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Supertoskaner

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Marvin77

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Re: Supertoskaner

BeitragFr 9. Okt 2020, 10:24

Hallo Olifant!

Den Il Seggio haben wir vor kurzem und den Volpolo vor längerer Zeit getrunken. An den Volpolo kann ich mich aus diesem Grund nicht mehr so gut erinnern. Jedoch hat er auf jeden Fall geschmeckt und keinen negativen Eindruck hinterlassen. Der Sapaio (2015) ist übrigens sehr gut, aber natürlich mich ca. 50 EUR auch eine andere Preisklasse.

olifant hat geschrieben:Il Seggio 2016 Bolgheri DOC, Poggio al Tesoro (Corte Giara S.r.l. = Allegrini) - Castagneto Carducci, Cuveé 40% Merlot, 30% Cabernet Sauvignon, 20% Cabernet Franc, 10% Petit Verdot,
zeigte sich dem entgegen voll und ganz als absolut typischer und ausgewogener nahezu perfekter Supertoskaner-Bordeaux-Zweitwein: rund und ausgewogen in allen Belangen, keine Ecken und Kanten, ausbalanzierte Frucht - Tannin - Säure und sehr trinkfreudig dazu und auch nicht allerwelts-beliebig - 17,5/20 op
Einziger Makel: technisch zu perfekt ;) , stammt halt aus dem Hause Allegrini.

Beide Weine gibt's für ca. 20€/Fl., empfehlen könnte man jeden, je nach Vorlieben.

Deine Beschreibung des Il Seggio finde ich sehr gelungen. Ein sehr ausgewogener und gefälliger Bolgheri zu einem fairen Preis. Denke der dürfte so ziemlich jedem schmecken.

Viele Grüße
M.
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Marvin77

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Re: Supertoskaner

BeitragFr 9. Okt 2020, 10:32

Hallo @ alle!

Schon wieder ich ;).

Der Beitrag überschneidet sich thematisch so ein wenig mit meiner Frage im Bordeaux 2016-Strang. Hoffe das ist ok.

Ich wundere mich über folgendes: Bei Bordeaux-Weinen lese ich sehr oft, dass die Trinkreife erst nach vielen Jahren eintritt. Habe oftmals Zeitspannen von 10-25 oder sogar 20-40 Jahren gelesen. Dagegen hat mir ein Weinhändler meines Vertrauens in einer Mail geschrieben, dass er bei vielen Toskana-Weinen die Erfahrung gemacht hat, dass diese ab ca. 15 Jahren "verlieren".

Nur zu Eurer Sicherheit: Es ging um einige Weine in den Preisklassen von ca. 70 - 200 EUR (Saffredi, Paleo, Biserno Bibbona).

Da es sich aber - im Kontext des Mailaustausches - um Toskana-Weine mit primär Bordeaux-Rebsorten handelte frage ich mich jetzt woran das eurer Erachtens liegt oder ob das für die o.g. Weine eures Erachtens nicht gilt.

Freue mich schon auf Eure Antworten.

Viele Grüße
M.



Hat das
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sorgenbrecher

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Re: Supertoskaner

BeitragFr 9. Okt 2020, 13:28

Ich verweise ebenso auf meine Antwort im 16er Bordeaux-thread. Einige dutzend Toskaner incl. der absoluten Spitze habe ich zuletzt getrunken, keiner war wirklich verschlossen, viele Weine groß.
Gruß, Marko.
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Marvin77

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Re: Supertoskaner

BeitragFr 9. Okt 2020, 13:41

Hallo Sorgenbrecher!

Vielen Dank für Deine Antworten hier und im Bordeaux-Strang :).

Da freut es mich, dass ich einige Weine aus 2016 (und auch 2015 was wohl in der Toskana auch ziemlich gut war) auf Lager habe.

Hast Du eine Idee warum bzw. ob sich Bordeaux-Weine wirklich so viel länger halten wie Toskana-Weine aus primär französischen Rebsorten?

Oder ist das Deiner Meinung nach gar nicht so?

Bis dann
M.
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olifant

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Re: Supertoskaner

BeitragMo 12. Okt 2020, 15:49

Marvin77 hat geschrieben:Hallo Sorgenbrecher!

Vielen Dank für Deine Antworten hier und im Bordeaux-Strang :).

Da freut es mich, dass ich einige Weine aus 2016 (und auch 2015 was wohl in der Toskana auch ziemlich gut war) auf Lager habe.

Hast Du eine Idee warum bzw. ob sich Bordeaux-Weine wirklich so viel länger halten wie Toskana-Weine aus primär französischen Rebsorten?

Oder ist das Deiner Meinung nach gar nicht so?

Bis dann
M.


Verallgemeinern lässt sich da eigentlich gar nix, so Aussagen wie (im weiter oben stehendem post, von deinem Weinhändler), ..."nach 15 Jahren bauen die Weine ab"..., trifft ggfls. auf eine Mehrzahl von Weinen zu, auf andere wenige eben doch nicht.
Generell besteht im Bordeaux eine langfristig generationenübergreifende Erfahrung in Sachen Rebsorten (CS, M & Co.) und Terroir, dass wohl auch gerne weitergegeben, aufgefrischt und angepasst wird.
Diese Erfahrung mit Bordeaux-Rebsorten in der Toskana ist bei Weitem nicht so alt ... also nicht weiter verwunderlich wenn es nach 30 - 50 Jahren noch Defizite geben sollte.

Andersrum wäre es doch interessant zu sehen, wenn manche Bordelaiser versuchen würden Sangiovese / Brunello zu kultivieren und zu keltern und was so dabei rauskäme? :shock:
Grüsse

Ralf
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Marvin77

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Re: Supertoskaner

BeitragMo 12. Okt 2020, 21:21

Hallo Olifant!

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Vielleicht habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Der Weinhändler meines Vertrauens hat durchaus auch einige Toskana-Beispiele genannt die sehr lange Trinkfenster haben.

Ich finde es nur interessant, dass scheinbar Bordeaux-Weine sehr, sehr lange "haltbar" sind bzw. auch oft lange bis zur Trinkreife brauchen und das bei Italienern scheinbar anders sein soll.

Die Idee mit der Sangiovese-Traube im Bordeaux wäre wirklich ein interessantes Experiment. Ich befürchte nur die Franzosen würden die nicht so gut finden :mrgreen:.

Auf jeden Fall ist es schön sich hier mal über Weine austauschen zu können ;).

Viele Grüße
M.
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EThC

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Re: Supertoskaner

BeitragMo 12. Okt 2020, 22:52

Marvin77 hat geschrieben:Die Idee mit der Sangiovese-Traube im Bordeaux wäre wirklich ein interessantes Experiment. Ich befürchte nur die Franzosen würden die nicht so gut finden :mrgreen: .

...die Portugiesen haben's mit Touriga Nacional ja schon ins Bordelais geschafft, wenn auch vorläufig mit nur max. 5 % Cuvée-Anteil...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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Marvin77

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Re: Supertoskaner

BeitragDo 15. Okt 2020, 12:19

Hallo EThC!

Vielen Dank für diese interessante Info. Das wusste ich noch nicht. Mal schauen was ich als nächstes nach dem Trotte Vieille (siehe Bordeaux 2016) aufmache. Wahrscheinlich mal wieder einen Franzosen aus aus der Toskana. Damit mal einen "Vergleich" hat ;).

Bis dann
M.
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Jochen R.

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Re: Supertoskaner

BeitragSa 5. Dez 2020, 19:40

Noch mal 5 Jahre später bin ich immer noch der Meinung, dass der Wein
weder langweilig noch schwach ist (ich meine so, oder so ähnlich wurde
das hier mal beschrieben).
Ich musste den Wein im Glas aber wirklich erst mal 30-45 min stehen lassen,
weil das nuttige Parfum in der Nase für mich einfach nicht ging, aber mit
Luftzufuhr harmonisiert sich das! Erinnerung an La Tour Carnet 2016 :lol:
Ansonsten passt das mit ausreichend Luft wie schon beschrieben ganz gut,
wenngleich 90 P. vielleicht eher angemessen sind.

Preisgleiche BDX-Cuvees hatte ich nach dieser Zeit schon deutlich schwächer
im Glas ...

Viele Grüße,
Jochen

Jochen R. hat geschrieben:Heute Terra di Monteverro 2010 im Glas.
Geniale, mittelkräftige bis intensive Nase, mit Tabak & Zedernholz, frisch gerösteter
Kaffee, florale Noten & nasses Laub sowie Heidelbeeren und Pflaumen. Dahinter dezent
Vanille und Minze.
Mittlerer Körper mit Sauerkirschen & Heidelbeeren, floralen Noten, nasser Waldboden
mit leichtem bitterl, bißchen Vanille, ewig langer Abgang. 92 P.

Ich finde diesen Zweitwein von Monteverro (ob 2010 oder 2009, andere Jahrgänge kenne
ich noch nicht) reproduzierbar hervorragend.

Viele Grüße,
Jochen
Belgrave ist nichts für Unschuldige
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pessac-léognan

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Re: Supertoskaner

BeitragMi 17. Mär 2021, 19:23

CaiarossaToscana IGT 2013. 14% alc Biodynamisch Demeter
P&P bei zunächst 14°, allmählich sich erwärmend auf 18°
Farbe: Purpurgranat
Nase: sehr dezent, wenig Lakritz und etwas Cassis, umso überwältigender am
Gaumen: unglaublich frisch und fruchtig auf Weichselkirsche, Kornelkirschensaft von sehr reifen, aber nicht überreifen Beeren, Granatapfelsaft, reife Himbeere, eine deutliche Spur von etwas, was an irgendeinen (uns damals verbotenen) Kaugummi in der Kindheit erinnert (Bazooka?), feine, noch leicht aufrauhende Tannine von Holz, darunter Kornelkirschenholz, ewig langer Nachhall auf den beschriebenen Fruchtnoten
Der Wein hat das merkwürdig Brandige von vor einem Jahr vollständig überwunden, man würde meinen, der Wein sei jetzt erst zu einem Jungwein geworden, er scheint in einem Jahr quasi vier Jahre jünger geworden zu sein...
Singulärer Weingenuss, nicht gerade 95 oder 94 Punkte (JS, WS, RP), aber durchaus 92/93!

Mit zunehmender Erwärmung verliert der Wein nach etwa 3 Stunden seine anfängliche singuläre rotkirschige, kornelkirschige Fruchtigkeit ein wenig und gleicht sich etwas traditionelleren Bordelaiser Noten von réglisse, Cassis und einem Hauch Zeder und weißem Pfeffer an, ohne dadurch an Substanz und Qualität zu verlieren.
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