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Supertoskaner

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EThC

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Re: Supertoskaner

BeitragMi 17. Mär 2021, 22:24

...ich könnte meinen 11er auch mal wieder seiner Bestimmung zuführen, das erwähnte Brandige hatte dieser Jahrgang nach meiner Erinnerung nicht...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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olifant

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Re: Supertoskaner

BeitragDi 11. Mai 2021, 17:33

olifant hat geschrieben:... gestern im Glas ...

Haiku 2009 Toscana IGT, Castello di Ama - Gaiola in Chianti (Loc. Ama), Cuveé Sangiovese 45-50%, Merlot 25-30%, Cabernet Franc 25-30%, lt. Rückenetikett; (bei neueren Jahrgängen werden SG 50%, CF 25% und M 25% ausgewiesen); 13% Alc.; Erstlingsjahrgang des Weins

glänzendes dichtes, dennoch transparentes Rubinrot; p'n'p - ins Glas, am Anfang gibt die Nase wenig Preis, etwas staubige rote Frucht, trockene Erde, Unterholz - nach 1/2 bis 1 Stunde Belüftung im Glas und in der Flasche macht der Wein jedoch rasant auf, würzige rot-blaue Frucht mit Kirschen und Waldbeeren, feine Gewürznoten (Muskat, Zimt, Kurkuma,...), mineralische-steinig-erdige Anklänge, vielleicht etwas Caramel; am Gaumen benötigt der Wein ebenfalls einiges an Luft, anfangs noch recht staubig, karg und kurz, blüht er dann aromatisch zusehends auf, wobei die rebsortentypischen Aromen anfangs eher nacheinander aufblättern, um sich schlussendlich zu einer komplexen Einheit verbinden, jedoch ohne je erschlagend oder überbordend zu wirken, saftige Kirsche und würzige Waldbeeren, balsamisch werdende Gewürznoten, Erd- und Macchia-Noten, Veichen-und Ginsterblüten im Hintergrund, Tannin anfangs noch spröde und karg, nach und nach immer runder zwischen Samt und Seide, immer present, perfekt eingebundene (recht toskanisch-kräftige) Säure, immer komplexer, tiefer und harmonischer werdend, ohne jedoch an Einfachheit, Klarheit und Direktheit einzubüssen, charmante toskanische Interpretation einer Cabernet Franc Cuveé mit gutem Trinkfluss und angenehmen Alc.-Gehalt; mit Luft langer präziser würzig-fruchtig-erdig-/kräuteriger Abgang, animierend - 17,5(+)/20 op

Ein Grenzgänger und Chamälion, bei dem ich Lobenbergs blumige Beschreibung recht treffend charakterisierend empfinde: "Haiku ist eine japanische Gedichtsform, die die Magie der Einfachheit hervorhebt. Genau so präsentiert sich dieser Wein: die Prinzipien der Ehrlichkeit, Tiefe, Schlichtheit und Natürlichkeit charaktarisieren Haiku am ehesten." ...


Hatte den Wein vor Kurzem mal wieder im Glas ... und hatte was ideal gereiftes im Glas.

Pnp ins Glas und sofort mit hoher Intensität an Nase und Gaumen, nix mehr Luft erforderlich. Jetzt ein zweifelsfreier Supertoskaner in epischer Breite, gewisser Internationalität aber keineswegs langweilig. Ein wirklich schöner Frucht-, Würze- und Erdigkeits-Mix mit sehr guter Balance und Tiefe.
Ob LOBs Beschreibung jetzt noch passt? Eher nein!
Ehrlichkeit, ja, sofern das als supertoskanische Präsenz zu verstehen wäre.
Tiefe, ja, auf jeden Fall.
Schlichtheit darfst Du suchen, wer diese findet darf sie behalten.
Natürlichkeit, soweit ein waschechter Supertoskaner natürlich ist?
Grüsse

Ralf
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