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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: So 19. Sep 2021, 21:00
von EThC
...wieder ein 14er ohne Fehl und Tadel:

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: So 17. Okt 2021, 13:06
von EThC
...jetzt leider im Sinkflug:

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: Mo 18. Okt 2021, 11:12
von olifant
... am WE anläßlich eines Menüs im Glas ...

Chardonnay 2020, Lageder - Margreid, NK, Mag., "klassische Linie", dezente 12%

helles strohgelb mit grünlichen Reflexen; dezent aromatische Nase mit Zitrus- und Hefenoten, mineralische Noten, etwas weisse Blüten; leichtes Mittelgewicht, zitrisch-hefig-mineralisch, grünlich unreife Birne, saftige Säure, nicht ganz ausgewogen, als Speisebegleiter gut; knapp mittellanger Abgang i.W. korrespondierend zum Gaumen - 16/20 op

Für sich getrunken war das ganz ok, wirkte mit den prägenden hefig-mineralischen Noten fast etwas naturweinmäßig. Würde man das so ohne Kenntnis der Region und üblicher Jahrgangsstilistiken bekommen, könnte man sich durchaus damit zufrieden zeigen. Daher für mich insgesamt etwas "naja". Ob das nun dem Jahrgang oder auch der Qualitätspyramide (Basiswein) des Produzenten geschuldet ist, oder aber hier bereits dieser Ausbaustil bewusst bedient wird, ist mir nicht bekannt.
Für Kunden die einen mineralisch - saftigen Chardonnay bevorzugen, auch auf Hinblick auf die derzeit herrschende mineralische - nullfrucht - Affinität, ist das sicher eine Option.

Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: Mo 18. Okt 2021, 15:55
von EThC
olifant hat geschrieben:Für sich getrunken war das ganz ok, wirkte mit den prägenden hefig-mineralischen Noten fast etwas naturweinmäßig. Würde man das so ohne Kenntnis der Region und üblicher Jahrgangsstilistiken bekommen, könnte man sich durchaus damit zufrieden zeigen. Daher für mich insgesamt etwas "naja".
...bewertest Du sowas, was nicht ganz Deinen in die Flasche gestellten Erwartungen entspricht, punktemäßig etwas ab oder schlägt sich das nur verbal in Deiner Beschreibung nieder?

Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: Mo 18. Okt 2021, 16:00
von olifant
EThC hat geschrieben:
olifant hat geschrieben:Für sich getrunken war das ganz ok, wirkte mit den prägenden hefig-mineralischen Noten fast etwas naturweinmäßig. Würde man das so ohne Kenntnis der Region und üblicher Jahrgangsstilistiken bekommen, könnte man sich durchaus damit zufrieden zeigen. Daher für mich insgesamt etwas "naja".
...bewertest Du sowas, was nicht ganz Deinen in die Flasche gestellten Erwartungen entspricht, punktemäßig etwas ab oder schlägt sich das nur verbal in Deiner Beschreibung nieder?


... das schlägt sich nur verbal nieder ...

Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: Mi 27. Okt 2021, 18:50
von amateur des vins
Ich habe mal eine vom neuen Jahrgang aufgezogen:

Pranzegg, Caroline 2018

Hellbernsteinfarben.
Nach kurzem, sehr schnell verfliegendem "Stall-Flash" superintensive, mäßig naturweinig-brotige Nase. Überwiegend Sauvignon-Charakter (der Chardonnay wurde wohl im August verhagelt); Viognier und Manzoni Bianco fallen mir nicht weiter auf (bei letzterer habe ich auch garkein Aromenbild). Herbe Apfelschale. Rauchig, fast torfig (Zitat Weinfurore - stimmt!).
[+15'] Man könnte ewig nur schnüffeln, so viel tut sich hier. Am Gaumen kommt nun eine sehr deutliche Quittennote hinzu; Rauch und Apfelschale bleiben. (Hier enden die Notizen, obwohl iirc noch einiges zu schreiben gewesen wäre.) Übrigens nur 12,0% laut Etikett.

Die Caroline schafft für mich - als einziger Wein aus Martin Gojers Portfolio; die anderen sind mir zu anstrengend - die perfekte Grätsche zwischen "Natur-" und "Normal-"Wein. Das ist ziemlich fordernd, gibt dann aber auch viel. Möchte ich nicht dauern haben - so progressiv ist mein Weingeschmack nicht. Missen möchte den Wein aber auch nicht, dafür macht er zuviel Spaß.

Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: Di 2. Nov 2021, 10:32
von olifant
... am WE im Glas ...

AMOS 2015 DOC Südtirol Weiss, KG Kurtatsch - Kurtatsch, NK, Cuvee Weißburgunder + Chardonnay + Pinot Grigio (70%), Kerner + Sauvignon Blanc (30%)

strohgelb mit grünlichen Reflexen; zitrische, mineralische und leicht hefige Noten, mit Belüftung gesellt sich ein Fruchtmix aus Aprikose, weissem Pfirsich, frischer Pflaume und changierenden weissen Blüten dazu; auch am Gaumen zunächst nhefig-reduktiv geprägt, mit vorallem mineralischen und zitrischen Noten, mit Belüftung baut sich nach und nach ein aromatisches dichtes und dennoch ziseliertes Potpurri von weissem wie gelbem Steinobst und weissen Blüten, vorallem Akazie, auf, die zitrischen Noten bleiben present, ebenfalls im Hintergrund etwas geschnittenes Gras und grüne Kiwi mit weisser Johannisbeere des Sauvignon, knackige Säure fängt den Extrakt schön ein, sehr schöne Tiefe, mit Belüftung bildet sich ein komplexes vielfruchtiges-mineralisch-zitrisches Geschmackspanorama, das zum Nachschmecken einlädt, anfangs störend eine deutlich alkoholische Aceton-Note, die jedoch verfliegt und spätestens beim letzten Glas nicht mehr wahrzunehmen ist; langer bis sehr langer immer wieder changierender Abgang auf Frucht, Hefe und zitrischer Säure - 17,5(+)/20 op

Für meine Begriffe war das nun fast schon ein (unerwarteter) Babymord. Die letzte Flasche vor einem Jahr war deutlich weiter entwickelt und auch EThCs Exemplar vor einem Jahr schien doch auch schon mehr Reife zu besitzen. Leider fehlt mir nun ein letztes Fläschchen zur Entwicklungskontrolle in 3 - 5 Jahren, denn für mein Empfinden steht die Cuvee erst am Anfang einer weiteren Entwicklung. Im Moment heisst es Luft, Luft, Luft.

Edit nach 24h:
Der in der Flasche verbliebene Rest zeigte nach einem Tag komplexe weiss-gelb fruchtig-blütig- mineralische Noten bei guter Tiefe. Die hefige Funkyness ist verflogen zugunsten einer bleibenden feingliedrigen Struktur. Beim letzten etwas warmen Schluck zeigt sich nochmals etwas Aceton.

Eine gelungene "Bergwein"-Cuvee.

Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: So 28. Nov 2021, 14:34
von EThC
...schöner Klassik-Chardonnay im besten Alter:

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: Mi 1. Dez 2021, 14:36
von olifant
... über 2 Tage, wobei zwischen erstem und 2. Tag 72 Stunden im Kühschrank lagen ...

Tonsur 2017 Bianco IGT, Pranzegg - Kampill (Bozen), Vinoloc (Glasstöpsel), weisse Cuvée (gemischter Satz)
trübes Strohgelb; Apfelschalig-mostige Noten, gewisse Würze, gewisse Mineralik, am 2.Tag leichte Muskateller-Noten und Granny Smith; am Gaumen mittelgewichtig, mostig - schalig - hefig, am ersten Tag verhaltene (Muskateller-) Würze und mineralische Anklänge, am 2.Tag deutliche Muskateller-Noten mit feinem Orangen-Gebäck, leichte Tanninherbe, angenehm, am 1. Tag weniger komplex, am 2.Tag deutlich tiefer und vielschichtiger; mittellanger - langer Abgang korrespondierend zum Gaumen, am ersten Tag mit viel Most und Hefe, am 2.Tag mit Muskatellerwürze und Orangenschale 1. Tag 16/20 - 2.Tag 16,5+/20 op

Es gilt, was meinerseits auch schon für den 2016er festgestellt:
Je länger der Wein offen tageweise im Kühlschrank verbrachte, desto intensiver und auch vielschichtiger / tiefer wurde der Gesamteindruck und die mostigen Anklänge nahmen ab, fruchtige Noten und gewisse schmutzig-würzige Muskatelleraromatik gesellte sich dazu. Kann man getrost noch 2-3 Jahr im Keller vergessen. Ist im Eigentlichen ein einfacher Wein, dem man aber m.E. viel Lager gönnen kann.


Die intensive Most-/Hefenase am ersten Tag ist sicher nicht jedermanns/-fraus Sache, das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig ;)

Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragVerfasst: Sa 11. Dez 2021, 18:53
von UlliB
Südtirol-Wochenende :)

Sauvignon blanc "Porphyr & Kalk" 2017 (Niedrist) 14%Vol. Der ist genau so, wie ich Sauvignon blanc mag: die Sorte ist sofort erkennbar, aber es fehlt das Laute und Ordinäre, zu dem sie leider häufig tendiert, und hier gibt es auch die Katzenpisse-Töne nicht, die bei manchen Erzeugern in Südtirol auch noch bei Weinen im Topsegment vorhanden sind. Sehr blasses Grüngelb. In der Nase Stachelbeere und Sternfrucht, auch etwas knapp reife Mango, sehr klar; im Gaumen frische Säure, völlig trocken, lebendig und knackig trotz 14% Alk, mit kalkiger Mineralität unterlegt, blitzsauber, schöne Länge. Wirkt noch sehr jugendlich und dürfte noch einige Jahre vor sich haben. Sehr schön.

Gruß
Ulli