat - und wie Bernd schon schrieb, ist das auch verdammt gut so.

Allerdings bin ich mit den Sachen von Julia Betram noch nicht warmgeworden; zu karg und zu gewollt karg fand ich ihre Weine; alles sehr protestantisch und zu sehr auf "roten Riesling" getrimmt, statt ein bisschen Lebensfreude in die Flasche zu bringen. Das bekommen IMO andere Ahr-Winzer besser hin.

Cheers,
Ollie
Lieber guten Wein als gute Vorsätze.
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Ralf Gundlach

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Re: Julia Bertram

BeitragSa 7. Mär 2020, 21:32

Im Glas:
2017 Handwerk
In der Nase sofort als Ahr-Burgunder erkennbar. Am Gaumen entfaltet sich die Frucht, mit mineralischer Note. Interessanterweise trotz richtig trocken eine süssliche Note , die dem Wein einen Kick gibt. Sehr schöner, gelungener Spätburgunder.

87 Punkte

Gruß

Ralf
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Re: Julia Bertram

BeitragFr 24. Apr 2020, 16:08

Ralf Gundlach hat geschrieben:2017 Handwerk
---
Sehr schöner, gelungener Spätburgunder.


Den gleichen Spätburgunder gab's als Auftakt zur letzten WRINT-Flaschen Online-Verkostung, sollte man aber gleich austrinken, baut nach einem Tag sehr deutlich ab... :o

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Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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Ralf Gundlach

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Re: Julia Bertram

BeitragFr 10. Jul 2020, 21:27

Das Weingut wir demnächst Bertram-Baltes heissen, was keine wirkliche Überraschung ist nach dem Rückzug von Benedikt Baltes vom Weingut der Stadt Klingenberg. Ich bin mal sehr gespannt, was da in den nächsten Jahren in Bewegung gesetzt wird. Hoffentlich wird es noch bezahlbar sein, zumindest im Basis-Bereich.
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Lorne Malvo

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Re: Julia Bertram

BeitragFr 10. Jul 2020, 21:57

Da bin ich auch gespannt.
Das wird bestimmt noch mal einen Schritt nach vorn geben.
Habe den Klingenberger Spätburgunder von BB Noch in guter Erinnerung und auch noch ein Fläschchen im Keller.
„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es schön war.“
Grüße, Lars
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Georg R.

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Re: Julia Bertram

BeitragDo 8. Okt 2020, 21:13

Spätburgunder Handwerk 2018

Entgegen den Empfehlungen wurde vor ein paar Tagen der 18er Handwerk geöffnet.
In der Nase noch recht starke Reduktionsnoten Richtung Kuhstall.
Auch nach vier Tagen im Kühlschrank verändert sich der "Stinker" nur wenig.
Am Gaumen ist die gewohnte Saftigkeit des Handwerk zu erkennen, die Reduktionsnoten vernebeln aber den Gesamteindruck.
Scheint mir noch etwas dichter/kräftiger zu sein als 16 und 17.
Nächste Flasche Mitte 2021

Gruss
Georg
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