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Werden PIWIs je eine Chance bei Weinliebhabern haben?

Von der Weinbergspflege bis zur Kellertechnik
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baboon

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Re: Werden PIWIs je eine Chance bei Weinliebhabern haben?

BeitragDo 9. Sep 2021, 17:11

Also ich habe bisher durchwachsene Erfahrungen mit PiWis gemacht. Ich glaube letztenendes ist die Qualität eines Weines ja stark davon abhängig, wieviel Erfahrung der an- und ausbauende Winzer mit einer Sorte gemacht hat. Das fängt mit dem Rebschnitt im Weinberg an und hört bei der Auswahl der richtigen Hefe bzw. dem weiteren Ausbau im Keller auf. Da die PiWis noch nicht so lange verfügbar sind wie die "klassischen" Sorten, fehlt hier denke ich einfach sehr oft die Erfahrung. Ich hatte aber letztens einen Sauvignac im Glas der mir gut geschmeckt hatte - und der auch alles Potential hatte bei ordentlichem Ausbau noch viel mehr zu begeistern. Zumindest war genug Säure, Struktur und Aromatik vorhanden.

Und zur Zeitersparnis im Weinberg: mit den PiWis spart man sich auf jeden Fall mal einen Großteil der Stunden für den Pflanzenschutz. Und sicher kann man bei der Laubarbeit etwas nachlässiger sein. Allerdings: Laubarbeit, "Grünpflege" etc. sind ja nicht nur Maßnahmen des Pflanzenschutzes sondern auch aus anderen Gründen geboten, so dass man nicht ganz auf sie verzichten kann. Und wenn wir den Aufwand bei Spitzenerzeugnissen miteinander vergleichen wollen, dann bleibt unterm Strich eher nur die Aufwandsreduzierung beim Pflanzenschutz zurück.

Long Story short: Ich glaube in Zukunft werden wir mehr PiWis sehen - und mit wachsender Erfahrung und Verbreitung wird auch die Qualität (in der Spitze) steigen. Grundsätzlich abschreiben würde ich sie nicht, denn auch in der Weinwelt gibt es ja immer wieder (auch neue) Modeerscheinungen :)

Gruß
Fabian
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EThC

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Re: Werden PIWIs je eine Chance bei Weinliebhabern haben?

BeitragFr 10. Sep 2021, 11:24

baboon hat geschrieben:Ich glaube letztenendes ist die Qualität eines Weines ja stark davon abhängig, wieviel Erfahrung der an- und ausbauende Winzer mit einer Sorte gemacht hat.
...ich denke, daß ein nicht zu unterschätzender Punkt der ist, daß die Hardcore-Weinliebhaber mehrheitlich doch bei den klassischen Sorten verwurzelt sind. Z.B. Solaris geht auch in richtig gut, kostet dann aber auch entsprechend und die Hemmschwelle, für einen PiWi-Wein 20 Euronen auf den Tisch zu legen, ist wohl relativ hoch. Deshalb kann ich gut verstehen, daß die Entwicklung hin zu anspruchsvollen PiWi's von Seiten der Winzer auch eher piano voran geht...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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Re: Werden PIWIs je eine Chance bei Weinliebhabern haben?

BeitragMi 16. Feb 2022, 20:25

Wir haben zum Abendessen GemüseReibekuchen gemacht und dazu einen Johanniter 2020 vom Weingut Galler geöffnet.
Sicherlich ist dieser Wein mit knapp 12€ kein Schnäppchen. Der Anbau ist Bioland zertifiziert und der Wein vegan.
Da es mein erster Piwi war, bin ich etwas zurückhaltend an das erste Glas herangegangen. Die Sorge war aber unbegründet. Man kann in der Nase deutlich Fruchtaromen wahrnehmen. Die Säure mit ca. 5mg/L. war schon wahrnehmbar aber nicht übermäßig. Ich denke, dies ist ein guter Wein für einen lauen Sommerabend oder zu einem etwas kräftigeren vegetarischen Gemüsegericht.
Kühlschrankkalt kam er erst nicht so gut, das änderte sich schnell im Glas.

Sorry wenn ich diesen Wein nicht so toll wie andere hier beschreiben kann. Ich komme halt mehr aus der Tee-Ecke.
Viele Grüße

Thomas
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Kle

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Re: Werden PIWIs je eine Chance bei Weinliebhabern haben?

BeitragSa 19. Feb 2022, 21:17

Hallo Thomas,

das klingt ja ganz gut und macht Mut. Bei Planung einer Reise in die Nähe des Kaiserstuhls fiel mir auf, dass Unterkünfte in Weingütern besonders interessant sind. Erst später merkte ich, dass ich zu einem Winzer fahre, der vornehmlich PIWIS anbaut. Vorher interessierte mich das Thema nicht, jetzt will ich mich naiv damit befassen…

Gruß, Kle
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Kle

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Re: Werden PIWIs je eine Chance bei Weinliebhabern haben?

BeitragDo 16. Jun 2022, 20:09

Nun hatte ich meine erste Begegnung mit Sauvignac aus Versuchsanbau. Die Entdeckerfreude endete rasch: Handwerklich sicher gut gemacht, schmeckte ich ein für meinen Geschmack weichlich-süßliches Getränk ohne Ecken und Kanten und nennenswerte Säure. Lasst uns das Klima retten!, dachte ich, und damit die gewöhnlichen Sorten. Die Alternativen sind nicht erstrebenswert.
Zum Glück habe ich einen Tag später aus Pflichtgefühl noch einmal probiert. Der als "frischer Sommerwein“ bezeichnete Sauvignac 21 schmeckt immer noch recht mild, aber gleichzeitig geschliffener und mit plastischer, aber unaufdringlicher Pfirsichfrucht sowie herberen Gelbfrüchten, Apfel und auch Säurekitzel. Auch fein delikat.
Nun sehe ich dem Probieren weiterer Sorten wieder gern entgegen!
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