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Aldi Aktionsweine

Von A wie Aldi bis Z wie Zielpunkt
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maha

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Re: Aldi Aktionsweine

BeitragDi 10. Mai 2022, 19:57

mixalhs hat geschrieben:Hallo zusammen,

heute habe ich bei Aldi in Berlin (Aldi Nord) zwei Weine gekauft, einen Riesling 2021 von Leitz, immerhin ein bekanntes Rheingauer VDP-Weingut, und einen Kaiserstühler Spätburgunder 2021 von Martin Räpple. Beide Weine waren extrem schwach, der Riesling deutlich restsüß und mit Anflügen von Eisbonbon in die dropsige Richtung gehend, und der Spätburgunder wirkte mit kitschiger Himbeernote und vernachlässigbarer Säure auch eher halbtrocken. OK, die Weine sind trinkbar, aber sie machen definitiv keinen Spaß. Und dann frage ich mich, welche Strategie die Weingüter verfolgen, wenn sie diesen Vertriebsweg wählen. Eine Variante wäre, neue Kund*innen zu gewinnen, indem man Menschen, die bei Aldi kaufen, zeigt, dass es auch jenseits von fünf Euro richtig gute Weine gibt. Die zweite Variante ist, dass man misslungene Weine über diesen Kanal verscherbelt, dass Aldi sich mit dem Namen der Weingüter schmückt und beide ihren Vorteil haben. Ich vermute Letzteres.

Herzliche Grüße

Michael


Ich vermute daß 99% der Aldi Weinkäufer diese Weine nicht für misslungen halten und sie ihnen durchaus Spaß machen (bzw. mehr Spaß als Dir oder einem großen Teil dieser hier vertretenen Bubble).
Die Weine sind auf das Aldi Publikum getrimmt und somit genau so gewollt.
Leichte Süße, dropsige Frucht, wenig Säure. So mögen es Helmut und Erika Abends beim Leberwurstbrot und anschließend aufm Balkon (Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig) ;)
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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Bernd Schulz

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Re: Aldi Aktionsweine

BeitragDi 10. Mai 2022, 22:09

maha hat geschrieben:Ich vermute daß 99% der Aldi Weinkäufer diese Weine nicht für misslungen halten und sie ihnen durchaus Spaß machen (bzw. mehr Spaß als Dir oder einem großen Teil dieser hier vertretenen Bubble).


Dieser Vermutung möchte ich nicht widersprechen.

maha hat geschrieben:Die Weine sind auf das Aldi Publikum getrimmt und somit genau so gewollt.
Leichte Süße, dropsige Frucht, wenig Säure. So mögen es Helmut und Erika Abends beim Leberwurstbrot und anschließend aufm Balkon...


Ja - aber warum überlässt es ein (ehemals?) renommierter Erzeuger wie Leitz nicht den Großkellereien, diese Klientel zu bedienen. Warum gibt er seinen guten Namen für ein Produkt wie den von Michael beschriebenen 2021er Riesling her?

Ich habe gerade noch einmal nachgeschaut: Leitz war früher mal bei PdP gelistet, mittlerweile (beziehungsweise bereits seit einiger Zeit :?: ) ist er es nicht mehr. Im Forum habe ich auch schon sehr lange nichts mehr über seine Weine gelesen. Aber dafür ist er ja nun bei Feinkost Albrecht vertreten... :twisted:.....

...naja, mit sage und schreibe 120 Hektar ist sein Betrieb auch nicht mehr ganz so klein ;) . Die 120 Hektar erklären vielleicht den speziellen Vertriebsweg für einen Teil der Produktion.

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Aldi Aktionsweine

BeitragMi 11. Mai 2022, 11:09

mixalhs hat geschrieben:Eine Variante wäre, neue Kund*innen zu gewinnen, indem man Menschen, die bei Aldi kaufen, zeigt, dass es auch jenseits von fünf Euro richtig gute Weine gibt. Die zweite Variante ist, dass man misslungene Weine über diesen Kanal verscherbelt, dass Aldi sich mit dem Namen der Weingüter schmückt und beide ihren Vorteil haben. Ich vermute Letzteres.
Die Weine, die so über die Discounter verkauft werden, sind nach meinem Eindruck mittlerweile höchstprofessionell an den Vorlieben der Kundschaft ausgerichtet, welche mit großen Mengen und mit hoher Kontinuität beliefert werden muß. Insofern glaube ich hier nicht an den Absatz mißglückter Weine.
Das Beispiel mit den Jauch-Weinen hat es recht klar gemacht, wie das funktioniert: ein bekannter Name dient als Zugpferd, einen zielgenau designten Wein unter die Leute zu bringen, und das zu einem etwas höheren Preis, als man ihn für einen No-Name-Wein verlangen könnte. So steigt beim Discounter der Umsatz und der Namensgeber hat auch was davon. Auch wenn's sich dabei je Flasche nur um Pfennigbeträge handelt, die Masse macht's dann halt. Und im Falle der Jauch-Weine kommt anscheinend keine einzige Traube aus den von Othegrafschen Parzellen, dürfte zu 100 % Zukauf sein und wird noch dazu bei Peter Mertes hergestellt. Wie das bei anderen Weingütern ist, weiß ich nicht, da ich die Flaschen nicht kenne (Abfüller vs. Erzeuger)...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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Winedom

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Re: Aldi Aktionsweine

BeitragSo 12. Jun 2022, 20:57

Bei Aldi ist ein Name wie Günther Jauch im Haus wohl überaus lohnend und die Wirkung strahlt auf das ganze Sortiment aus. Da müssen Sie am speziellen Produkt gar nicht viel verdienen. Der größte Teil des Sortiment ist ja Massenware pur. Da braucht es solche Initiativen mit Leitz usw. dann wird man auch nicht neugierig oder gar mißtrausch mit der restlichen Angebotspalette sondern bleibt zufrieden und voller Vertrauen.
Ein in Name wie Jauch hat schon ein riesige Wirkung. :o
Viele Grüße
Rainer
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