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Griechische Weinprobe in Würzburg

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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weinaffe

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Griechische Weinprobe in Würzburg

BeitragDi 22. Mär 2022, 19:43

Hallo zusammen,

letzten Freitag trafen sich wieder einmal einige Weinnasen in den Räumlichkeiten der örtlichen VHS, um insgesamt 15 Weine aus Griechenland (6x weiss, 9x rot) zu verkosten. Wie immer wurde "blind" probiert mit anschließender Auflösung nach jedem Wein. Da die meisten Teilnehmer bisher noch wenig bzw. überwiegend einfache Weine aus Griechenland kannten, war die Erwartungshaltung nicht exorbitant hoch. Die ausgewählten Weine konnten aber fast durchwegs überzeugen.

Folgende Weine waren im Angebot:

2018er Cuvee Speciale Extra Brut (Domaine Karanika, Amyndeo) -Makedonien-
12,5 Vol%--27 Monate Hefelager--90% Xinomavro + 10% Assyrthiko--Dosage: weniger als 3 Gramm--Produktion: 39.000 Flaschen.
Die Schaumweine von Laurens Hartman und seiner Ehefrau Anette aus der kühlsten Ecke Griechenlands gelten als die besten Prickler im Lande. Biodynamischer Weinbau und wurzelechte Rebstöcke führen zu einem Edelschäumer, der sich vor der internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Glasklare, feinhefige Nase mit Brioche und Autolysenoten, dezent Agrumen, feine Perlage, sehr frisch und ausgewogen, stimmige Säure, liegt stilistisch zwischen einem guten Cava und einem sehr ordentlichen Champagner.

2019er "Erimitis-the Hermit" (Akriotou Microwinery, Plataea) -Zentralgriechenland/ Boeotien-
13 Vol% -- 50% Savatiano/40% Assyrthiko/10% Aidani--RZ: 1,6--S:5,5--
Vassiliki Akriotou ist diplomierte Önologin und produziert auf ihrem kleinen Weingut nur insgesamt 30.000 Flaschen im Jahr, wobei ihre ganze Hingabe vor allem der autochthonen Savatiano-Rebe gilt, die den Hauptanteil der Cuvee ausmacht. Dezent blumige Nase, ein Hauch Duftseife, am Gaumen zwar absolut trocken, aber sehr weiche Haptik wegen milder Säure, dezente Mineralik, etwas seicht auslaufend. Ein etwas eigenwilliger Typus, der wenig Begeisterung auslöste. Für säureempfindliche Weintrinker aber vielleicht von Interesse.

2020er "Tear of the Pine" Retsina (Kechris Winery, Kalochori) -Goumenissa-
auf diesen "Edel-Retsina" war ich sehr gespannt, da hier mit 100% Assyrthiko aus Goumenissa und dem feinsten Harz der Aleppo-Kiefer gearbeitet wurde (13,5 Vol%--6 Monate Barriqueausbau mit Harz-- RZ: 4,5--S: 7,0--).
Sehr frische Nase, gelbe Früchte, sehr feine Harz-Ätherik, die perfekt eingebunden und absolut nicht aufdringlich ist, die paar Gramm Restzucker stören in keiner Weise, saftige Säure, raffinierter Mix aus Gelbfrucht und dezenten Eukalyptusnoten, sehr trinkanimierend, mittlere Länge. Für mich ein gelungener Versuch, die ansonsten sehr einfachen Retsinas auf ein anderes Niveau zu hieven. Man muss aber natürlich diese ätherischen Noten akzeptieren, die dieser Wein naturgemäß in sich trägt. Täglich möchte ich das auch nicht trinken, aber zur deftigen griechischen Küche passt dieser Wein höchstwahrscheinlich wie Faust auf Auge ;)

2018er Viognier "Eclectique" Spilitsa P.G.I. (Domaine Skouras, Argos)-Peloponnes-
13,5 Vol%-- 25 Jahre alte Reben--12 Monate Barrique--
Schon in der Nase sehr typisch für diese Rhone-Rebsorte, reifer Pfirsich, saftige Birne, dezente Holzwürze, kraftvoll auf der Zunge, zwar trocken, aber füllige und weiche Anmutung am Gaumen, reife Säure, perfekter Holzeinsatz, gute Fülle und Fruchtdichte, ordentliche Länge mit Frucht und Würze. Sehr gelungener Viognier in perfekter internationaler Stilistik. Allerdings nicht ganz billig (knapp 32 EURO im Handel).

2019er "34" Old Vines Santorini P.D.O. (Artemis Karamolegos, Santorini) -Santorin-
100 % Assyrthiko aus über 100 Jahre alten, wurzelechten Reben--14 Vol%--RZ: 1,2--S:6,6--Vulkanböden--
Sehr feine Aromatik mit etwas Aprikose und Zitrus, dahinter auch steinige Noten, kräftige, aber nicht zu hitzige Anmutung, am Gaumen absolut trocken mit saftiger, integrierter Säure, die den kräftigen Alkohol gut austariert, kraftvoller Körper, neben der Gelbfrucht auch steinig-mineralische Noten, gute Fruchttiefe, sehr ausgewogen mit einiger Länge. Ganz klar mein Favorit unter den trockenen Weissweinen und eine Benchmark für hochwertigen griechischen Weisswein. Berechtigte knapp 33 EURO im hiesigen Handel.

2013er "Nectar" Vin naturell doux Samos P.D.O. (UWC Samos) -Samos-
sonnengetrocknete Muscat blanc a petits grains-Trauben--6 Jahre Reifung im Holzfass--14 Vol%-- keine Aufspritung--RZ: 150--
rötlich-bräunliche Optik, deutliche Muskateller-Aromatik, etwas Altholz, ganz zarte, aber angenehme Oxidationsnoten, würzig, Hauch Karamell mit etwas Rosinen-Touch, am Gaumen trotz 150 Gramm Restzucker dank kerniger Säure in keiner Weise pappig oder überladen, sehr ausgewogen, ausgezeichnete Länge mit Holz und Trockenfrüchten. Toller Samos-Süsswein, der sein Geld mehr als wert ist (ca. 21 EURO in der 0,5-Liter-Flasche).

Die 9 Rotweine folgen in Kürze!

LG
Bodo
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mixalhs

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Re: Griechische Weinprobe in Würzburg

BeitragMi 23. Mär 2022, 10:09

Lieber Bodo,

danke für den interessanten Bericht! Bis auf den "Einsiedler" kenne ich die Weine und kann Deine Einschätzungen sehr gut nachvollziehen. Das deckt sich weitgehend mit meinen Eindrücken. Generell habe ich mit griechischen Weinen aus Rhone-Rebsorten sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bin schon gespannt auf den Rotweinteil der Probe. Vielleicht war ja ein guter Syrah dabei. Von denen gibt's in GR einige. Und ein großes Dankeschön auch für den Hinweis auf Samos. Das hatte ich schon lang nicht mehr im Glas, und ich sollte mir mal wieder ein paar Flaschen in den Keller legen.

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis zur Orthographie: Assyrtiko schreibt man nicht mit th. Das würde im Griechischen dem Buchstaben "theta" entsprechen, der wie das englische scharfe "th" ausgesprochen wird, z.B. in den Rebsorten Athiri und Thrapsatiri. Assyrtiko wird aber mit "taf" (altgriechisch "tau") geschrieben, das wie unser "t" ausgesprochen wird.

Herzliche Grüße

Michael
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weinaffe

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Re: Griechische Weinprobe in Würzburg

BeitragFr 25. Mär 2022, 16:37

mixalhs hat geschrieben:Lieber Bodo,

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis zur Orthographie: Assyrtiko schreibt man nicht mit th. Das würde im Griechischen dem Buchstaben "theta" entsprechen, der wie das englische scharfe "th" ausgesprochen wird, z.B. in den Rebsorten Athiri und Thrapsatiri. Assyrtiko wird aber mit "taf" (altgriechisch "tau") geschrieben, das wie unser "t" ausgesprochen wird.

Herzliche Grüße

Michael



Hallo Michael,

vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich sollte mir doch mal die Etiketten genauer anschauen, denn da steht es natürlich in korrekter Schreibweise :oops:

Doch nun weiter mit den griechischen Rotweinen:

2019er "Allegro" Avgoustiadis Zakynthos P.G.I. (Grampsas Winery) -Zakynthos-
100 % Avgoustiadis--12 Vol%-- Maceration Carbonique--RZ: 0,0--S: 6,4--
ein nach Beaujolais-Methode produzierter, leichter Rotwein aus der autochthonen Avgoustiadis-Rebe: leicht durchscheinendes Rubinrot, attraktive Rotfrucht-Nase nach Sauerkirschen, Himbeeren und Granatapfel, dezente Rauchigkeit, am Gaumen komplett trocken mit eleganter Dunkelfrucht, saftige Säure, relativ leichter Körper, auch im Geschmack eine dezente Rauchnote, die aber nicht wirklich stört, nicht besonders komplex oder lang, aber dafür ist er auch nicht gemacht. Leicht gekühlt auch ein attraktiver Sommerwein.

2017er Tsapournakos Velvento P.G.I. (Kamkoutis Vineyards, Velvento) -Makedonien-
100% Tsapournakos--13 Vol%--12 Monate Fassausbau--RZ: 1,6--S:5,7--
Die autochthone Rebsorte Tsapournakos soll mit der Cabernet franc verwandt sein, was ich sensorisch durchaus nachvollziehen kann: in der Nase knapp reife Cassis, Brombeere, Hauch Tabak, etwas Ätherik, wirkt durchaus kühl mit gewisser Eleganz, am Gaumen mittelgewichtig mit einer kühlen Anmutung, lebendige, aber reife Säure, dezentes, aber gut strukturierendes Tannin,Cassis,Brombeere, etwas Kirsche und angenehme, dezente Unterreife, angenehme Würze, mittlere Länge. Blind probiert hätte ich wohl auf einen Cabernet franc von der Loire getippt.

2018er Naoussa P.D.O. (Domaine Dalamara, Naoussa) -Makedonien-
100% Xinomavro--13,5 Vol%--Cuvee aus 3 Weinbergen--unfiltriert--12 Monate Fassausbau--teilweise wurzelechte Reben-aus bio-dyn.-Trauben--
Dalamara gehört zu den bekanntesten und besten Naoussa-Erzeugern. Granatfarben, aber durchscheinende Optik, in der Nase sehr sortentypisch,Granatapfel,Kirsche, etwas Dosentomate mit Oliven und eine Spur Tabak, die Xinomavro ("Schwarzsaure") kann man tatsächlich aus Hunderten von Rebsorten herausschmecken, wirkt sehr frisch, am Gaumen komplett trocken,ausgeprägte, aber passende Säure, noch etwas eckiges Tannin, der Alkohol ist bestens verpackt, wirkt nur mittelgewichtig, am Gaumen wieder Tomate, Kirsche, Granatapfel und ätherische Noten, das Holz ist nur unterstützend,mittlerer Abgang mit angenehmer Rückaromatik. Ich mag diese autochthone Rebsorte, die hochwertige Weine mit Charakter hervorbringen kann und mich in ihrer etwas rustikalen, aber durchaus auch feinen Art etwas an Barolo erinnert, auch wenn dieser Vergleich natürlich hinkt ;)

2017er "Avaton" Epanomi P.G.I. (Ktima Gerovassiliou, Epanomi) -Makedonien-
Cuvee aus 40% Limnio, 30% Mavroudi und 30% Mavrotragano--14,5 Vol%--18 Monate Barriqueausbau--
Gerovassiliou gehört zweifellos zu den bekanntesten griechischen Winzern, die ihre Weine auch international gut vermarkten können. Kräftiges Purpur, schon in der Nase ein kraftvoller Eindruck, tiefe Dunkelfrucht (Brombeeren, Kirschen), gelungener Holzausbau, der leichte Würze beiträgt, aber keine Spur von Marmeladigkeit, im Mund zwar trocken, aber mit etwas Extraktsüsse, sehr dichte Frucht, passende Säure, sehr feinkörniges, fast seidiges Tannin, kraftvoller Körper, der Alkohol ist dennoch erstaunlich gut verpackt, gute Länge mit durchaus Feuer. Ein perfekt vinifizierter, mediterraner Wein mit Klasse. Man merkt, dass Evangelos Gerovassiliou in Bordeaux Önologie studiert und dabei offensichtlich gut aufgepasst hat ;)

2016er "Diaporos" Single Vineyard Imanthia P.G.I. (Kir-Yianni, Yiannakohori) -Makedonien-
Cuvee aus 87% Xinomavro und 13 % Syrah--14 Vol%--22 Monate Fassausbau--
Kräftiges, aber leicht durchscheinendes Rubinrot, auch hier schlägt der Xinomavro schon in der Nase wieder voll durch, Tomatenkraut mit reifer Tomate, Granatapfel, etwas Tabak, sehr animierend in der Aromatik, am Gaumen komplett trocken mit saftiger Säure, feinkörniges, aber noch leicht eckiges Tannin, Granatapfel, Kirsche, Dosentomate und schwarze Oliven, sogar gewisse Eleganz, Alkohol bestens verpackt, gute, saftige Länge. Ein hochwertiger Rotwein mit ebenso hohem Spassfaktor.

Die restlichen 4 Rotweine folgen in Kürze!

LG
Bodo
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weinaffe

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Re: Griechische Weinprobe in Würzburg

BeitragSo 27. Mär 2022, 13:44

... und weiter geht es mit den letzten 4 griechischen Rotweinen:

2015er Ktima Katsarou Krania P.G.I. (Domaine Katsaros, Krania) -Thessalien-
80% Cabernet Sauvignon + 20% Merlot---13,5 Vol%--12-18 Monate Barriqueausbau---S: 5,1--RZ: 3,0--
Das Weingut ist eines der Pioniere für internationale Rebsorten. Die Erfahrung mit diesen Rebsorten merkt man sofort, da der Wein durchaus mit einem guten Bordeaux aus einem reifen Jahrgang verwechselt werden kann. In der Nase Cassis, Kirsche und dunkle Waldbeeren, geschickt verwoben mit etwas Holz, Hauch heller Tabak, sehr reintönig und klar, am Gaumen sehr ausgewogen mit der richtigen Menge an Tannin und Säure, man merkt etwas die wärmere Anmutung, aber der Alkohol ist trotzdem erstaunlich gut eingebunden, kräftiger Körper, saftige Dunkelfrucht,dezente Tabak- und Lederwürze, gute Länge. Ein gelungener Bordeaux-Blend, bei dem die Herkunft in einer Blindprobe aber kaum zu bestimmen ist. Das schmälert aber die Qualität dieses Weines nicht. Mit knapp 30 EURO im hiesigen Handel allerdings auch kein Schnäppchen.

2014er Nemea Reserve P.D.O. (Parparoussis, Patras) -Peloponnes-
100% Agiorgitiko--14 Vol%--Bio-- 2 Jahre im franz.Barrique--
Athanassios Parparoussis hat seine önologische Ausbildung in der Bourgogne gemacht, der Wein ist in einer Burgunder-Flasche abgefüllt und hat ungewöhnlich viel burgundische Eleganz für die Rebsorte, die sonst eher in Richtung Merlot geht. Sehr komplexe Nase, ein Mix aus Cassis, Sauerkirsche mit einer Spur Himbeere, keinerlei Überreife, vermischt mit belebenden grünen Kräuternoten, daher wirkt der Wein trotz seiner 14 Umdrehungen in der Nase eher kühl, am Gaumen trocken, zarte Extraktsüsse, perfekt strukturierende Säure, der Alkohol ist nicht spürbar, der Wein wirkt sogar eher mittelgewichtig, feine Rotfrucht, in keiner Weise plakativ, Hauch Tabak, wiederum eine feine Ätherik und Kräutrigkeit,perfekter, nur unterstützender Holzeinsatz etwas Resttannin sorgt für Struktur, perfekt ausgewogen,ohne zu glatt oder mainstreamig zu sein, gute Länge mit feiner Rückaromatik.
Toller Nemea at its best und für mich ein klarer Nachkaufkandidat trotz der berechtigten 32 EURO im Handel.

2018er "Mov" Slopes of Aenos P.G.I. (Petrakopoulos Wine) -Kefalonia-
wurzelechte, über 70 Jahre alte Mavrodaphne-Stöcke--14 Vol%--2 Jahre Barriqueausbau--unfiltriert--aus bio-dynamisch erzeugten Trauben--- S:5,4--RZ:2,0-- Produktion nur 800 Flaschen--
Ich war sehr gespannt auf diesen trockenen Mavrodaphne, der auch mit knapp 55 EURO Handelspreis der teuerste Wein der Probe war. In der Nase etwas Bret, dadurch Tabak-Noten und ein Hauch Pferdeschweiss, was mich aber als mit Bordeaux-Rotweinen sozialisierter Weintrinker in keiner Weise stört, im Gegenteil sogar den Wein etwas komplexer macht, ansonsten reife dunkle Früchte in Richtung Pflaumen, Brombeeren und reifer Herzkirsche, etwas wärmerer Naseneindruck als beim Vorgänger, aber durchaus appetitlich, am Gaumen zwar trocken, aber mit einiger sucrosite (Extraktsüsse), passende Säure, feingliedriges Tannin, das auch im jugendlichen Stadium nicht stört, durchaus kräftiger Körper, aber ohne jegliche Marmeladigkeit,auch hier wieder saftige Dunkelfrucht mit angenehmer Würze, Holz bestens verpackt, der Wein hat durchaus Feuer, ist aber trotzdem kein Blockbuster-Typ um jeden Preis, sehr saftig, mit würzig-fruchtiger Länge. Mit Sicherheit ein ungewöhnlich guter und interessanter Sortentyp, der abseits von den meist süss gehaltenen Weinen dieser Rebsorte liegt.

2017er "Nostos" Syrah Chania P.G.I. (Manousakis Winery, Vatalakkos) -Kreta-
14,5 Vol%--unfiltriert--aus Bio-Trauben--10 Monate französische und amerikanische Eiche--S:5,6--RZ: 3,0--
In der Nase schon sehr typisch, leicht metallische Noten, etwas Wildbret, Brombeere und Cassis, allerdings eine deutlich warme Anmutung, am Gaumen trocken mit Extraktsüsse, knapp ausreichende Säure, der Alkohol ist mit einem leichten Rumtopf-Feeling schon etwas spürbar, geht eher in Richtung Neue Welt als Nord-Rhone, sehr guter, strukturierender Holzeinsatz, reife Kirsche, Cassis, etwas Waldboden, gute, kraftvolle Länge.
Ein gut gemachter Syrah, der von einigen griechischen Sommeliers als bester Sortenvertreter Griechenlands angesehen wird. Ich hoffe aber, dass es doch noch bessere Syrahs in Griechenland gibt, auch wenn ich jetzt auf einem hohen Niveau Kritik übe ;)

Das war es wieder in aller Kürze. Insgesamt eine sehr schöne Probe mit vielen eigenständigen Weinen. Meine Favoriten in weiss waren der Santorini- und der Samos-Wein. Bei den Roten würde ich mich ohne wenn und aber für den ausgezeichneten Nemea entscheiden, fand aber auch den "Mov" sehr speziell und interessant.

Nächsten Freitag werden wir an gleicher Stelle Premiumweine aus Deutschland probieren und einige Vertreter mit internationalen Spitzenweinen blind vergleichen. Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt,insbesondere, ob man die deutschen Weine erkennt, und werde natürlich hier berichten.

LG
Bodo

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