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Maremma

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olifant

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Re: Maremma

BeitragMi 25. Sep 2013, 08:56

... gestern im Glas ...

Vallerana Alta 2009 Ciliegiolo IGT, Antonio Camillo (Poggio Argentiera) - Grossetto, 100% Ciliegiolo, Einzellage, 40 jährige Reben

mittleres glänzendes Rubinrot; reife Kirschen, Zwetschken, Preiselbeeren, jeweils ein Tick Macchia Würze und Vanille; am Gaumen mittelgewichtig aber voll, fein aromatische rote Früchte und Beeren und feine Würze, dezent mineralische Anklänge, komplex und tief, feines sehr gut stützendes aber nicht dominantes Tannin, feine Säure, erfrischend mit immensen Trinkfluss; langer feinergliedriger Abgang mit Frucht/Tannin - 17,5/20 op

War für mich in der letzten Zeit mein favorisierter Toskaner, jetzt auf dem Höhepunkt, leider bei mir aber ausgetrunken. Absolute Empfehlung.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Maremma

BeitragMo 30. Sep 2013, 13:57

... gestern im Glas ..

Morellino di Scansano 2008, Poggio Nibbiale da Buchheim - Maggliano in Toscana, 85% Sangiovese, je 5% Canaiolo, Montepulciano und Cabernet Sauvignon - je nach Jahrgang wandert auch ein kleiner Anteil Petit Verdot in den zulässigen 15%igen Komplementärsortenanteil.

dunkles Rubinrot mit festem Kern; würzige 'junge' Frucht mit dunklen Beeren und schwarzen Kirschen, Kräuterwürze; am Gaumen recht kompakt, die würzige junge Frucht wirkt jung-modern, sehr rund, aber in sich stimmig, kräuter- und holzwürzige Noten, samtiges Tannin und gute Säurebalanze, guter Trinkfluss, schöne Würze; mittellanger bis langer fruchtig-würziger Abgang - 16(+)/20 op

Obwohl nur ein einfacher Morellino wirkt der Wein noch nicht fertig, mit schönen Anlagen aber noch nicht ganz harmonisch. Interessant statt der sonst gerne bai anderen Erzeugern verwendeten Syrah hier mit einem Anteil Montepulciano in der Cuvée, mit deutlich spürbarem Einfluss - aber stimmig. Der Holzeinfluss ist kaum spürbar, auf jeden Fall deutlich geringer als sich die VKN vllt. liest.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Maremma

BeitragDi 1. Okt 2013, 09:16

... gestern im Glas ..

Morellino di Scansano Riserva 2009, Fattoria Le Pupille - Istia d'Ombrone, 90% Sangiovese, 10% Cabernet Sauvignon, Ausbau in Barriques 40% neu, 60% Zweitbelegung

dunkles glänzendes Rubinrot; würzige rot-schwarze Frucht (Beeren, schwarzen Sauerkirschen), feine Würze; am Gaumen sehr gute mittlere Konzentration, stimmige Fruchtnoten korrespondierend zur Nase, ausgestattet mit feiner unaufdringlicher Würze, feines Tannin gepaart mit lebendiger Säure, schöne Balanze, gewisse Tiefe und Eleganz; annähernd langer Abgang mit Frucht, Säure und feiner fruchtiger Würze- 16,5/20 op

Die Qualitätsstufe zwischen dem hervorragenden Poggio Valente, ebenfalls einem nominellen Morellino di Scansano Riserva, und dem einfachen Morellino di Scansano wird bei Le Pupille durch den oben genannten 'einfachen' Riserva vertreten. Qualitativ in Ordnung und im Preisgefüge ebenfalls zwischen den Vorgenannten angesiedelt besitzt er jedoch nicht die Klasse eines Poggio Valente. Hierzu fehlt es an Intensität, Tiefe und Komplexität. Sucht man jedoch einen gehobenen Begleiter zu regionaler mittelitalienischer Küche, ist dies eine gute Wahl.

Jetzt gut zu trinken und mit Reserven für sicher 3-4 Jahre. Das Barrique ist gut gehandelt und nicht dominant, ebenfalls derzeit (noch) keine störenden Trocknungsnoten.
Grüsse

Ralf
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Gerald

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Re: Maremma

BeitragFr 18. Okt 2013, 11:54

So richtig begeistern konnte mich der Einstiegswein des ambitionierten Projektes Tenuta di Biserno aus dem Antinori-Imperium nicht.

Bild

Sehr schöne Aromatik, aber am Gaumen fast unangenehm plump und unharmonisch. Vielleicht besser als Begleiter intensiv schmeckender, stark gewürzter Gerichte geeignet, solo jedenfalls kein echter Genuss. :? Für den Preis hätte ich auch von einem Basiswein jedenfalls mehr erwartet. Das Interesse für die teureren Weine der Tenuta (der Topwein "Lodovico" wird immerhin um fast 200 Euro im Handel angeboten :o ) ist jedenfalls damit nicht geweckt ...

Grüße,
Gerald
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olifant

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Re: Maremma

BeitragMo 4. Nov 2013, 12:08

... am WE im Glas ...

Vallerana Alta 2011 Ciliegiolo IGT, Antonio Camillo (Poggio Argentiera) - Grossetto, 100% Ciliegiolo, Einzellage, 40 jährige Reben

glänzendes transparentes Rubinrot; reife Schattenmorellen und Preiselbeeren, Würze und angenehm Vanille; am Gaumen mittelgewichtig aber voll, aromatische rote Früchte und Beeren korrespondierend zur Nase mit feiner Würze und angenehmen bestens integrierten (Barrique-)Fassausbau ( will sagen, in keiner Weise aufgesetzt oder aufdringlich), mineralische Anklänge, komplex und tief, feines sehr gut stützendes aber nicht dominantes Tannin, sehr gute Säurebalance, herrlicher Trinkfluss; langer aromatischer Abgang mit Frucht und Würze, leicht raues Tannin - 17-17,5/20 op

Jahrgangsbedingt fällt der Wein diesmal etwas satter aus als das 2009 Pendant. Auch diesmal absolute Empfehlung.
Grüsse

Ralf
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Weinbertl

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Re: Maremma

BeitragFr 15. Nov 2013, 13:46

hallo,

gestern im Glas:

2006 Campo alla Sughera, Az.Agr. Campo alla Sughera, Bolgheri.

Bei diesem Wein handelt es sich um den Topwein des Hauses Campo alla Sughera, welcher überwiegend aus Petit Verdot und ein wenig Merlot besteht (die genaue Zusammensetzung konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen).

In der Farbe sehr dicht ohne Reifeanzeichen. Bereits in der Nase merkt man, dass hier keine gängige Rebsorte verwendet wurde. Ein Mix aus Tinte, Blumenduft (evlt. Veilchen und Rosen), Tabak, Eucalyptus, orient. Gewürze. Mit der Zeit wird das Nasenbild grüner. Ziemlich expressiv.
Am Gaumen zu Beginn immens griffig mit kräftiger Säure, jedoch nur mittelmäßig ausgeprägtem Tannin. Danach süße reife Frucht, etwas Kakao. Mit der Zeit entwickelt sich eine angenehme kühle Aromatik, wird etwas schlanker, legt dann aber wieder etwas "Fett" an i.V.m. etwas vanilligem Holz. Abgang von sehr guter Länge. Es fehlen mir etwas die Tannine, welche noch mehr Struktur verleihen würden, die Säure reicht mir hierfür nicht ganz aus. Das ist aber der einzige nennenswerte Kritikpunkt.

Fazit: der Wein hat sich von sehr kräftig zu schlank und dann wieder in Richtung üppig entwickelt. Konnte an der Luft zulegen (im großen Dekanter) und deshalb traue ich ihm noch etwas Entwicklung zu. Teilweise sehr eigenwillige Aromen, die man nicht jeden Tag im Glas hat. Aufgrund dieser Eigenwilligkeit bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Ich fand ihn interessant, aber nachkaufen möchte ich nicht. 17-17,5 P.
Grüße
Robert
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olifant

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Re: Maremma

BeitragDi 10. Dez 2013, 12:24

... gestern im Glas ...

CapatostA Morellino di Scansano 2008, Poggio Argentiera - Grosseto, Cuvée 85% Sangiovese, 10% Ciliegiolo und 5% Alicante

dunkles Rubinrot mit opakem Kern; Pflaumen und Amarenakirschen, starke Würznoten, auch Kokos/Vanille, etw. Kräuter, intensiv; am Gaumen sehr konzentriert, voll reife Pflaumen u. Kirschen, etwas Vanille, Pfeffer- und Gewürzanklänge, samtiges fülliges Tannin, gut eingepasste Säure, kompakt; langer warmer Abgang auf reife würzige Frucht, gute Säure - 17-17,5/20 op

Noch deutlich vom Ausbau geprägt, wer hedonistischen Stil mag sollte ihn jetzt trinken, wer's eleganter mag sollte den Wein besser noch 3-4 Jahre liegen lassen.
Im Moment recht fett, aber dennoch nicht ermüdend.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Maremma

BeitragDi 17. Dez 2013, 09:59

... gestern im Glas ..

Morellino di Scansano Bellamarsilia 2012, Poggio Argentiera - Grosseto, Cuvée Sangiovese 85%, Ciliegiolo 15%

dunkles glänzendes Rubinrot; würzige junge Frucht von Morellinokirschen, etwas Veilchen; am Gaumen kompakt, würzige Frucht, reifes leicht sandiges Tannin, sehr gute Säurebalanze, guter Trinkfluss, angenehme fruchtige Würze, Alkohol steht etwas vor; mittellanger bis langer fruchtig-würziger Abgang - 16(+)/20 op

Noch junger Morellino der ganz auf feine aber dichte Frucht setzt. Eher klassischer Jahrgang mit gewisser Kühle, leider steht der Alkohol im Moment etwas vor. Zu Papardelle mit Wildschwein und ähnlich gelagerten Pastagerichten eine passende Wahl, als Solist eher nicht.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Maremma

BeitragMi 8. Jan 2014, 15:01

... vor kurzem im Glas ...

Perlato del Bosco 2001 Rosso Toscano, Tua Rita - Suvereto, 100% Sangiovese

dunkles Rubinrot mit granatroten Reflexen und bräunl. Randaufhellung; würzige Kirsch- und Zwetschkenkonfitüre, Tabak und Ledernoten; am Gaumen recht konzentriert, reife schwarz-rote Steinobst- und Konfitürennoten, etwas würzige Kräuter-/Waldbodennoten, dazu dunkler Tabak und Leder, abgeschliffenes feinsandiges Tannin, schöne Säure, gute Balance, trocken, angenehme Dichte und Tiefe; langer Abgang mit gereifter Frucht und würzigen Tabak-/ Ledernoten - 17/20 op

Die erste, aber auch letzte Flasche dieses Weins, die mir nach einigen vergeblichen Versuchen, sowohl als Wein, als auch als Sangiovese einigermassen zugesagt hat.
Jung war das ein recht unharmonischer Tanninbomber, zwischenzeitlich komplett aus der Balance, zeigt er sich nun im würdigen Alter von 12-13 Jahren als kraftvoller Chianti Classico Riserva - Typ und entwickelt sogar eine gewisse Noblesse. Soweit so gut. Allerdings gibt es da eigentlich reichlich gute CCL-Riservas, die auch jung, bzw. auch in Zwischenstadien vor der Altersmilde Spass bereiten.

Der eigentliche Haken an diesem Wein ist nicht unbedingt die Wartezeit, obwohl diese m.E. bei den Preis- und Qualitätsvorstellungen des Gutes auch irgendwo kommuniziert werden könnte, sondern die typisch ital. Freude am Ändern und Experimentieren - von 1992 bis 2001 als reinsortiger Sangiovese, von 2002 bis 2010 als Sangiovese / Cabernet Cuvée mit bis zu 40% Cabernet, und seit 2011 wieder als sortenreiner Sangiovese.
Eigentlich weis man wohl nie was aus der Flasche, bzw. ins Glas kommt, gibt es ein verlässliches Geschmacksbild / Weintypus, usf. - eine Kundenbindung fällt da wohl eher schwer, oder ist diese evtl. nicht beabsichtigt? Preislich befinden wir uns hier doch schon im sog. Premiumsegment. Mal wieder Kopfschütteln über die von mir eigentlich geliebten Italiener.
Grüsse

Ralf
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Barrique-Haus

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Re: Maremma

BeitragMo 13. Jan 2014, 10:26

Gualdo del Re - Federico Primo 2005

http://barriquehaus.de/2014/01/barrique ... ng-zum-82/

Dem Barrique-Haus gefällt besonders:
Dass Feingefühl und die Eleganz, die dem aromatisch-typischen Cabernet eine ganz eigene Handschrift verleihen. So was von gekonnt, eindrucksvoller Schliff. Die Nase intensiv mit markanter Cassis-Note. Perfekt reife rote und in der Mehrheit dunkle Beeren sowie eine schmeichelnde, subtile Würze. Filigranes, röstiges Holz, Paprika, getrocknete Kräuter und erdige Nuancen. Feiner Tabak, Gewürze und eine Spur Kakao. Kühle Elemente, fast spürbare Mineralität und gute Frische. Wirkt schlank und fest mit sehr konzentrierter Kraft. Lebt von bester Balance, enorm galant und gefühlvoll. Gewisse Komplexität, zeigt Tiefe, gekonnt und einfach reizvoll. Am Gaumen kühl und merklich mineralisch. Sehr saftig und mit reichlich Schliff versehen. Richtig konzentrierte Power, trotzdem leichtfüßig, sanft und mit feinstem Samt. Die sehr feine, lebendige Säure und die sehr feinen Gerbstoffe tragen beispielhaft zur eleganten Harmonie bei. Erneut die vielschichtige Aromatik mit ein Bisschen Bitterschokolade und Kakao im Vordergrund. Der Abgang fest, schmelzig, sehr gut und sehr lang. Wärmend mit ein wenig spürbarem Alkohol und nachhaltig auf feinen Kakao mit Bitterschokolade. Abermals die bekannte Aromatik, feinfühlig, zart und filigran.
Dem Barrique-Haus gefällt weniger:
Fehlanzeige
Allein oder zum Essen?:
Beides (bei 17-19°C), verkostet im “Bordeaux Grand Cru” (Riedel Sommeliers)
Viele Grüße
Das Barrique-Haus

http://barriquehaus.de/
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