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Dies & Jenes - Proben querbeet

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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Ollie

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragDo 15. Dez 2022, 08:14

Jahrgang 2005? "Mittlerweile"?

Ist noch vor dem ersten Kaffee, oder? :lol:

Guten Morgen!
Ollie
Lieber guten Wein als gute Vorsätze.
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Bernd Schulz

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragDo 15. Dez 2022, 08:33

Sorry, 2005 habe ich glatt überlesen. Ich sollte mir spitze Bemerkungen am Morgen verkneifen.... :oops:

Herzliche Grüße

Bernd
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Michl

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragDo 15. Dez 2022, 09:06

Ich stelle jetzt einfach einmal Alex Eindrücke von beiden Weinen hier ein, der einmal mehr wieder aufschlussreiche Notizen verfasst hat. Um Missverständnisse auszuschließen, gebe ich gleich den Erzeuger an (übrigens, Carsten, ich glaube mittlerweile, ich habe die Flaschen tatsächlich falsch zugeordnet):


"Van Volxem: Deutlich gereifte Nase nach Melasse, Karamell und Kamillentinktur. Etwas medizinisch, etwas Leinölfirnis und Sherry. Alles aber sehr präzise und aufgeräumt. Im Mund vergleichsweise schlank und kühl fließend, in der Mitte beinahe etwas leer. Dezente Grapefruit-Bittersüße, ein Hauch nur. Bäumt sich im Abgang und am Ende noch einmal deutlich auf mit einer zarten Salzspur und retronasal Toffee und ein Anflug von Milchkaffee.


Von Othegraven: Wirkt etwas weniger gereift, bzw. doch deutlich jünger. In der Nase weniger präzise, etwas diffuser, weniger übersichtlich. Getrocknete Aprikose, überreife Ananas und auch etwas in Richtung Mango. Dazwischen immer wieder leise, schüchterne Duftwolken nach feuchtem Keller und nassem Lappen. Die Fruchtsüße im Duft findet sich wieder im Mund als Alkoholsüße, leicht salzig-schärfend. Deutlich mehr Substanz als van Volxem, salzig-süß, aber durchaus auch etwas anstrengend und sättigend. Retronasal immer wieder dieser Verdacht. Nur als Ahnung.

Um was es sich handelt? Ich habe nicht die geringste Ahnung. Die salzige Süße von La Mancha würde mich in Richtung Mosel blicken lassen, dafür empfinde ich den aber als etwas säurearm. Das Aroma, das man als Korkfehler (miss)deuten könnte, hatte ich dagegenschon bei Koehler-Ruprecht gefunden.
Bei van Volxem bin ich ganz raus, das könnte alles Mögliche sein, im Alter werden sich die Dinge oft ähnlicher und nähern sich aromatisch einander an. Michl hat Rheingau in den Ring geworfen mit P.J.Kühn. Das könnte hinhauen, da ich das, was ich von diesem Produzenten getrunken habe auch als vergleichsweise verhalten in der Substanz bzw. recht schlank in Erinnerung habe. Aber das bleibt alles Stochern mit langen Stangen im Nebel.

Aromatisch finde ich persönlich von Othegraven interessanter, habe aber ein Problem damit wenn Süße, Alkoholschmelz und Salz derart zusammenkommen. Dafür bin ich organisch zu schwach."

Carsten, vielen Dank für die Weine. Beide waren für mich ein großer Genuss. Auch wenn ich eher zur Verwirrung beigetragen habe und ihr mir den Weinen einmal mehr wesentlich gerechter geworden zu sein scheint, lag ich ja zumindest regional nicht ganz daneben.
Viele Grüße

Michl
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Kle

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragDo 15. Dez 2022, 18:36

Michl hat geschrieben:großer Genuss.

Das ist schön!
Meine Verwirrung über die VDP-Flaggensymbolik habe ich nun auch korrigiert:
1 mit Rebstock daneben auf dem Etikett des Kanzemer Altenberg in "Große Lage", da nicht aus dem Rheingau, oder so. Stimmt doch, oder?

Gruß, Kle
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EThC

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragDo 15. Dez 2022, 19:36

Kle hat geschrieben:1 mit Rebstock daneben auf dem Etikett des Kanzemer Altenberg in "Große Lage", da nicht aus dem Rheingau, oder so. Stimmt doch, oder?
...steht da wirklich "Große Lage" drauf, die gab's in 2005 doch noch gar nicht. Die GG's aka Großen Gewächse kamen damals aus den "1. Lagen", ab 2012 gab's dann "Große Lagen" und "Erste Lagen", letztere allerdings nicht an der Mosel... :?

Mit den "Ersten Gewächsen" aus dem Rheingau hat das nicht direkt was zu tun.

So jedenfalls mein beschränkter Wissensstand...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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Kle

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragDo 15. Dez 2022, 20:29

ja, Du hast recht, danke, 1. Lage meinte ich.

GRUß, KLE
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maha

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragMo 19. Dez 2022, 12:22

Wir hatten letzten Freitag eine wunderschöne Runde, in der zur genialen Gans auch ein paar wundervolle Weine getrunken wurden. BYOB mit dem Motto "Gans geile Weine"
Alle blind außer Champagner und Auslese.

Vorweg aus der Magnum:
Champagner Ayala (welchen genau hab ich leider nicht mehr auf dem Schirm)
War aber ein sehr schöner Schäumer, nicht ganz staubtrocken bzw. mit schönem Extrakt und sehr ausgewogen

Erster Weißwein Flight:
Huber Bienenberg Chardonnay, 2015
Die Flasche stammte ursprünglich mal aus Rolfs Keller und wurde somit ab Weingut gekauft und von da an perfekt temperiert gelagert. Das zeigte sich auch in einer jugendlichen Frische. Schießpulver und Reduktion in der Nase, knackige Säure, frisch und zitrisch. Einige waren im Burgund, und die Aussage war: "Wenn das aus deutschland kommt, dann kann das nur Julian Huber so gut". Hätte ich auch älter geschätzt. Der Wein polarisiert sicher und macht Hubertypisch ordentlich "Krawall" im Glas.

Im anderen Glas war das komplette Gegenteil aber nicht minder schön.
Stephan Kraemer, Silvaner alte Reben, 2018
Ein Natural, Bio-Landwein aus dem Taubertal. Blind für Chenin von der Loire gehalten. Wahnsins Komplexitätsmonster. Auf Silvaner wäre ich im Leben nicht gekommen. Mitgebracht vom (mMn) derzeit besten deutschen Silvaner Winzer, Carsten Saalwächter, war das weit weg vom gängigen Natural-Apfelmost-Freak-Stoff. Spannende Kräuter Nase, tief und komplex. Voller Körper, zurückhaltende aber dennoch Strukturgebende Säure, Auch Frucht war schön vorhanden. Sehr schöner Trinkzeitpunkt. Ein beindruckender Wein!

Weiter gings mit dem ersten Rotwein vor dem Essen. Aus der Magnum:
Huber Spätburgunder "R", 2002
Ebenfalls direkt ab Weingut gekauft, allerdings erst Jahre später als Rarität erworben. Wurde wahrscheinlich vorm Verkauf noch mal neu verkorkt, denn der Korken war sicher keine 20 Jahre in der Flasche.
Spot on, auf den Punkt gereift, war das großes Spätburgunder Kino. Dunkle Kirsche im Überfluß, gepaart mit etwas Schwarzbrot und Kaffee. Geiler Wein, den man aufgrund der Magnum in großen Schlücken über den restlichen Abend genießen konnte

Dann folgten:
Giovanni Chiappini, Guado de' Gemoli, Bolgheri, 2009
Supertuscan, der auch als schöner BDX durchgegangen wäre. Cabernet lastig mit etwas Paprika und schöner Struktur. Feine Tannine, passte hervorragend zur Gans

Knipser Kirschgarten, Spätburgunder GG, 2011
Auch hier recht schnell als Spätburgunder zu identifizieren, Auf Deutschland kamen dann auch viele. Aber woher war zunächst unklar. Hier eher helle Kirschfrucht, recht strammes Tanningerüst (fand ich). Auch hier war der Trinkzeitpunkt annähernd optimal.

Delaire, Graff Estate, The Banghoek, 2017, Stellenbosch
53% Cabernet Franc, 35% Cabernet Sauvignon, 9% Petit Verdot und 3% Malbec. 16 Monate in französischen Eichenfässern, davon 60% Neuholz
Cabernet war deutlich zu schmecken. Noch recht jung und wuchtig. Etwas Reife tut ihm noch besser. Blumige Nase und viel Dunkle Frucht (Pflaume dominierte bei mir). Im Mund wuchtiger Antritt, voller Körper, kräftige Gerbstoffe, Schwarze Frucht und Pfeffer. Nice! Südafrika ist eine sehr spannende, in meinem Keller sehr unterrepräsentierte Region. Sollte man ändern

Gantenbein, Pinot Noir, 2017
Carsten war sofort bei Pinot Schweiz und auch bei Gantenbein, der Rest in DE. Zu Anfang noch recht viel laktische Säure, das legte sich aber mit etwas Luft und Zeit. Ein paar Jahre Flaschenreife hätten ihm sicher noch gut zu Gesicht gestanden. Ansonsten trank sich das schon ausgesprochen Schön. Ich hatte bisher nur eine Begegnung mit Gantenbein (ein 2007er, vor ca 4 Jahren). Da war die Stilistik noch eine ganz andere. Damals hatte er viel mehr Wucht, Holunder, Thymian (was auch an der Reife gelegen hat), ... Dieser war viel leiser und feiner ziseliert (filigraner). Die Frucht mehr Erdbeere und weniger Kräuter. Sehr spannend. Leider auch schwer zu bekommen und nicht ganz günstig

Mouton Rothschild, 1979
Wow, What a wine. Sofort als BDX erkannt, hatte ich allerdings Pauillac sofort ausgeschlossen. Befand sich aber noch im Sekundäraromenspektrum. Schöne, ausgewogene Frucht, seidenweiche Tannine, etwas Leder und ganz leicht Rosine, hammer Länge. Klasse Wein!

Der
Chateau Batailley, 1986
hingegen wirkte etwas müder. Bereits als Risokoflasche angekündigt war das dennoch besser als der Spender dachte. Natürlich nicht auf Augenhöhe mit dem Mouton, aber für mich noch mit Genuss trinkbar

Dann kam ein Weißwein Nachzügler, den ich unwissentlich schon mal im Glas hatte, bei unserer großen DE vs. FR Chardonnay Verkostung:
Bachelet-Monnot, Maranges 1er Cru, La Fussière, 2016.
Vor ca 3,5 Jahren trat er gegen einen 2016er Knewitz Chardonnay Reserve an, und machte für mich damals das Rennen. Ich hab mir gerade noch mal die VKN von damals durchgelesen. Da hatte er noch viel Schießpulver. Das ist jetzt nicht mehr ganz so sehr ausgeprägt, war aber noch erkennbar. Dazu eine schöne Frucht gepaart mit einer leichten Vannille Note, und floralem touch. Schöne Länge. Schade dass der Zug verspätung hatte, den hätte ich gerne im ersten Weißwein Flight gehabt.

Zum Finale gab es dann noch mal geilen Wein aus großen Flaschen
Chateau Palmer, 1973, eine Magnum abgefüllt von Berry Bros & Rudd
Den hatten wir bei der großen Palmer Probe schon mal aus der Eintel, und witzigerweise war diese Magnum schon etwas weiter als die Eintel damals. Diese hatte schon leichte tertiäre Ansätze, war aber trotzdem noch gut in Form. Die Details verschwimmen gen späterer Stunde leider etwas

Zum Dessert gab es noch eine
St. Urbanshof, Piesporter Goldtröpfchen, Riesling Auslese, 2007.
In Würde gereifter Riesling, mit schönem Süß-Säure Spiel und schönen Reifenoten. Passte hervorragend zum weihnachtlich gewürzen Schoko Mousse

Vielen Dank an alle Spender und vorallem dem Gastgeber für diesen genialen Wein-Gans Abend

Vielleicht haben @Graves und @Duhart09 noch ein paar Ergänzungen beizusteuern

Gruss
Marko
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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Sauternes

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragMo 19. Dez 2022, 16:59

@maha
Hallo, bzgl. Südafrika habe ich einen Tip, hier https://www.capewinebestwine.de/shop gibt es bis Ende des Jahres 20% auf alles, Code ist: X-MAS .
Ein Händler mit nicht überbordenen Angebot, klein aber fein, viele kleinere Weingüter sind da vertreten, es gibt auch schon leicht gereifte Weine da, 2015 als Jahrgang ist sehr zu empfehlen.

Ich hatte schon mal im Südafrika Thema geschrieben, probiert mehr aus dieser Region, es lohnt sich.

Gruß Heiko
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Herr S.

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragSo 8. Jan 2023, 16:56

Moin moin zusammen,

gestern fand in kleiner, eingespielter Runde bei uns eine Loire-Probe statt mit Schwerpunkt Cab Franc und Chenin. Den Anfang machte der Bouvet-Ladubay extra Brut Zéro. Viel habe ich nicht notiert, da war viel frischer Apfel, etwas Apfelsaft, zitrische Anklänge, eine lebendige Säure und ein toller Trinkfluss, die Flasche war umgehend leer. Ein schöner , unkomplizierter Sprudler. Dann kam auch quasi schon der Höhepunkt: Coulée de Serrant 2008. Das war im Duft wie am Gaumen ein unfassbare guter Wein, da waren viele reife Früchte, Wachsapfel, Birnensaft, etwas Ananas, Quittengelee, weiße Mandeln, am Gaumen dann hinten raus noch eine unerhört gute, helle Würzigkeit, Umami wie von hellem Miso, eine superreife Säure und eine unfassbare Länge. Damit könnte mein weißer Weindes Jahres bereits jetzt feststehen, punktemäßig bin ich hier im hohen 90er-Bereich. Und das allerschönste: ich habe noch eine zweite Flasche!
Weiter ging es mit 5 Roten, die ersten vier davon aus 2015 und der letzte aus 2013. Der Chinon „Grezeaux“ von Baudry war der erwartet rustikale Bursche, da war viel Brett im Spiel gepaart mit schöner Beerigkeit. Am Gaumen ebenfalls eher rustikal-animalisch aber Nichtannahme Charme. Ich mag das sehr und bin schon länger Fan dieses Weins, der in seinerJugend häufig recht abweisend sein kann. Als nächstes gab es den „Clos des Quarterons“VV von Amirault. Im Duft wesentlich „sauberer“ als der Baudry, feine blaue Beerenfrucht gepaart mit etwas Unterholz, am Gaumen dann auch dezent mit Animalik unterlegte, schöne Beerenfrucht mit frischen Heidelbeeren und Brombeeren. Zusammen mit der schönen Säure und dem milden Tanning ein hervorragender Wein. An dritter Stelle gab es den Bourgueil mi-pente von der Domaine de la Butte. Auch hier eine feine, blaubeerige Frucht im Duft, etwas nasser Stein, dezent braune Butter und kräuterig--ätherisch, wirklich schön. Am Gaumen zupackend mit minimal rauem, passendem Tannin, dazu wieder eine feine blaue Beerenfrucht, etwas Bratensaft und Zündplättchen. Auch dies ein schöner Vertreter seiner Art. Der letzte 2015er war der „Les Memoires“ von der Domaine des Roches Neuves. Das war der eleganteste, feinste der vier 2015er, keinerlei Animalik aber eine sehr schöne, wiederum blaubeerige Frucht, Petrichor, Veilchen und Rosenblätter. Auch am Gaumen sehr sanft und im Vergleich filigran mit frischen Heidelbeeren, etwas Cassis, feiner Mineralik und schöner Säure bei kaum spürbarem Tannin. Alle vier 2015 hatten bei feinen Unterschieden in der Animalik doch eine grundlegend ähnliche DNA. Den Abschluss bildete der einzige 2013er und zwar der „Les Motelles“ von Guiberteau. Im Duft dezent laktisch, feine blaubeerige Frucht ( ja, überraschend , gell?), etwas nasses Papier, Bratensaft und Kaffesatz. Am Gaumen mit noch dezent präsentem Tannin, einer lebendigen Säure und schöner Balance aus blauer Beerenfrucht, floralen Anklängen und dunkler Würzigkeit bei eher mittlerem Körper. Ein eleganter Wein, dem Les Memoires nicht unähnlich in seiner Art aber etwas dunkel-würziger hinten raus.
Fazit: trinkt mehr Cab franc und Chenin von der Loire!

In diesem Sinn,
Björn
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"Not that we needed all that for the trip, but once you get locked into a serious drug-collection, the tendency is to push it as far as you can." (Hunter S. Thompson, Fear and Loathing in Las Vegas)
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Nora

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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

BeitragMo 9. Jan 2023, 09:39

Am Wochenende habe ich mit meinen Gästen ein paar schöne Weine getrunken:

Battenfeld-Spanier, Blanc de Blanc extra brut 2011
Sehr komplex; Brioche, exotische Früchte; feine Perlage; dann sehr mineralisch; füllt den Mund aus, nicht knochentrocken und sehr cremig; schön und empfehlenswert

Kühling-Gillot, Rothenberg Wurzelecht Riesling, 2013
würzig, mineralisch; ordentlich Druck am Gaumen mit viel Schmelz und Tiefe; lebhafte Säure; ganz am Anfang des Trinkfensters; toll!

Breuer, Nonnenberg 2005
Goldgelb; reifes Steinobst, dezent Karamell, jodige Noten; reich und schön; immer noch lebendige Säure und deutliche Mineralik; langer Abgang; ausgezeichnete Flasche!

Die beiden Rieslinge hatten einen ganz starken Auftritt, da hatten es die beiden folgenden Spätburgunder schwer:

Kuhn, Spätburgunder Steinbuckel GG 2015
Sauerkirsche, aber auch etwas laktisch-erdbeerig; ungemein schöne, lebendige Säure mit feinem Holztouch; an diesem Abend fehlte etwas die Komplexität; derzeit sollte man noch ein bisschen warten

Huber, Wildenstein 2007
Die Flasche präsentierte sich deutlich gereifter als meine letzte vor eineinhalb Jahren getrunkene Flasche; Herbstlaub, pilzig, eine Mittrinkerin sprach von „nassem Hund“; am Gaumen dann sehr fein und elegant, fast ätherisch; deutlich tertiäre Aromen; kaum mehr Tannine; für Altweintrinker sehr, sehr schön; trinken!

Beide Spätburgunder harmonierten sehr gut, profitierten sogar von dem begleitenden Essen Kalbsfilet mit Morchelsauce.

Der Suduiraut 1996 zu Roquefort war ein würdiger Abschluss.

Ein sehr schöner Abend mit tollen Weinen!

VG, Nora
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